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Ein bisschen Merck steht auf vielen Weiden

Kleine Ohrmarke, große Bedeutung

Christian Focken 27.06.2017
Schaut man sich als Laie Endprodukte in ihrer großen Vielfalt an, ahnt man kaum, wie viele Unternehmen, Bereiche und Spezialisten ihren Teil dazu beigetragen haben. Selbst an einer kleinen Marke am Ohr einer Kuh arbeiten viele mit.

Auf dieser sogenannten Tierohrmarke stehen alle relevanten Informationen zum Tier: Besitzer, Aufzucht, Krankheiten oder Behandlungen – diese und viele weitere Angaben sind für Mensch wie Maschine lesbar. Somit kann jede Kuh eindeutig identifiziert werden: Wenn eine Milchkuh in den Melkstand geht und ihn verlässt, scannen Maschinen die Marke und ordnen dem jeweiligen Tier die Melkzeit und das Milchvolumen eindeutig zu.

Ob Biobetrieb oder konventionelle Landwirtschaft: Für Nutztiere in Deutschland und in der Europäischen Union ist eine Ohrmarke Pflicht – und auch weltweit gibt es in vielen Ländern ähnliche Regelungen. Ein Tier behält seine Marke ein Leben lang. Da die Kühe zwischen Stall und Weide wechseln und draußen Wind und Regen trotzen, müssen die Marken insbesondere temperaturbeständig, maschinenlesbar und langlebig sein. Außerdem ist es besonders wichtig, dass die Zeichen, Wörter und Symbole gegen Abrieb beständig sind.

Wie kommt Merck zum Kuhohr?

Früher hat man die Informationen per Hand oder Maschine mit spezieller Tinte auf die Marken geschrieben. Heute setzt man bei der „Kuh-ID“ innovative Lasertechnologie ein – und hier kommt Merck ins Spiel. Das globale Wissenschafts- und Technologieunternehmen besitzt neben den Geschäften in Healthcare und Life Science auch den Unternehmensbereich Performance Materials. Dieser umfasst Spezialchemikalien für besondere Ansprüche: von Flüssigkristallen und OLED-Materialien für Displays in TVs, Smartphones oder Tablets bis hin zu Effektpigmenten in Lacken und Kosmetik. Darüber hinaus wurden in diesem Bereich lasersensitive Pigmente entwickelt, die dem Kunststoffgranulat der Ohrmarken als Additive in geringen Mengen beigemischt werden. Trifft ein Laserstrahl auf eine entsprechend produzierte, noch unbeschriftete Marke, werden die Pigmente an diesen Stellen schwarz. So lassen sich selbst komplizierte Barcodes detailreich und dauerhaft auf die Ohrmarke schreiben. Diese Marke besteht aus dem biegsamen Kunststoff TPU, sodass sie jede Bewegung der Kuh mitmachen kann. Das ist eine gesetzliche Voraussetzung für Tierohrmarken, da sie so für das Tier angenehmer zu tragen sind und es sich nicht verletzt, wenn es an Gegenständen hängen bleibt, an welchen es mit dem Ohr anstreift. Die Beschriftung der Marke ist nach dem Lasern selbstverständlich genauso biegsam, langlebig, UV- und witterungsbeständig wie die Tierohrmarke selbst.

Wer arbeitet bei Merck an der Lasermarkierung mit?

Das Pigment IRIOTEC® 8208 von Merck
Das Pigment IRIOTEC® 8208 von Merck, das dem Kunststoff beigemischt wird.

Merck produziert die lasersensitiven Pigmente in der IRIOTEC®-8000-Produktfamilie. Diese sind seit den 1980er Jahren auf dem Markt und werden fortlaufend weiterentwickelt. Auch andere Additive der 8000er-Serie eignen sich für kontrastreiche Darstellungen auf Thermoplasten oder pulverbeschichteten Metallen, die mittels verschiedener Verfahren erzeugt werden können. Zahlreiche weitere Anwendungen, die mit IRIOTEC® zu tun haben, finden sich unter anderem in Lebensmittelverpackungen oder Kabeln. „Unseren Mitarbeitern und ihrem Know-how sowie Engagement ist es zu verdanken, dass wir heute Marktführer bei Laseradditiven sind“, sagt Oliver Piening, Director Global Marketing Technical Functionals bei Merck. „Dabei ist das Geschäft mit den Tierohrmarken das umsatzstärkste und auch mengenmäßig größte für unsere Laserpigmente.“

An den Laserpigmenten arbeiten bei Merck Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen: In der Produktion und Qualitätskontrolle arbeiten Chemikanten, Chemielaboranten und Ingenieure. Aber auch Absolventen mit einem Interesse an Marketing & Sales, technischer Anwendung, Regulatory Affairs, Legal Trademarks oder der Patentabteilung stehen spannende Tätigkeiten offen. In all diesen Bereichen hast du grundsätzlich die Möglichkeit, als Absolvent direkt einzusteigen.

Neugierig geworden? Dann informiere dich gerne über www.come2merck.com.

Infos zu den lasersensitiven Pigmenten erhältst du zudem in diesem Merck-Video: