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Von wilden Pferden und bunten Besuchern – Teil 2

Anlässlich der STICKS & STONES Messe in Berlin, mit Unternehmen, die Wert auf echte Vielfalt legen, hat sich Loftikant Philipp dazu entschlossen, sich bei den anwesenden Partnerunternehmen genauer umzuhören. Hier findet ihr Teil 2 der Interviews. So sprach er mit Solveig Sieber von E.ON sowie mit Dr. Volker Geyrhalter, Lars Pütz und Christian Schwarz von Hogan Lovells.

E.ON

Die STICKS & STONES wirbt damit, Europas „progressivste Arbeitgeber“ mit „offener Unternehmenskultur“ aufzunehmen. Inwiefern lebt E.ON diese Werte?

E.ON Messestand bei STICKS & STONES
E.ON Mitarbeiter auf der STICKS & STONES Messe

Vielfalt bereichert. Bei uns ist Diversity daher fester Bestandteil der Unternehmenskultur und ein wichtiges Instrument, um Kunden und Stakeholder zu verstehen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. So haben wir uns etwa im Rahmen der DAX 30 Initiative das Ziel gesetzt, bis 2015 konzernweit 16 Prozent der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, bis 2020 sollen es 25 Prozent sein.

In unserem LGBT-Netzwerk bieten wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit zum aktiven Austausch. Wir wollen damit das Bewusstsein für Vielfalt erhöhen und Denkbarrieren beseitigen. Wir sind deshalb auch in den Stonewalls Diversity Champions-Programmen und im Stonewall-Work Place Equality Index vertreten.

Hatten Sie schon einmal die Situation, dass sich ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch geoutet hat? Wie sind Sie damit umgegangen?

Ja, natürlich. Ein Outing ist kein Kriterium für eine geeignete Qualifikation. Wir erwarten auch nicht, dass der Bewerber über seine sexuelle Orientierung spricht und üben diesbezüglich keinerlei Druck aus. Jeder Mensch sollte selbst entscheiden, ob er darüber sprechen möchte. Wenn sich der Bewerber aber im Vorstellungsgespräch outet, bekommen wir so die Möglichkeit, viel besser auf die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse einzugehen und zum Beispiel ihn oder sie im Aufbau unseres LGBT-Netzwerkes einzubinden.

Warum hat sich E.ON dafür entschieden, auf der STICKS & STONES Messe Präsenz zu zeigen?

Als international agierendes Unternehmen benötigen wir die gesamte menschliche Vielfalt, um die künftigen Herausforderungen der Energiebranche meistern zu können. Bei uns kann und soll sich jeder Mitarbeiter mit seinen Ideen einbringen. Denn erst unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen führen zu anderen Perspektiven und damit auch zu anderen Lösungen.

Die STICKS & STONES gibt uns die Möglichkeit, in Kontakt mit neuen und interessanten Kandidaten zu kommen. Außerdem können wir hier zeigen, dass Diversity in unserem Unternehmen gelebt wird und wir jeden – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung – wertschätzen.

Hogan Lovells

Wo sehen Sie den Mehrwert in einem diversifizierten Team?

Hogan Lovells Messestand auf der STICKS & STONES
Hogan Lovells Messestand auf der STICKS & STONES

Dr. Volker Geyrhalter (Personnel Partner Germany): Wir sind überzeugt, dass Vielfalt von großem Nutzen für unsere Organisation und damit auch für unsere Mandanten ist. Erfolgreiche Rechtsberatung braucht neben fachlicher Expertise auch Begeisterungsfähigkeit und Kreativität. Uns geht es um Qualifikationen und Leistungen, nicht um sexuelle Orientierung oder Geschlecht. 

Gab es bestimmte Aspekte der STICKS & STONES, die Sie besonders beeindruckend fanden?

Lars Pütz (Associate): Die Offenheit der Besucher! Viele wären vor der Messe nicht auf die Idee gekommen, sich bei einer Anwaltskanzlei zu bewerben und konnten überzeugt werden, dass es auch dort gute (auch nicht-juristische) Jobs und spannende Teams gibt. Die Messe steht nicht nur für Vielfalt, sie ist es selbst: So eine bunte Karrieremesse gibt es sonst nirgendwo!

Christian Schwarz (HR Assistant): Ich habe eine sehr offene und positive Grundatmosphäre erlebt, da viele interessante Persönlichkeiten aufeinandertreffen. Die STICKS & STONES ist einfach keine typische Karrieremesse, ich meine, hier habe ich mehr als das letzte Einhorn gesehen!

Der Rockstar unter den Karrieremessen ist vielseitig, offen und auch mal frech. Unterscheiden sich „die Einhörner“ ebenso von den Besuchern konventioneller Messen?

Christian Schwarz (HR Assistant): Obwohl sich die STICKS & STONES von konventionellen Karrieremessen unterscheidet und die Besucher in weniger klassischen Bewerber-Outfits aufgetreten sind, waren die klassischen Fragen nach wie vor an der Tagesordnung: z.B. Karrieremöglichkeiten, Standorte, Vergütung und Chancen für Nicht-Juristen in einer Großkanzlei. Klar, die Vielfalt steht bei der Veranstaltung thematisch im Vordergrund, aber im Kern geht es um die Wertschätzung der Qualifikation eines jeden Besuchers.

Auffällig war jedoch, dass wir im Vergleich zu anderen Veranstaltungen häufig auf die Kofferwörter Lawconomist, Tradilutionär und Teamividuell aus unserer aktuellen Recruiting-Kampagne angesprochen wurden, was uns gezeigt hat, dass die Besucher nicht nur auf ihre eigene Individualität, sondern auch auf die der Aussteller Wert legen.

Hier gelangt ihr zu Teil 1 der Interviews