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„Es wartet ein toller Beruf!“

Patentrecht bei Hogan Lovells – Miriam Gundt und Dr. Stephan Dorn im Interview

Am 12. Dezember 2016 kannst du beim Loft-Event in Berlin alles zum Thema Patentrecht bei Hogan Lovells erfahren! Miriam Gundt, Partnerin, und Dr. Stephan Dorn, Associate, beide im Bereich Patent Litigation tätig, haben uns vorab verraten, was den Rechtsbereich ausmacht, welche Rolle der Brexit im Patentrecht spielt und was euch beim Loft-Event erwartet.

Weshalb haben Sie sich damals für Hogan Lovells entschieden?

Miriam Gundt, Hogan Lovells
Miriam Gundt, Partnerin bei Hogan Lovells

Miriam Gundt: Abgesehen von den „offensichtlichen“ Kriterien, zum Beispiel juristisch und thematisch spannende Fälle oder internationale Bezüge, hat mich vor allem die Atmosphäre im Vorstellungsgespräch überzeugt. Erstens haben sehr viele Teammitglieder mit mir gesprochen, sodass man bereits von vielen Kollegen einen Eindruck gewinnen konnte. Und noch wichtiger: Jeder hat mir sehr begeistert von seiner Arbeit erzählt, worum es in aktuellen Fällen technisch geht und wo es juristische Knackpunkte gibt. Das hat mich sehr beeindruckt. Und dieser Eindruck hat sich auch nach dem Berufseinstieg bestätigt. Ich bin immer noch gern dabei!

Dr. Stephan Dorn: Ich habe während des Referendariats als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Hogan Lovells angefangen. Ich wurde von Beginn an in die spannenden Fragestellungen und Mandate einbezogen und die Arbeit hat mir viel Freude bereitet. Das hat mich bewogen, bei Hogan Lovells zu bleiben – für die Stationen im Referendariat und darüber hinaus. Nicht zuletzt die sehr gute Arbeitsatmosphäre begeistert mich auch heute noch.

Weshalb haben Sie sich dafür entschieden, im Bereich Patentrecht tätig zu werden? Was reizt Sie an diesem Rechtsgebiet besonders?

Miriam Gundt: Das war eher Zufall. Als Referendarin war ich eher im Bereich Markenrecht/Wettbewerbsrecht tätig. Bei Hogan Lovells hat man damals aber vor allem Unterstützung für den Bereich Patentrecht gesucht. Nachdem mir viele Leute so begeistert geschildert hatten, was Patentrecht alles umfasst, wollte ich das ausprobieren. Ich habe dann festgestellt, dass es wirklich ein faszinierendes Rechtsgebiet ist, das Jura und Technik verbindet.

Mittlerweile bin ich vorwiegend im Pharma- und Life-Sciences-Bereich tätig, was mich inhaltlich sehr interessiert – eine Zeit lang wollte ich eher Ärztin als Anwältin werden. Es macht einfach viel Spaß, sich immer wieder in neue technische Bereiche einzuarbeiten. Und ich bin wirklich von Herzen gerne „Litigatorin“. Rechtliche und technische Argumente im Streitverfahren anzuwenden und die Interessen der Mandanten auch strategisch durchzusetzen, ist herausfordernd.

Dr. Stephan Dorn: Ich hatte seit früher Jugend einen starken Bezug zu Technik und Naturwissenschaften. Über den Umweg eines angefangenen Studiums der Physik und Astronomie bin ich dann zu den Rechtswissenschaften gelangt. Da lag es nahe, auch einen technischen Einschlag zu suchen, den ich im Patentrecht gefunden habe.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag bei Hogan Lovells aus?

Miriam Gundt: Erzähle ich den Event-Teilnehmern gern persönlich! Insgesamt ist es eine Mischung aus technischer Arbeit, juristischer Arbeit und Teamführungsarbeit.

Dr. Stephan Dorn: Das Schöne ist, dass es einen „Alltag“ eigentlich gar nicht gibt. Sicher beginnen und enden die Arbeitstage zu ähnlichen Zeiten. Inhaltlich sind Wiederholungen aber eher selten und jedes Mandat hat seine spezifischen Fragestellungen, die so schnell keinen Alltag aufkommen lassen.

Inwiefern beeinflusst das Übereinkommen zum Einheitlichen Patentgericht (UPC) aktuell Ihre Arbeit?

Miriam Gundt: Ganz aktuell nicht mehr sehr. Wir beschäftigen uns vor allem mit der „Brexit-Thematik“, sprich: Ist es nach dem Brexit noch wahrscheinlich, dass das System kommt? Und wenn ja, mit oder ohne UK? Wir haben uns als Kanzlei/Patent-Litigation-Team sehr intensiv mit dem UPC beschäftigt und unter anderem gemeinsam mit anderen Autoren einen Kommentar verfasst, der demnächst in der „grauen Reihe“ im Beckverlag erscheinen wird.

Dr. Stephan Dorn: Ich habe als Autor und Koordinator an dem Kommentar zum Einheitspatent und einheitlichen Patentgericht mitgearbeitet. Die deutsche Fassung erscheint im Januar 2017 und wir befinden uns gerade in der Drucklegung. Ich habe also quasi täglich damit zu tun. Letzte Woche erst habe ich an der Universität Straßburg einen Vortrag zum Thema „Das Einheitspatent nach dem Brexit“ vor angehenden technischen Richtern des UPC gehalten. Wir arbeiten zudem intensiv an Lösungsvorschlägen und den rechtlichen Grundlagen für den Start des Systems mit England trotz Brexit. Das UPC kommt und wir bereiten uns darauf vor.

Welche weiteren Trends und Herausforderungen sehen Sie im Rechtsgebiet Gewerblicher Rechtsschutz?

Miriam Gundt: Für den Bereich „International Patent Litigation“ sind sicher aktuell der Brexit und seine Auswirkungen ein großes Thema. Ansonsten erwarten wir, dass die Streitigkeiten um sogenannte standardessenzielle Patente (SEP), die wir derzeit vor allem in der Telekommunikationsbranche sehen, sich auch auf andere Bereiche ausweiten werden, zum Beispiel Automotive.

Dr. Stephan Dorn, Hogan Lovells
Dr. Stephan Dorn, Associate bei Hogan Lovells

Dr. Stephan Dorn: In der Tat ist die Durchsetzung der SEP nach wie vor eines der Topthemen in vielen Verfahren, die wir an unserem Düsseldorfer Standort, häufig gemeinsam mit dem Team aus London und Brüssel, bearbeiten. Nach der vielbeachteten Entscheidung Huawei gegen ZTE des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) ist die Durchsetzung solcher SEP an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Zwar hat der EuGH diese Voraussetzungen als solche benannt, wie diese inhaltlich auszugestalten sind, ist aber nach wie vor offen. Gemeinsam mit den Mandanten und letztlich auch gemeinsam mit den Gerichten, denen wir verschiedene Ansätze zum Beispiel zur Berechnung angemessener Lizenzgebühren (sogenannte FRAND-Gebühren) zur Entscheidung vorlegen, entwickeln wir quasi neues Recht. Das ist ungeheuer spannend. Die zunehmende digitale Konvergenz und die Ausstattung verschiedenster Produkte mit Netzwerktechnologie, beispielsweise bei den Themen „Internet of Things“, Elektrifizierung des Individualverkehrs oder autonome Fahrzeuge, lässt eine Ausweitung dieser Streitigkeiten erwarten.

Am 12. Dezember dürfen sich careerloft-Mitglieder auf ein Loft-Event mit Ihnen freuen. Welche Themen oder Denkansätze aus dem Bereich des Patentrechts möchten Sie während des Tages behandeln?

Miriam Gundt: Einige Grundlagen, sodass auch Teilnehmer, die noch nicht mit dem Patentrecht vertraut sind, dem Workshop folgen können. Die careerloft-Stipendiaten erfahren, wie der Bereich bei Hogan Lovells ausgestaltet ist, bearbeiten einen praxisnahen Fall im Workshop und bekommen eine Einführung in „patentrechtliches Denken“ – wie gehe ich im Anwaltsalltag an einen Fall ran?

Dr. Stephan Dorn (lacht): Ich bringe 8000 Seiten ETSI-LTE-Standards mit und lasse die Teilnehmer herausfinden, wie ihre Smartphones eigentlich funktionieren.

Warum sollten sich careerloft-Mitglieder für das Loft-Event mit Hogan Lovells bewerben?

Miriam Gundt: Alle, die sich grundsätzlich für Patentrecht interessieren und/oder dafür offen sind, werden einen spannenden Nachmittag erleben und einen guten Eindruck davon gewinnen, wie der Arbeitsalltag bei uns abläuft. Die Teilnahme kann ein erster Schritt zum Berufseinstieg sein, beispielsweise in der Referendarstation!

Dr. Stephan Dorn: Es sollen auch die angesprochen werden, die bislang der Meinung sind, Patentrecht sei nichts für sie, weil das Thema zu technisch sei. Das gilt insbesondere auch für die Frauen, die nach meiner Erfahrung häufig zurückhaltender in Bezug auf Berufe mit technischem Einschlag sind. Es wäre schön, den Teilnehmerinnen zu zeigen, dass diese Zurückhaltung ungerechtfertigt ist.

Was möchten Sie angehenden Juristen mit auf den Weg geben?

Miriam Gundt: Studium, Referendariat und zwei Examen zu machen lohnt sich! Es wartet ein toller Beruf!

Dr. Stephan Dorn: Durchhalten.