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Wenn sich das Handy ans Handgelenk schmiegt

Christian Focken 31.07.2018
Seit einigen Jahren sorgen flexible Displays für elektronische Geräte für Furore. Die bieg-, knick- oder rollbaren Bildschirme könnten schon bald den Durchbruch schaffen. Möglich wird das erst durch die moderne OLED-Technik. Und hier kommt Merck ins Spiel.
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Denn das Wissenschafts- und Technologieunternehmen aus Darmstadt produziert die Flüssigkristalle, aus denen solche Displays hergestellt werden. Heute ist Merck sogar Weltmarktführer und beliefert unter anderem ein Joint Venture von Sony und Panasonic. Die beiden japanischen Technologiekonzerne wollen OLED-Displays gemeinsam deutlich günstiger herstellen und so ab 2019 rund ein Drittel der Kosten sparen.

Doppelt so viele OLED-Fernseher verkauft

OLED „Organic Light Emitting Diode“ steht für eine Technik mit organischen Dioden, die auf Kohlenstoffmoleküle zurückgehen. „Normale“ OLED-Displays werden schon seit vielen Jahren hergestellt und etwa in TV-Geräten verbaut. Sie gelten aber bis heute gegenüber Geräten mit älterer LED-Technik als vergleichsweise teuer. Doch die Preise sinken und das honorieren die Verbraucher offensichtlich. So wurden 2017 in Deutschland doppelt so viele Fernseher mit OLED-Technik verkauft wie noch im Jahr zuvor.

Unternehmen aus Südkorea, Taiwan und China nehmen bei der Produktion der OLED-Displays die Spitzenplätze ein. So ist Samsung zum Beispiel Marktführer bei OLED-Displays für Smartphones, während sein Wettbewerber LG bei TV-Geräten ganz vorne liegt. Das aktuelle Herstellungsverfahren ist aber noch relativ teuer. Dabei werden die Displays Materialschicht für Materialschicht gedampft. Deutlich günstiger wäre es wohl, wenn die Displays zum Beispiel in großem Stil gedruckt werden könnten. Dass das grundsätzlich geht, hat der japanische Druckhersteller Seiko Epson schon 2009 im Tintenstrahldruckverfahren bewiesen.

Konzeptauto „MICC“ leuchtet voraus

Die OLED-Technik hat auch jenseits der Unterhaltungselektronik Fuß gefasst. So leuchten die Rücklichter des Audi TT im OLED-Modus und auch IKEA verkauft mit der Hängelampe „Vitsand“ seit November 2017 erstmalig ein Leuchtmittel mit OLED-Technik. Auf die Flüssigkristalle scheinen also noch viele Anwendungsgebiete zu warten. Wie sie sich nutzen lassen, erforschen zum Beispiel die Entwicklungsteams von Merck. In der Division Performance Materials etwa haben sie das Konzeptauto „MICC“ entwickelt.

Organische Leuchtdioden könnten zum Beispiel in Armaturenbrettern zum Einsatz kommen, aber auch für schaltbare Schiebe- und Panoramadächer. Diese ließen sich stufenlos und in wenigen Sekunden von hell auf dunkel und umgekehrt regulieren. Denkbar sind auch Photovoltaik-Zellen oder Antennen, die mittels Flüssigkristallen im Auto verbaut werden. Der Vorteil organischer Leuchtdioden: Sie sind wärmeresistent, wahlweise transparent oder kontrastreich, scharf und mit brillanten Farben sowie beliebig formbar. Und das macht sie auch zum Kandidaten für Handys mit rundem Display, die sich vielleicht schon in einigen Jahren formschön an die Handgelenke ihrer Besitzer schmiegen.

Die steigende Nachfrage nach Flüssigkristallen hat Merck u. a. 2016 mit dem Neubau einer rund 30 Millionen Euro teuren Produktionsstätte am Stammsitz Darmstadt beantwortet. Mit ihr konnte man den Output des organischen Materials verfünffachen und auch den Bedarf des Joint Ventures von Sony und Panasonic decken.

Willst du als Naturwissenschaftler die Zukunft erforschen?

Möchtest du an vorderster Stelle dabei sein, wenn neue Technologien für den weltweiten Einsatz entwickelt werden? Dann komm zu Merck und arbeite zum Beispiel in der Merck-Division Performance Materials mit. Vielleicht hast du ja schon erste Erfahrungen als Praktikant oder in ähnlicher Position gesammelt. Bei Merck erwarten dich in jedem Fall spannende Aufgaben und hervorragende berufliche Perspektiven.

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