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Die Genschere verspricht bahnbrechende Erfolge

Christian Focken 29.03.2018
Forscher setzen große Hoffnungen in die Genschere und ihren Einsatz bei bislang unheilbaren oder schwer therapierbaren Krankheiten. Unser Partner Merck arbeitet an der fortschrittlichen Technologie und sucht Naturwissenschaftler für diesen Bereich.   
Genschere

Die Gentherapie entwickelt sich rasant weiter: 2017 berichteten Dermatologen der Universitätsklinik Bochum von einem siebenjährigen Kind mit Schmetterlingshaut. Bei dieser seltenen Erbkrankheit ist die Haut sehr verletzlich und löst sich schon bei den kleinsten Berührungen ab. Um den jungen Patienten zu heilen, züchteten Mediziner seine Haut mittels genetisch veränderter Stammzellen nach. Anschließend verpflanzten sie die intakte Version des fehlerhaften Gens in die Zellen des Kindes. So konnten sie 80 Prozent der verlorenen Haut wiederherstellen. Diese Behandlung kann jedoch Hautkrebs verursachen.

Die Genschere ist eine Alternative

Merck arbeitet daran, dieses Problem mit der Genschere zu lösen. Bei dieser revolutionären Technologie werden Gene aus einer DNA-Sequenz herausgeschnitten und ausgetauscht. Außerdem können Gene gezielt aktiviert oder blockiert werden. 

Forscher glauben, dass mit der Genschere oder CRISPR/Cas 9, wie das Verfahren in Fachkreisen auch heißt, unheilbare oder schwer therapierbare Krankheiten wie Krebs, HIV und Erbkrankheiten wie die Schmetterlingshaut vollständig geheilt werden könnten. Sie bietet zudem einen Lösungsansatz im Kampf gegen die Nahrungsknappheit auf der Südhalbkugel der Erde. So wären Wissenschaftler mit ihrer Hilfe in der Lage, Kulturpflanzen zu züchten, die auch extremen Bedingungen wie zum Beispiel großer Trockenheit wachsen.

Merck setzt ethische Grenzen

Doch wie weit dürfen Forscher gehen? In China haben Wissenschaftler das Verfahren bereits bei menschlichen Embryonen angewendet, um sie von Erbkrankheiten zu befreien. Was aber ist ein Gendefekt, wo liegt die Grenze und wie wird sie sich womöglich verschieben? Merck hat mit dem Merck Bioethics Advisory Panel (MBAP) ein Gremium geschaffen, das sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. Dort definieren Experten aus verschiedenen Bereichen, unter ihnen Wissenschaftler, aber auch Juristen und Ethiker, gemeinsam mit Führungskräften die ethischen Grundsätze für Merck.

Eindeutig hat sich Merck zu Genmanipulationen bei Embryonen positioniert. So sagte CEO Stefan Oschmann in einem Interview mit der FAZ: „Da muss man Grenzen ziehen. Wir haben uns entschieden, dies nicht zu unterstützen.“ Merck beruft sich dabei auch auf das deutsche Embryonenschutzgesetz von 1990, das die künstliche Veränderung menschlicher Keimbahnzellen untersagt und für Merck weltweit die rechtliche Grundlage darstellt.

Thomas Herget von Merck
Thomas Herget arbeitet für Merck im Silicon Valley

Auch in anderen Bereichen setzt sich Merck klare Grenzen. So könnte man mit der Genschere zum Beispiel die Tigermücke ausrotten, die das gefährliche Zika-Virus überträgt. Dazu sagt Thomas Herget, Innovation Hub Silicon Valley bei Merck: „Im Sinne des Artenschutzes und dem Erhalt der Artenvielfalt kommen solche Überlegungen momentan für uns nicht in Frage.“

Merck ist sich aber auch sicher: Wer verantwortungsvoll mit der Genschere umgeht, kann damit viel Positives bewirken. Und so entsteht aktuell eine große Auswahl an Genscheren, die in der Forschung und Wirtschaft standardmäßig zum Einsatz kommen sollen. Bis zu ihrem Einsatz wird es noch einige Zeit dauern, doch zahlreiche Anwendungsgebiete gibt es schon heute. Ein Beispiel liefert die Grundlagen- und Pharmaforschung: Dort tauschen Wissenschaftler Gene aus und lernen so, welche Funktionen sie im Organismus haben und wie Erkrankungen entstehen.

Willst du als Naturwissenschaftler Verantwortung übernehmen?

Wenn auch du die Zukunft der Gentherapie verantwortungsvoll mitgestalten möchtest, bist du bei Merck genau richtig. Vielleicht hast du ja schon erste Erfahrungen als Praktikant oder in ähnlicher Position gesammelt. Bei Merck erwarten dich spannende Aufgaben und hervorragende berufliche Perspektiven. Alle aktuell ausgeschriebenen Stellen findest du auf der Karriereseite von Merck.

Steckbrief: Thomas Herget


Aktuelle Position: Head Innovation Hub Sillicon Valley, Strategy & Transformation
Bei Merck seit: 2004
Mein Werdegang: Biologie-Studium in Konstanz und Köln (Promotion), Post-Doc-Aufenthalte in Philadelphia und London, Habilitation (Medizin) in Mainz, R&D Direktor des start-up AXXIMA in München, dann Merck
Meine aktuelle Aufgabe: Nachdem ich viele Jahre im Life-Science-Bereich als Leiter von großen, globalen R&D-Einheiten neue Technologien für die Entwicklung innovativer Produkte oder Dienstleistungen evaluiert habe, bin ich nun für drei Jahre im Silicon Valley als sogenannter Ex-Pat tätig. Wir wollen die Innovationskraft hier nutzen, um unter anderem technologische Lücken der Geschäfte durch Partnerschaften zu füllen und neue Trends zu analysieren, die für Merck von Interesse sein können. Wir schließen dazu Verträge mit Universitäten wie Stanford, Berkeley, UCSD und mit Start-Ups ab. Diese für mich wirklich interessante und aufregende Aufgabe soll den Ruf von Merck als Wissenschafts- und Technologie-Unternehmen weiter festigen.
Was ich besonders an meinem Job schätze: Bevor ich zu Merck kam, wechselte ich meinen Job alle vier bis sechs Jahre, da ich stets neue Herausforderungen suchte. Bei Merck wechsle ich nun alle zwei bis drei Jahre in eine neue Position, so dass Abwechslung garantiert ist. Ich lerne stetig dazu und kann meine Erfahrungen in der nächsten Position erfolgreich einbringen.
Wenn ich nicht arbeite, dann ... treibe ich Sport zum Ausgleich und um fit zu bleiben.
Mein Top-Tipp für Bewerber: Heute werden eher Generalisten als Spezialisten gesucht, um verschiedene Disziplinen zu verknüpfen. So werden die Übergänge bei Merck zwischen den Geschäften Performance Materials, Life Science und Healthcare immer fließender. Mein Tipp lautet daher, sich Vorlesungen in verschiedenen Bereichen anzuhören und dieses durch Prüfungen zu belegen.

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