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Von wilden Pferden und bunten Besuchern – Teil 1

Anlässlich der STICKS & STONES Messe in Berlin, mit Unternehmen, die Wert auf echte Vielfalt legen, hat sich Loftikant Philipp dazu entschlossen, sich bei den anwesenden Partnerunternehmen genauer umzuhören. So sprach er mit Kerstin Arndt von EY, sowie Ansgar Ruhnau und Henning Schmitz von SAP.
Loftikant Philipp beim Bullenreiten auf der STICK & STONES Karrieremesse
Loftikant Philipp beim Bullenreiten

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Warum hat sich EY dafür entschieden, auf der STICKS & STONES Messe Präsenz zu zeigen? 

„Der Pool der Talente ist vielfältiger geworden. Er umfasst Menschen mit unterschiedlichen Kulturen, Wertesystemen und Bildungshintergründen. Um die ganze Bandbreite potenzieller Mitarbeiter von EY zu erschließen, möchten wir uns bereits bei der Suche nach neuen Talenten auf unterschiedlichen Karrieremessen zeigen. Bei STICKS & STONES wollen wir Talente entdecken, die nicht nur unsere Arbeit, sondern auch die Kultur unseres Unternehmens bereichern.“ 

Hat EY spezielle Programme oder Communities, in denen man in Hinblick auf LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) Netzwerkkontakte knüpfen kann?

EY-Stand bei der Sticks and Stones Karrieremesse
EY bei der Sticks and Stones

„In Australien, Großbritannien, Irland, den USA und Südafrika gibt es bereits seit einigen Jahren das Mitarbeiternetzwerk ‚UNITY’. Ende 2012 haben wir auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein LGBT-Netzwerk gegründet und viele Kolleginnen und Kollegen, die sich daran beteiligen, dafür begeistern können. Das Mitarbeiternetzwerk ‚UNITY’ hat beispielsweise auch einen regelmäßigen Stammtisch in unserer größten Niederlassung in Eschborn. Außerdem nehmen wir im Herbst an verschiedenen Standorten an dem ‚Lauf für mehr Zeit’ (run for life) teil, an dem allein im letzten Jahr über 100 EY Kolleginnen und Kollegen teilgenommen haben.“

Ist ein Outing im Beruf heute noch problematisch?

„Nicht bei EY. Denn wir sind davon überzeugt, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen, mit verschiedenen Lebenserfahrungen und Lebensentwürfen einander ergänzen, inspirieren und motivieren. Sie tragen dazu bei, eine durch gegenseitiges Verständnis bestimmte, leistungsfähigere und bessere Welt aufzubauen.“

Gab es schon einmal die Situation, dass sich ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch geoutet hat?

„Nein, diese Situation gab es bisher noch nicht. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Bewerber, die sich ja im Vorfeld mit unserer Unternehmenskultur beschäftigen, unsere Philosophie hinsichtlich Diversity & Inclusiveness kennen und somit keine Notwendigkeit sehen, zu ihrer sexuellen Identität Stellung zu nehmen.“ 

SAP

Ist ein Outing im Beruf heutzutage noch problematisch?

„Man sucht sich keinen Arbeitgeber aus, bei dem ein Outing problematisch wäre. Damit würde man sich selbst einschränken, da man bestimmte Sachen nicht sagen dürfte und damit tabuisiert. SAP versucht, ein Outing so einfach wie möglich zu machen. Auch in dem Fall einer Geschlechtsanpassung soll es keine Probleme bei der Änderung von Personaldaten (E-Mail, Visitenkarten etc.) geben. Wir wollen Diversität in den Arbeitsprozess integrieren und sie damit zur Normalität machen.“

Partnerunternehmen SAP auf der Sticks & Stones Karrieremesse
Auch unser Partner SAP macht sich stark in Sachen Diversity.

Hat es Auswirkungen, wenn sich ein Bewerber im Vorstellungsgespräch outet?

„Definitiv nicht. Qualifikationen sind das ganz klare Einstellungskriterium bei SAP. Wenn es um Benefits geht, kann der Bewerber dies aber auch gerne ansprechen. Bei uns sind diese für gleichgeschlechtliche Paare identisch. Dies wird zum Beispiel dann wichtig, wenn es um Auslandstransfers geht und der Standort des Partners eine Rolle spielt. Außerdem gelten die gleichen Regeln in Bezug auf Sonderurlaub bei Erkrankung des Partners.“

Welche Maßnahmen hat SAP, um Diversity zu fördern?

„Das Diversity Management von SAP berücksichtigt alle Dimensionen der Vielfalt. Eine davon ist die Identität unserer Mitarbeiter. Zum Erfahrungsaustausch beteiligen wir uns an firmenübergreifenden Netzwerken wie zum Beispiel PrOut@Work. Vor kurzem haben wir bei dem Bündnis gegen Homophobie des Berliner Senats Trans* in Arbeit mitgewirkt. Innerhalb der SAP legen wir alle Prozesse auf Gleichberechtigung aus und fördern Inklusion. Der entscheidende Faktor sind aber unsere Mitarbeiter selbst und die Kultur, die sie leben. Wir wollen uns als cooles Unternehmen zeigen – dazu gehört, dass wir mit neuen Methoden & Technologien arbeiten, international aufgestellt sind und vor allem Offenheit leben. Ein tolles Beispiel ist das Projekt „It-gets-better“, das ins Leben gerufen wurde, nachdem sich der 18-Jährige, homosexuelle Sohn eines SAP-Mitarbeiters wegen homophoben Anfeindungen selbst umgebracht hat.“

Zum Interview mit dem Gründer Stuart Cameron gelangt ihr hier. Im zweiten Teil erfahrt ihr mehr über Diversity bei E.ON und Hogan Lovells.