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Berufseinstieg in das „Geheimtipp-Rechtsgebiet“ Real Estate

Die Hogan-Lovells-Rechtsanwälte Sabrina Handke und Dr. Tobias Strohmeier im Interview

Christian Focken 31.03.2017
Einen Kaufvertrag über 25 Millionen Euro unterschreiben – Sabrina Handke weiß, wie sich das anfühlt. Am 5. Mai 2017 stellen sie und ihr Kollege Dr. Tobias Strohmeier ihr spannendes Rechtsgebiet M&A/Real Estate auf einem Loft-Event in Berlin vor. Im Interview sprechen die beiden Senior Associates vorab über die Highlights und den Alltag bei ihrem Arbeitgeber und careerloft-Partnerunternehmen Hogan Lovells.

Frau Handke und Herr Strohmeier, bitte stellen Sie sich den careerloft-Mitgliedern kurz vor.

Porträtfoto von Rechtsanwältin und Senior Associate Sabrina Handke von Hogan Lovells
Senior Associate Sabrina Handke

Sabrina Handke: Ich bin 31 Jahre alt, habe Jura mit wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzausbildung in Bayreuth studiert und mein Referendariat sowie das 2. Staatsexamen am OLG München absolviert. Meine Laufbahn begann 2009 bei Hogan Lovells als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Praxisgruppe Real Estate in München. Dort habe ich auch während meines Referendariats gearbeitet. Meine Wahlstation führte mich ins Büro von Hogan Lovells in Washington D.C. Seit 2012 bin ich im Bereich Real Estate in München tätig, zuerst als Associate und seit 1. März 2015 als Senior Associate. Meine Hobbys sind vor allem Reisen, Skilaufen und Kochen bzw. Essen gehen. Am liebsten mache ich Fernreisen an exotische Orte auf der ganzen Welt.

Dr. Tobias Strohmeier: Ich bin 33 Jahre alt und habe in Bonn studiert und in Köln promoviert. Meine Karriere bei Hogan Lovells habe ich zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter promotionsbegleitend im Frankfurter Büro von Hogan Lovells begonnen. Auch während des Referendariats und insbesondere in der Anwaltsstation war unser Frankfurter Büro und das Equity Capital Markets Team meine Anlaufstelle. Zur Wahlstation ging es dann in das Londoner Büro von Hogan Lovells. Im Mai 2013 fing ich als Associate bei Hogan Lovells in Düsseldorf an, seit September 2016 arbeite ich als Senior Associate. Zudem organisiere ich unsere montägliche Kanzlei-Fußballrunde, bei der wir uns auf den jährlichen HL Cup vorbereiten. Als Niederrheinländer ist Borussia Mönchengladbach mein Team. Zu meinen Hobbys zählen zudem Reisen in das südliche Afrika und nach Latein- bzw. Südamerika. Gerne gehe ich auch auf Konzerte – hier wird es meist Rock und Blues, aber gerne auch Tango oder Flamenco.

Welcher Fall hat Sie bisher am meisten gefordert?

Sabrina Handke: Jeder Fall ist anders und daher auf unterschiedliche Art und Weise herausfordernd oder auch nervenaufreibend. Dies kann in fachlicher Hinsicht sein, wegen des Transaktionsvolumens oder auch aufgrund menschlicher Aspekte. In Erinnerung bleiben natürlich populäre Transaktionen mit einem großen Volumen wie Alfutura. Dabei ging es um die Veräußerung hessischer Verwaltungsimmobilien im Auftrag der FMS Wertmanagement im Wert von über 1 Mrd. Euro. Aber auch der Verkauf eines Bürogebäudes in München für knapp 25 Mio. Euro im Jahr 2015 war für mich sehr spannend, weil dies der erste Kaufvertrag war, den ich selbst mit meinem Namen in Vertretung des Mandanten unterzeichnet habe.

Porträtfoto von Rechtsanwalt und Senior Associate Dr. Tobias Strohmeier von Hogan Lovells
Senior Associate Dr. Tobias Strohmeier

Dr. Tobias Strohmeier: Eine besonders spannende Transaktion war der Verkauf des Hyatt Regency Hotels im Düsseldorfer Medienhafen, da ich quasi selbst unweit von dem Hotel wohne und es gut kenne. Hier waren wir von der Vorbereitung des Bieterverfahrens bis zur vollständigen Abwicklung des Kaufvertrages eingebunden und haben besonders eng mit den Praxisgruppen Tax und Corporate zusammengearbeitet. Selbst konnte ich bei allen Bietergesprächen mit Interessenten aus der ganzen Welt dabei sein und konnte direkt verschiedene Verträge in diesem Zusammenhang aushandeln. Ansonsten arbeite ich sehr gerne an grenzüberschreitenden Sachverhalten, bei denen wir gerne mit unseren Luxemburger Kollegen zusammenarbeiten.

Jenseits solcher Highlights – wie sieht Ihr Alltag bei Hogan Lovells aus?

Sabrina Handke: Der Arbeits-„Alltag“ ist sehr abwechslungsreich und es gibt keine zwei Tage, die identisch sind. Je „seniorer“ man als Mitarbeiter ist, desto vielseitiger wird die Tätigkeit. Es gibt Tage, da fahre ich morgens zum Flughafen und fliege zu Verhandlungen, Messen oder Marketingveranstaltungen in Berlin, Frankfurt, Freiburg, Basel, Madrid oder London. Es gibt aber auch Tage, an denen ich im Büro sitze und überwiegend telefoniere, z.B. bei der Endabstimmung einer Transaktion, bei der es immer sehr lebhaft wird. Und dann sind da auch die Tage, an denen ich eigentlich überwiegend Dokumente prüfe, Verträge überarbeite etc. – außer donnerstags, da gibt es am Nachmittag immer eine Kuchenrunde in der Real-Estate-Gruppe; die lasse ich nie ausfallen.

Dr. Tobias Strohmeier: Reisen zu Mandanten und Immobilien sind auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil unseres Jobs. Letztlich machen auch die Beurkundungen am meisten Spaß, wo der Mandant sich auf einen verlässt und man in der Beurkundung noch verhandelt – wenngleich idealerweise dann bereits alles verhandelt ist. Da wir stets für unsere Mandanten erreichbar sind, besteht ein großer Teil des Tages aus direkter Beratung am Telefon oder internen Besprechungen. Und letztlich liefern wir natürlich die Dokumente, die letztlich alle Parteien im Immobiliengeschäft verbinden: Kaufverträge, Mietverträge, Generalunternehmerverträge, Projektentwicklerverträge usw. Geprägt ist der Alltag abseits der juristischen Arbeit aber von einem großen Real Estate Team an unserem Standort mit 10 Anwälten und einer Reihe von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Referendaren. Hier gibt man sich gegenseitig Tipps, arbeitet zusammen an großen Projekten oder schmückt ein Büro für eine Heimkehrerin nach der Babypause.

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sind für eine Arbeit im Rechtsgebiet M&A/Real Estate besonders wichtig?

Sabrina Handke: Künftige Kollegen sollten über hervorragende juristische Fähigkeiten verfügen, teamfähig sein und Verhandlungsgeschick sowie Durchhaltevermögen und Ehrgeiz besitzen.

Dr. Tobias Strohmeier: Zudem sollten sie kaufmännisches und unternehmerisches Verständnis sowie Kreativität mitbringen.

Warum sollten sich angehende Juristen für das Loft-Event bewerben? Was erwartet sie in Berlin?

Sabrina Handke: Das Loft-Event bietet angehenden Juristen die Möglichkeit, Hogan Lovells und den Bereich Real Estate im Besonderen als möglichen Arbeitgeber kennen zu lernen. Sie können hier in einer exklusiven und persönlichen Runde Fragen stellen und sich über die Möglichkeiten für Berufseinsteiger informieren.

Dr. Tobias Strohmeier: Die Bewerber erhalten Infos direkt aus der Praxis zu einem  Geheimtipp-Rechtsgebiet, in dem sie ihr Examenswissen gleich nutzen können. Die Teilnehmer bekommen zudem einen Einblick in einen stark wachsenden Beratungsmarkt bei einem der besten Real Estate Teams in Deutschland.

Worauf freuen Sie sich persönlich beim Loft-Event?

Sabrina Handke: Ich freue mich darauf, interessierte zukünftige Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen, auf den Austausch zu aktuellen Themen sowie darauf, Einblicke in eine Tätigkeit zu ermöglichen, die mir jeden Tag auf Neue sehr viel Spaß macht.

Dr. Tobias Strohmeier: Ich freue mich auf interessante junge Leute, die neugierig sind und interessante Fragen mitbringen.

Abschließende Frage: Was macht Hogan Lovells zu einem attraktiven Arbeitgeber, insbesondere in Bezug auf das Rechtsgebiet M&A/Real Estate?

Sabrina Handke (antwortet stellvertretend für beide): Hogan Lovells bietet ein hervorragendes Betriebsklima mit sehr flachen Hierarchien und einen sehr offenen Umgang miteinander. Kollegialität wird groß geschrieben und hieraus entstehen auch außerhalb der Arbeit viele Freundschaften. Der Bereich Real Estate ist faszinierend, da man mit realen Objekten arbeitet, die man sehen und „anfassen“ kann. Außerdem ist der Einsatzbereich rechtlich sehr vielfältig. Dazu gehören zum Beispiel Mietrecht, Sachenrecht oder Auftragsrecht. In meiner Spezialisierung „Hotel“ kommt noch hinzu, dass das Marktumfeld sehr begrenzt ist und man daher immer wieder mit den gleichen Leuten in Kontakt kommt, wodurch man eine intensive Branchenkenntnis und ein tolles Netzwerk aufbauen kann.