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Rechts-Referendariat: Meine Wahlstation im Big Apple

Christian Focken 28.09.2017
Katharina Seidler, bis August 2017 Rechtsreferendarin am Hanseatischen Oberlandesgericht, berichtet in careerloft über ihre Wahlstation beim careerloft-Partner Hogan Lovells in New York.
Skyline von New York mit Abendhimmel und beleuchteten Hochhäusern
New York: Wahlstation im Referendariat von Katharina Seidler.

Mir war schon zu Beginn des Referendariats klar, dass ich gern meine Wahlstation im Ausland verbringen wollte. Hiervon erhoffte ich mir nicht zuletzt Motivation während der nicht ganz so schönen Examensvorbereitungszeit und Ablenkung während der Phase nach den Klausuren. Vor allem aber wollte ich diese Zeit nutzen, um noch einmal länger im Ausland zu leben, dort juristisch zu arbeiten und mein Legal English zu verbessern.

Hogan-Lovells-Mitarbeiterin Katharina Seidler steht im Flur im New Yorker Büro von Hogan Lovells
Katharina Seidler im New Yorker Büro von Hogan Lovells.

Nachdem ich bereits meine Anwaltsstation im Hamburger Hogan Lovells Büro absolviert hatte, bekam ich die Möglichkeit, auch die Wahlstation bei Hogan Lovells zu verbringen – im New Yorker Büro. Das Büro ist – nach Washington D.C. – mit über 220 Anwälten das zweitgrößte Büro der Kanzlei in den USA. Es liegt in Midtown, in den obersten Etagen eines 30-geschössigen Gebäudes.

Fun Fact: Im Empfangsbereich des Büros wurden Szenen für die Serie „Sex and the City“ gedreht.

Innerhalb der Kanzlei entschied ich mich, wie auch in Hamburg die Abteilung Intellectual Property Law zu unterstützen. Am ersten Tag wurde ich sehr nett empfangen und bekam mein eigenes Büro mit toller Aussicht auf die umliegenden Wolkenkratzer. Während des Aufenthalts waren mir sowohl eine Associate Mentorin als auch eine Partner Mentorin zugeteilt, an die ich mich stets mit Fragen wenden konnte. Meine Aufgaben vor Ort erhielt ich jedoch von dem ganzen Team. Zudem arbeitete ich an Pro-Bono-Fällen mit oder übernahm auch gelegentlich Übersetzungen vom Deutschen ins Englische.

Wöchentlich fanden in der Mittagszeit Veranstaltungen statt, bei denen es um neue Fälle oder Entwicklungen in der Abteilung ging. Am Donnerstag gab es den sogenannten Soup Day und am Freitagabend trafen sich viele Mitarbeiter im schön gestalteten Aufenthaltsraum mit toller Aussicht auf ein Glas Wein und Snacks. Auf diese Weise lernte ich innerhalb kürzester Zeit viele Anwälte der Kanzlei kennen. Auch machte mich meine Mentorin darauf aufmerksam, dass eine andere amerikanische Kanzlei jeden Freitag ein Frühstück für alle Referendare in New York veranstaltet. Dort referieren Anwälte der Kanzlei über das amerikanische Rechtssystem und man hat die Gelegenheit, Gleichgesinnte für gemeinsame Unternehmungen nach Feierabend oder am Wochenende kennenzulernen.

New York selbst ist eine absolut faszinierende Stadt. Es gab während der gesamten Wahlstation kaum einen Tag, an dem ich keine Pläne hatte. Mein Appartement befand sich direkt in Midtown, sodass ich vieles zu Fuß oder mit nur einer kurzen Metrofahrt erreichen konnte. Auch war der Central Park mit seinen tollen Laufstrecken nur ein paar Blocks entfernt.  Da ich im Sommer in New York war, konnte ich Open-Air-Konzerte besuchen, an kostenlosen Yogakursen im Bryant Park teilnehmen und viele der unzähligen Rooftopbars testen. Aber selbst an Regentagen hat New York mit seinen tollen Museen, unglaublich guten Restaurants und Broadway Musicals einiges zu bieten.

Ich kann jedem Referendar nur empfehlen, die Wahlstation für einen Auslandsaufenthalt zu nutzen. Für mich war die Zeit in New York unbeschreiblich schön und ich bin sicher, dass ich auch in vielen Jahren gern noch daran zurückdenke.