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25 Jurastudenten, drei Unternehmen und eine Stadt – die erste Running Company Edition für Rechtswissenschaftler

Wer glaubt, dass Juristen in ihrem Berufsleben ausschließlich zu Rechtsverdrehern, Winkeladvokaten oder Paragrafenreitern werden, täuscht sich schwer.
25 Jurastudenten bei der ersten Running Company – Jura Edition
Die 25 Teilnehmer der ersten Running Company – Jura Edition

Wie vielfältig das Einsatzgebiet der Rechtswissenschaften sein kann, haben 25 Jurastudenten bei unserer ersten Running Company – Jura Edition erfahren. Sie durften einen Tag lang in drei unterschiedliche careerloft Partnerunternehmen und -kanzleien hineinschnuppern: The Boston Consulting Group (BCG), Linklaters und Hogan Lovells öffneten die Türen ihrer Frankfurter Büros und gaben den Blick frei auf den Arbeitsalltag der Anwälte und Berater. 

Station 1 – BCG: Beratung? Das ist auch was für Juristen!

Wer behauptet, die Unternehmensberatung sei nur etwas für Wirtschaftswissenschaftler, dem sei folgende Zahl ans Herz gelegt: Etwa 50 Prozent aller Berater bei BCG sind sogenannte „Exoten“ und somit ein Mix aus Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Informatikern, Geisteswissenschaftlern und – ja genau, Juristen. Gerade dieser fachliche Mix sorgt für die notwendige Kreativität und Konstruktivität in der Projektarbeit. „Die betriebswirtschaftlichen Grundlagen, die für die Arbeit als Berater nötig sind, erlernen Juristen in einem Training zu Beginn. Darin eignen sich die ‚Exoten‘ beispielweise Kenntnisse zu Themen wie Bilanzanalyse oder Kostenrechnung an“, erklärte Nora Melzner, Recruiting Coordinator und Ansprechpartnerin für Juristen bei BCG. „Gerade Juristen bringen eine strukturierte Herangehensweise an komplexe Sachverhalte mit, die für den Berateralltag sehr wichtig ist.“

Vor Ort hatten die Teilnehmer zudem während eines Speeddatings die Möglichkeit, die anwesenden Berater mit Fragen zu löchern: Wie bewirbt man sich bei BCG? Wie viel Freizeit hat man als Berater? Und wie sieht so ein Berateralltag überhaupt aus? So stellten viele der Teilnehmer fest, dass die Beraterbranche eine durchaus spannende und herausfordernde Alternative zur klassischen Anwaltskarriere darstellt.

Teilnehmer der Running Company - Jura Edition auf dem Weg zur nächsten Station
Die Jurastudenten wollen hoch hinaus

Station 2 – Linklaters: Juristen müssen auch in der Kanzlei rechnen können!

Was die Teilnehmer bei der ersten Station des Tages schon gelernt hatten, wurde an Station 2 bei Linklaters im Frankfurter Trianon noch bekräftigt:

„Dass Juristen keine Mathekenntnisse benötigen, stimmt nicht ganz. Tatsächlich erwarten Großkanzleien von ihren Mitarbeitern mathematische Grundkenntnisse. Vor allem das logische Denken ist in der Fallbearbeitung unabdinglich“, so Dr. Sabine Vorwerk, Counsel im Fachbereich Restrukturierung & Insolvenz bei Linklaters. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Teilnehmern wurde eine Case Study zum Thema Schiffsinsolvenz besprochen – ein Thema, das nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich von hoher Bedeutung ist: So zeigte die Fallstudie, dass Problemstellungen oft nicht nur aus rechtlicher Perspektive betrachtet, sondern auch auf Effizienz geprüft werden müssen.

Station 3 – Hogan Lovells: International arbeiten? Für Anwälte kein Problem! 

An Station 3 wurde klar: Juristische Projekte haben nicht nur für die deutsche Wirtschaft eine große Bedeutung. Dass Juristen bei Hogan Lovells auch international tätig sind und auf allen Gebieten des nationalen und internationalen Wirtschaftsrechts beraten, bewiesen die anwesenden Vertreter bei der letzten Kanzleistation. „Funktionierende Netzwerke innerhalb unserer weltweit aufgestellten Praxisgruppen sind für die Arbeit bei Hogan Lovells unerlässlich. Die Zusammenarbeit der Anwälte in nationalen wie internationalen Teams ist extrem wichtig für uns“, erklärte Tim Wybitul, Of Counsel, Arbeitsrecht, Datenschutz, Compliance.

Unter anderem wurde den Teilnehmern in diesem Zusammenhang ein Waste-to-Energy-Kraftwerk-Projekt in Asien vorgestellt, bei dem Energie aus Abfall hergestellt wird. Auslandstelefonate und Geschäftsreisen stehen für angehende Juristen auf der Tagesordnung, denn internationale Projekte gibt es viele. 

Die Teilnehmer und Loftikantin Karolina nutzten beim abendlichen Get-together
Das Abendprogramm bot Gelegenheit zum persönlichen Austausch

Station 4 – Casinoabend: Work hard, play hard!

Nach den drei Stationen und dem prall gefüllten Programm ging es mit den Teilnehmern und Unternehmensvertretern über in das Abendprogramm: Black Jack und Roulette standen auf dem Plan! (Natürlich wurde nur um Plastikgeld gespielt ;-)) Hier konnten sich die Teilnehmer nicht nur spielerisch austoben, sondern gleich die Möglichkeit nutzen, sich mit anderen Studenten und Unternehmensvertretern auszutauschen.

Mein Fazit: Ob Beratung oder Großkanzlei, eines haben die Unternehmen gemeinsam− sie bieten Top-Juristen herausfordernde und abwechslungsreiche Arbeitsplätze in einem internationalen Arbeitsumfeld.