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Bewerbertraining mit Hogan Lovells: So gehst du im Bewerbungsprozess nicht unter

Bei 3.500. Bewerbungen, die jährlich bei Hogan Lovells eingehen und einzeln geprüft werden, ist klar, dass nicht alle Kandidaten eingeladen und eingestellt werden können. Rechtsanwalt Dr. Mark Lorenz sowie Nina Schweneke und Kristina Bock aus dem Personalbereich der international agierenden Großkanzlei gaben bei unserem Bewerbertraining am 9. Mai 2014 im Berliner Loft zehn ausgewählten careerloft-Fördermitgliedern einen Einblick in den Bewerbungsprozess bei Hogan Lovells und demonstrierten live in Gesprächssimulationen, was von den Bewerbern erwartet wird. Mit diesem wertvollen Insider-Wissen geht Ihr im Bewerbungsprozess nicht unter!

Unsere zwei Loftikantinnen, Annika und Sarah, haben nach dem Event mit Teilnehmer Maximilian Roth gesprochen: 

Dr. Mark Lorenz, Kristina Bock und Nina Schweneke von Hogan Lovells
Dr. Mark Lorenz, Kristina Bock und Nina Schweneke von Hogan Lovells

Maximilian, oftmals haben sich Studenten schon mit dem Thema Bewerbungen auseinandergesetzt. Aus Sicht eines angehenden Juristen – welchen Mehrwert konnten dir Dr. Mark Lorenz, Nina Schweneke und Kristina Bock von Hogan Lovells beim Bewerbertraining in Berlin bieten?

Die Präsentation einer Bewerbung im juristischen Bereich sollte stark auf Übersichtlichkeit und Struktur ausgerichtet sein. Das Team von Hogan Lovells hat klargemacht, dass es im Lebenslauf und Anschreiben auf den Inhalt ankommt, und diesen sollte man so kompakt und klar verständlich wie nur möglich präsentieren. Seine Kreativität sollte man lieber an anderer Stelle ausleben, will man nicht riskieren, dass bei der Flut von Bewerbungen ein vielleicht entscheidendes Detail des Lebenslaufs übersehen wird.

Hogan Lovells Bewerbungstraining
Diskussionsrunde beim Bewerbungstraining mit careerloft und Hogan Lovells

Du hast dich außerdem für die Simulation des Bewerbungsgesprächs freiwillig gemeldet. Wie kam das Feedback bei dir an und was könnte auch für andere Bewerber wichtig sein?

Das Feedback war sehr konstruktiv und motivierend. Es hat mich darin bestärkt, an Vorstellungsgespräche nicht zu „verklemmt“ heranzugehen. Natürlich gibt es bei Großkanzleien – wie bei den meisten Arbeitgebern – zunächst einige harte Kriterien für eine Anstellung. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass, wenn sich mehrere qualifizierte Kandidaten auf eine Stelle bewerben, derjenige einen klaren Vorteil hat, dem der Interviewer während der Arbeit auch gerne über den Weg laufen würde. Während meines Praktikums bei Hogan Lovells habe ich die Erfahrung gemacht, dass dort ein sehr herzlicher und ehrlicher Umgangston herrscht und auch Wert darauf gelegt wird, dass der Nachwuchs in dieses Umfeld passt. Versucht also nicht, euch beim Bewerbungsgespräch zu verstellen, um besonders formell und juristisch kühl rüberzukommen.

In der Simulation wurden deine Englischkenntnisse nicht explizit getestet, was aber laut Nina Schweneke im echten Interview durchaus vorkommen kann. Was ist dein Fazit diesbezüglich?

Insbesondere Englisch wird bei der Arbeit wie Lesen und Schreiben vorausgesetzt und auch nicht mehr als Fremdsprache in dem Sinne angesehen. Sprachzertifikate sind eine gute Möglichkeit, um dem potenziellen Arbeitgeber einen verlässlichen Überblick über die eigenen Sprachkenntnisse zu geben, was besonders bei einer fachspezifischen Fremdsprachenausbildung interessant ist und einem gegenüber den Mitbewerbern immense Vorteile verschaffen kann. Mehr als Sprachzertifikate sagt jedoch ein längerer Aufenthalt in einem englischsprachigen Land aus. Solltet ihr die Möglichkeit hierzu haben: Macht es! Die Zeit ist auf keinen Fall verloren und öffnet neue Türen bei Arbeitgebern.

Teilnehmerinnen des Hogan Lovells Bewerbertrainings
Teilnehmerinnen bei Bewerbertraining mit Hogan Lovells

Dr. Mark Lorenz hat in seinem Beitrag zum Thema „Life & Work“ zwischen dem Beruf des Richters und Anwalts unterschieden. Zudem sollten sich angehende Anwälte, die in einer Großkanzlei wie Hogan Lovells tätig sein wollen, frühzeitig Gedanken machen, ob sie sich in der laufenden Beratung oder vorzugsweise im stark international ausgerichteten Transaktionsbereich sehen würden. Wie würdest du diese Bereiche aus Deiner Sicht charakterisieren und was spricht Dich persönlich am meisten an?

Das ist eine Frage, die man sich im Zusammenhang mit der restlichen Lebensplanung stellen sollte, insbesondere was Familie angeht. Für beide Seiten sprechen klare Argumente. Mich persönlich reizt die internationale Beratung, das damit verbundene Reisen und auch einmal länger an der perfekten Strategie für eine wichtige Verhandlung am nächsten Tag zu tüfteln. Für einen vertieften Einblick in die beiden genannten Bereiche, die laufende Beratung oder den Transaktionsbereich, fehlt mir leider noch die persönliche Erfahrung. Ich halte das Referendariat für eine gute Gelegenheit, dies zu ändern.

Was würdest du Bewerbern bei Hogan Lovells mit deinem neuen Insider-Wissen mit auf den Weg geben?

Verstellt euch nicht! Traut euch, eure Fragen und Wünsche zu äußern und lasst euch von der hohen Anzahl an Mitbewerbern nicht abschrecken. Die Arbeit in einer Großkanzlei hat neben den vielen offensichtlichen Vorteilen, wie der Bezahlung und den interessanten Mandaten, sicherlich auch den ein oder anderen Nachteil, den man abwägen muss. Ein Praktikum oder ein Referendariat helfen, eine Entscheidungsgrundlage abseits der gängigen Vorurteile zu schaffen.

Herzlichen Dank, Maximilian, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast.