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Gutes tun als Anlass zum Gründen – share revolutioniert das Teilen

Tobias Klem 29.03.2018
Stell dir vor, du kannst Essen kaufen und gleichzeitig mit Hilfsbedürftigen teilen – ohne, dass du etwas von deinem Kauf abgeben musst. Hört sich vielleicht erstmal nach „nicht machbar“ an, aber Sebastian und seine Freunde glaubten fest an die Umsetzung dieses Prinzips und wagten den Schritt zu gründen. Die Share Foods GmbH wurde ins Leben gerufen, der Markenname „share“ geboren. Die Idee und das Prinzip von share fand auch unser Careerloft-Mitglied Evelyn spannend und ist beim dem jungen Start-up-Unternehmen eingestiegen. Was genau hinter share steckt und wie es funktioniert, erzählen uns die Gründer im Interview und Evelyn plaudert mit uns über ihre Tätigkeit als Werkstudentin bei Share Foods GmbH.
Das Share Foods Team
Das Team der Share Foods GmbH: (sitzend v. l.) Evelyn, Tobias, Ben, Nicole, Dirk und Iris, (stehend v. l.) Pepo, Sebastian, Zoë und Mikhail

Hi Sebastian, Iris, Ben, Tobias und Evelyn! Was uns zunächst natürlich interessiert: Wie entstand die Idee zu share und wie kam es zum Gründungsentschluss?

Sebastian: Die Idee für share wurde tatsächlich beim Mittagessen mit Freunden geboren. Ausgangspunkt war, dass es weltweit 20 Prozent mehr Lebensmittel gibt, als eigentlich gebraucht werden, um jeden satt zu machen. Trotzdem hungert global eine von neun Personen. Die meisten Leute, die wir gefragt haben, meinten, dass sie gerne ihre Lebensmittel oder „ihr Glück“ mit Menschen in Not teilen würden, wenn es eine gute oder einfache Möglichkeit gäbe. Vor diesem Hintergrund haben wir dann die Idee von share – und natürlich unseren Namen – entwickelt.

Helfen so einfach, wie möglich zu machen – das klingt nach einer super Idee. Aber wie genau funktioniert das Prinzip von share? Wie helfe ich konkret als Käufer eurer Produkte?

Ben: Für jedes gekaufte share-Produkt, stellt share in Kooperation mit einer NGO, einem Menschen in Not ein gleichwertiges Produkt oder einen Service zur Verfügung. Hier ein paar konkrete Beispiele:

● Mit jedem Kauf einer share-Wasserflasche wird in Kooperation mit „Aktion gegen den Hunger“ der Bau oder die Reparatur von Brunnen finanziert. Dabei garantieren wir, dass mit jeder gekauften Flasche mindestens ein voller Tag Trinkwasser aus diesen Brunnen für einen anderen Menschen ermöglicht wird. Das entspricht sogar mehr als 20 Litern Trinkwasser.

● Mit jedem Kauf eines share-Bio-Nussriegels wird in Kooperation mit der „Berliner Tafel e. V.“ oder „Aktion gegen den Hunger“ die Verteilung von Mahlzeiten finanziert. Dabei garantieren wir, dass mit jedem gekauften Riegel mindestens genauso viel Essen an einen Menschen in Not verteilt wird, üblicherweise ein Vielfaches davon.

● Mit jedem Kauf einer share-Handseife wird in Kooperation mit „Aktion gegen den Hunger“ die Verteilung von Seifen finanziert. Dabei garantieren wir, dass mit jeder gekauften Seife einem bedürftigen Menschen mindestens eine Seife zukommt. Oft kombinieren wir das mit Hygienetrainings an Schulen.

Damit wollen wir in drei verschiedenen Bereichen – nämlich Nahrung, Wasser und Hygiene – helfen und die soziale Teilhabe und Beteiligung somit für den Empfänger, aber auch für den Spender, erweitern und zugänglicher machen, indem wir mehr Spender ansprechen.

Eins zu eins teilen, klingt super, aber woher weiß ich als Käufer denn, ob, beziehungsweise wo meine Hilfe ankommt?

Iris: Auf jedem unserer Produkte befindet sich ein QR-Code, mit dem man auf unserer Homepage zu dem jeweils unterstützten Projekt geleitet wird. Dort kann man dann sehen, bei welchem Projekt man geholfen hat und wie erfolgreich es läuft.

„Dank Partnerorganisationen haben wir eine lokale und globale Reichweite unserer sozialen Vermittlung. Uns ist es wichtig, Menschen weltweit zu helfen und vor allem aber auch hier vor Ort in Berlin bedürftige Menschen zu unterstützen.“

Generell ist es uns wichtig, dass wir langfristig Hilfe leisten und vor Ort nachhaltig helfen. So geht das Sicherstellen von Nahrung, Wasser und Hygiene Hand in Hand mit langfristigen Infrastrukturprojekten, die wir so, mit den Käufern unserer Produkte zusammen, realisieren können.

Evelyn, wie bist du auf die Share Foods GmbH aufmerksam geworden?

Evelyn: Der Kontakt zu der Share Foods GmbH ist durch einen persönlichen Kontakt über den Freundeskreis zustande gekommen und konkret geworden, als ich selbst nach Berlin gezogen bin und wir uns dort auf einer Halloween-Party über das Jobangebot unterhalten haben.

Share Foods Werkstudentin Evelyn
Evelyn Medawar, Werkstudentin bei der Share Foods GmbH

Es scheint ja ein sehr überzeugendes Gespräch gewesen zu sein. Was hat dich denn letztendlich dazu bewogen, als Werkstudentin bei einem kleinen Start-up einzusteigen?

Evelyn: In meiner Vergangenheit bin ich bislang wenig mit dem Alltag in einem Unternehmen in Berührung gekommen, sondern habe mich primär auf mein naturwissenschaftliches Studium und Nebentätigkeiten im gastronomischen Bereich und im Service konzentriert.

„Die Chance bei einem Start-up anzufangen war einmalig und hat mir die Gelegenheit gegeben, ohne große Angst vor mangelnden Betriebskenntnissen in einem Unternehmen zu arbeiten.“

Die Vorstellung, aufgrund der flachen Hierarchien bei share einen guten Gesamtüberblick über die verschiedenen Tätigkeiten zu bekommen, hat mich dabei besonders motiviert.

Du hast also von deinem naturwissenschaftlichen Studium aus in einen ganz anderen Bereich gewechselt und es ist dir offensichtlich gut gelungen. Was genau sind denn jetzt deine Aufgaben im Unternehmen?

Evelyn: Ich bin hauptsächlich für die Kundenakquise, den Kundenkontakt und die Bekanntmachung der Marke zuständig. Ich arbeite viel von unterwegs und bin auch regelmäßig im share-Büro. Der Kontakt mit den Kunden macht mir sehr viel Spaß, da ich ein sehr kommunikativer Mensch bin. Außerdem mag ich es außerhalb der Box zu denken und so neue und unkonventionelle Handelskanäle zu finden.

Und wie wichtig ist dir dabei, das soziale Engagement deines Arbeitgebers? War das ein Kriterium für dich oder hätte es auch in eine andere Richtung gehen können?

Evelyn: Das soziale Engagement war ein Hauptkriterium für mich bei der Jobsuche. Die Grundidee der Share Foods GmbH, also das Social Entrepreneurship, hat mich von vornherein begeistert und bestätigt mich jeden Tag bei meiner Arbeit.

„Persönlich ist es mir sehr wichtig zu versuchen, nachhaltig und umsichtig zu leben. Diese Verantwortung fängt für mich im Privatleben an und geht im Berufsleben weiter. Gerade hier hat man die Möglichkeit, viel zu bewegen.“

Für mich selbst ist der gute Zweck die Motivation, die Produkte zu vermarkten, sodass ich auch potenzielle Kunden überzeuge, dass sie mit uns etwas Gutes tun können.

Bei dir wird ja ganz klar deutlich, dass du mit deinem Arbeitgeber in der Sache verbunden bist: Gutes tun, steht im Vordergrund. Aber gibt es bei dir, Evelyn, und euch, Sebastian, Iris, Ben und Tobias, eine Verbindung mit Careerloft?

Share Foods Rooftopview
Über den Dächern von Berlin – das Share-Foods-Team auf dem Bürodach.

Evelyn: Ich bin seit 2014 Mitglied bei Careerloft. In meinen vier Jahren bei Careerloft habe ich viele Kontakte über die einzelnen Events knüpfen können und so erste Eindrücke vom Berufsleben erhalten.

Tobias: Ben und ich sind ebenfalls Careerloft-Mitglieder und können Evelyns Erfahrungen nur bestätigen. Wir finden es super, dass Careerloft gute Leute zusammenbringt und ein einzigartiges Netzwerk bietet, um Erfahrungen, Ideen und Jobangebote auszutauschen.

Evelyn, Ben und Tobias einstimmig: Careerloft ist top, wenn man als Student Orientierung und Informationen über allgemeine oder konkrete Jobmöglichkeiten sucht.

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Apropos Informationen: Habt ihr noch Tipps oder Anregungen bezüglich Gründertum oder Berufseinstieg, die ihr mit der Careerloft-Community teilen wollt?

Evelyn: Es ist super spannend, hautnah bei einer Unternehmensgründung und der rasanten Entwicklung dabei zu sein. Man lernt unglaublich viel in kurzer Zeit und kann beobachten, was die Kernfunktionen eines Unternehmens sind. Die Erfahrung in einem Start-up zu arbeiten, kann ich jedem empfehlen. Tipps dabei: offen für Neues, authentisch und ehrlich sein.

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