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Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Katharina Lücke, Manager Employer Branding HR People & Talent Management
Katharina Lücke
Deine Bewerbung ist der erste Eindruck, den du bei einem Unternehmen hinterlässt. Es geht darum, zu sagen: „Hier bin ich. Das kann ich. Und darum brauchst du mich!“ Doch wie macht man es eigentlich richtig?

Katharina Lücke, Manager Employer Branding HR People & Talent Management, und Christin Herken, Leiterin HR People & Talentmanagement Zentrale, gaben beim Webinar mit Peek & Cloppenburg wertvolle Tipps, wie man positiv auffällt.

Basics

Bevor ich auf Details eingehe, möchte ich gern auf einige Basics hinweisen. Dazu gehört: Bitte keine Rechtschreibfehler! Eigentlich selbstverständlich, es schadet jedoch nie, deine Bewerbungsunterlagen von jemand anderem gegenlesen zu lassen.

Zweitens: Recherchieren! Als zukünftiger Mitarbeiter steht man letztendlich für eine Identifikation mit dem Unternehmen und Informationsquellen gibt es genug.

Außerdem macht nichts einen schlechteren Eindruck als eine unvollständige Bewerbung. Achte darauf, dass du wirklich alle geforderten Unterlagen einreichst – auch das Abiturzeugnis!

Pack am besten zusammengehörende Unterlagen – z. B. Zeugnisse, Praktikumsnachweise oder Zertifikate – in ein einzelnes PDF-Dokument! Vorteil: Niemand ist genervt, weil er tausende Dokumente öffnen muss.

Anschreiben: kurz mit viel Inhalt!

Christin Herken, Leiterin HR People & Talentmanagement Zentrale
Christin Herken

„Es ist eine Herausforderung aus der Flut von Bewerbungen herauszustechen“, so Christin Herken. Dein Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite und erfrischend zu lesen sein. Bau das Anschreiben strukturiert mit passenden Absätzen und Überschriften auf. Nutze den weit verbreiteten Blocksatz. Und bleib bei einer Sprache! Die Recruiter werden Mehrsprachigkeit zu gegebenem Zeitpunkt ausreichend testen.

Bring die nötigen Informationen ein und verliere dich nicht in unwichtigen Inhalten. „Ich habe Lust auf diesen Job“, soll laut Christin Herken deine wichtigste Aussage sein. Gib möglichst wenige der  Informationen wieder, die man dem Lebenslauf sowieso entnehmen kann. Geh daher auf folgende Punkte ein:

  • Darum möchte ich bei Ihnen arbeiten.
  • Diesen Mehrwert biete ich für Ihr Unternehmen.
  • Darum bin ich motiviert für den Job.

Beweise hier, dass du Dinge auf den Punkt bringen kannst und bleib authentisch!

Standard oder ausgefallen? Der Einleitungssatz „Hiermit bewerbe ich mich …“ ist kein Ausschlusskriterium, trotzdem bleibt Ausgefalleneres eher im Kopf. „Lassen Sie sich etwas einfallen, aber schießen Sie nicht über das Ziel hinaus. Dann setzen Sie lieber auf Standard“, so Katharina Lücke. 

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte bei Absolventen auf circa zwei DIN A4 Seiten passen und mit der aktuellsten Beschäftigung beginnen. Zähl die wichtigsten Tätigkeiten (ungefähr drei) mit Bulletpoints auf. Das wirkt ordentlich und strukturiert. Überleg Dir vorher, welche Tätigkeiten für die Stelle relevant sind. Du solltest nicht versuchen, Lücken im Lebenslauf zu kaschieren. Meist gibt es aber einen Weg, sie clever zu formulieren. ;)

Nutz den Lebenslauf ruhig auch für die Positionierung deines Bewerbungsfotos. Es ist kein Muss, aber ein freundliches Lächeln ist ein positiver Nebeneffekt.

„Hilfe! Die fragen nach meiner Gehaltsvorstellung …“

Nicht nur im Bezug auf den Inhalt ist es wichtig, für welche Position du dich bewirbst. Auch für den Ablauf des Bewerbungsverfahrens spielt das häufig eine Rolle. Die Frage nach der Gehaltsvorstellung wird bei einem Praktikum bei Peek & Cloppenburg daher nicht aufkommen. Recruiter nutzen die Frage nach einer Gehaltsvorstellung strategisch. Sie wollen wissen, ob du dich richtig informieren und Situationen präzise einschätzen kannst. Hohe Einschätzungen zeugen von Selbstbewusstsein – viel zu hohe Einschätzungen katapultieren dich ins Aus. Zu niedrige Einschätzungen lassen hingegen auf fehlendes Selbstbewusstsein schließen. Eine leichte Fehleinschätzung ist kein K.-o.-Kriterium. Der Recruiter wird dir im ersten Gespräch einen Wink geben, wenn du dir besser eine andere Summe in den Kopf setzen solltest. Gib eine konkrete Summe an und zeig so, dass du Entscheidungen treffen kannst. Ansprechen solltest du das Thema aber erst zu einem späteren Zeitpunkt – zum Beispiel im zweiten Gespräch. Stell andere Motivationsfaktoren in den Mittelpunkt.

Das Bewerbungsgespräch: ein fester Händedruck wirkt überzeugend

Mit einem festen Händedruck unterstreichst du einen selbstbewussten Auftritt. Schau deinem Gegenüber dabei in die Augen!

Beim Dresscode gilt: Die Kleidung soll zu dir und zum Unternehmen passen. Oft sind Fotos auf der Unternehmenswebsite und die Branche hilfreich bei der Entscheidung für dein Outfit. Was machen mit einem Dreitagebart? „Solange der nicht so aussieht, als hätten Sie sich einfach aus Faulheit nicht rasiert, ist der zurzeit absolut im Trend.“ Und von den Recruiterinnen des Modeunternehmens gern gesehen.

Stark diskutiert wird der „Elevator Pitch“. Das wirkt in einem Bewerbungsgespräch oft gehetzt und wichtige Informationen können untergehen. Zudem macht eine eingeübte Rede einen Bewerber unnötig nervös. „Antworten Sie so lange auf eine Frage, wie Sie wirklich etwas zu sagen haben“, so Christin Herken.

Fragen über Fragen

Recruiter stellen gern eine Mischung aus standardisierten und individualisierten Fragen. Wenn man ein Statement über sich selbst abgibt, wie „Ich bin sehr ehrgeizig“, dann sollte man auch immer ein konkretes Beispiel parat haben. Wann warst du ehrgeizig?

Viele Fragen beziehen sich auf das konkrete Tagesgeschäft – schließlich sollst du dich genau an diesem Punkt integrieren. Sollten dir derartige Fragen nicht gestellt werden, stell du sie! Stell Rückfragen – alles andere wirkt uninteressiert! Mögliche Themen, die für beide Seiten interessant sind:

  • Hast du eine Vorstellung davon, was dich erwartet? Wie stellst du dir den Tagesablauf vor?
  • Wie wird die Kommunikation im Arbeitsalltag ablaufen? Per E-Mail oder Telefon?
  • Wer wird dein Ansprechpartner sein?

Bei einem Bewerbungsgespräch ist die Erwartungshaltung beider Seiten hoch. Aber wenn du die obigen Tipps beachtest, dann wirst du die Erwartungen an einen Bewerber erfüllen.

Viel Erfolg bei deinem Berufseinstieg!