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Eine schlagfertige Truppe: Die deutsche Praxisgruppe Arbeitsrecht bei Hogan Lovells stellt sich vor

Dr. Kerstin Neighbour ist Partnerin im Frankfurter Büro und seit dem 1. Juli 2014 Leiterin der deutschen Praxisgruppe Arbeitsrecht. Wir haben sie zu „ihrer“ Praxisgruppe und zum Thema Arbeitsrecht befragt.

Frau Dr. Neighbour, wie groß ist die deutsche Praxisgruppe Arbeitsrecht eigentlich?

Zurzeit sind wir 27 Kolleginnen und Kollegen, die an allen deutschen Standorten von Hogan Lovells tätig sind. Die Praxisgruppe besteht aus insgesamt sechs Partnern, einem Of Counsel, drei Counsel und 17 (Senior) Associates. Darüber hinaus wird das Team auch von wissenschaftlichen Mitarbeitern, Referendaren und Praktikanten verstärkt, die uns in sehr wertvoller Weise unterstützen. Ein tolles Team mit vielen verschiedenen Talenten! 

Massenentlassungen, Kündigungen und Abmahnungen – es sind vor allem solche Begriffe, bei denen viele Menschen an das Thema Arbeitsrecht denken. Beschäftigen sich die Anwälte der Praxisgruppe Arbeitsrecht in erster Linie damit, bei Kündigungen von Arbeitnehmern zu beraten?

Kerstin Neighbour, Hogan Lovells, stellt die Praxisgruppe Arbeitsrecht vor
Kerstin Neighbour, Partnerin bei Hogan Lovells

Unsere arbeitsrechtlichen Aufgabenstellungen bei Hogan Lovells befassen sich durchaus auch mit der Beendigung von Arbeitsverhältnissen, doch unser Beratungsspektrum ist weitaus vielseitiger. Welche arbeitsrechtlichen Folgen haben Restrukturierungen und Unternehmenskäufe? Welche Rolle spielen die Betriebsräte und Gewerkschaften und wie kann man ein bestimmtes wirtschaftliches Ziel trotz teilweise bestehender arbeitsrechtlicher Hindernisse am besten erreichen? Das sind die Fragen und Themen, bei denen wir unseren Mandanten Unterstützung bieten.

Darüber hinaus helfen wir, arbeitsrechtliche Fallstricke im Rahmen von Transaktionen zu vermeiden, wir analysieren Betriebsratsstrukturen und betriebliche Mitbestimmungsrechte und gestalten Vergütungsmodelle. Außerdem beraten wir Unternehmen und Führungskräfte bei der Gestaltung von Dienstverträgen und bei Compliance- und Datenschutzrechtsfragen. Auch vor Gericht vertreten wir unsere Mandanten in teils hochkomplexen und umfangreichen Verfahren. Und wenn es Probleme mit einzelnen Arbeitnehmern gibt, stehen wir unseren Mandanten natürlich auch zur Seite.

Auf welche Themen treffen Sie in der Praxis häufig?

Das Arbeitsrecht bietet immer viel Abwechslung. Neben den bereits angesprochenen Unternehmensreorganisationen gibt es einen ganzen „Blumenstrauß“ an Themen, mit denen wir uns tagtäglich beschäftigen. Aktuelle Themen sind zum Beispiel Fragen rund um die Zulässigkeit von Leiharbeitsverhältnissen. Wir haben außerdem in letzter Zeit mehrfach bei der Umwandlung von Gesellschaften in die Rechtsform einer Societas Europaea („SE“) und zu grenzüberschreitenden Verschmelzungen beraten. Das war zum Teil echte Pionierarbeit, die vorher noch kaum eine Kanzlei gemacht hatte und auf die wir auch deshalb sehr stolz sind.

Unsere Arbeit für internationale Mandanten ist für mich persönlich immer wieder besonders interessant. Wie Sie sich vorstellen können, beraten wir nicht nur deutsche Arbeitgeber, sondern auch international tätige Konzerne, die sich auf dem deutschen Markt und in den Irrungen und Wirrungen des deutschen Arbeitsrechts erst einmal zu Recht finden müssen.

Das Spannende daran ist, dass wir dabei auf ganz unterschiedliche Kulturen und Ansichten treffen. So ist es einem Mandanten aus den USA häufig nur schwer zu erklären, dass er einen Mitarbeiter, den er als „low performer“ – also als unterdurchschnittlich arbeitenden Mitarbeiter – wahrnimmt, deswegen noch lange nicht von heute auf morgen entlassen kann. Auch dass in Deutschland Betriebsräte bei vielen wichtigen Entscheidungen auf Betriebs- und Unternehmensebene mitzubestimmen haben und unter Umständen sogar Maßnahmen des Arbeitgebers blockieren können, ist nicht immer leicht zu vermitteln. In diesen Situationen ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Was ist der besondere Reiz daran, Arbeitsrecht in einer Großkanzlei zu betreiben?

Arbeitsrecht ist immer spannend! Sie können und dürfen sich nicht nur darauf beschränken, Rechtsfragen zu klären, sondern müssen gleichzeitig auch Wirtschaftsberater, Impulsgeber und manchmal auch schlicht „Kummerkasten“ für Ihre Mandanten sein. In bestem Sinne würde man vermutlich von „Projektmanagement-Skills“ sprechen.

In einer großen Wirtschaftskanzlei wie Hogan Lovells haben wir die Chance, gestaltend und unmittelbar an der strategischen Entwicklung unserer Mandanten teilzuhaben. Die Herausforderung, ein komplexes Projekt mit den Mandanten von der ersten „Brainstorming-Session“ bis zur tatsächlichen Umsetzung zu begleiten, reizt mich sehr.

Schließlich wäre da noch die Besonderheit, dass wir mit unseren Kollegen in aller Welt zusammenarbeiten und zum Beispiel paneuropäische Projekte begleiten dürfen. Hogan Lovells hat ein hervorragendes internationales Netzwerk von Arbeitsrechtsanwälten. Das sind nicht nur erstklassige Anwälte, sondern auch noch richtig nette Menschen. Diese Mischung macht es für mich persönlich aus.

Sie beraten große Unternehmen und internationale Mandaten. Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

Zu unseren deutschen Mandanten gehören DAX-Unternehmen ebenso wie Unternehmen aus dem leistungsstarken Mittelstand. Unter anderem beraten wir – teilweise schon seit vielen Jahren –Allianz, Amazon, AXA, Basler Versicherungen, Drägerwerk, ExxonMobil, Honeywell, HypoRealEstate etc.

Last but not least: Haben Sie sich anlässlich der Fußball-WM auch zu der Frage geäußert, ob Mitarbeiter ein „Recht auf Fußballgucken während der Arbeit“ haben?

Nein, dafür hatte ich keine Zeit, weil ich ja alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft gucken musste. ;)

Vielen Dank für das Interview, Frau Dr. Neighbour!