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„Bei Hogan Lovells fehlt es mir an nichts”

Hogan Lovells-Referendar Hizir Aydogdu im Interview

Sarah Grewing 20.07.2017
Hizir Aydogdu ist Referendar in der Wahlstation am Düsseldorfer Standort von Hogan Lovells und unterstützt dort die Praxisgruppe Real Estate. Davor hat er ebenfalls seine Anwaltsstation im Real Estate Team absolviert.
Foto von Hogan Lovells Referendar Hizir Aydogdu
Hizir Aydogdu

Im Interview erzählt er uns, wie es mit seiner Bewerbung bei Hogan Lovells geklappt hat und welche Freude ihm sein Arbeitsalltag in der Großkanzlei bereitet. Darüber hinaus hat er einige wertvolle Tipps für angehende Juristen.

Herr Aydogdu, bitte stellen Sie sich den careerloft-Mitgliedern kurz vor.

Mein Name ist Hizir Aydogdu, ich bin 28 Jahre alt und habe Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studiert. Das Referendariat habe ich am Landgericht Köln begonnen. Geboren und aufgewachsen bin ich in Duisburg. Wegen des Studiums bin ich dann nach Bonn gezogen, da das Pendeln auf Dauer zu anstrengend wurde. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport (Fußball, Joggen und Fitness), um einen Ausgleich zum Job zu schaffen. Nach einem langen „Arbeits- oder Lerntag“ ist zwar der Geist stark beansprucht, der Körper allerdings nicht.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie Ihre Anwaltsstation bei Hogan Lovells absolviert haben?

Kurz nachdem ich mit dem Referendariat begann (Mitte 2015), bin ich im Internet auf ein interessantes Event von Hogan Lovells gestoßen: Die Kanzlei lud alle Interessierten zu der Veranstaltung „Hogan Lovells in Flammen“ ein. Vornehmlich ging es darum, die Kanzlei besser kennenzulernen und die Möglichkeit zu bekommen, sich mit erfahrenen Juristen über die Einstiegsmöglichkeiten bei Hogan Lovells auszutauschen. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass die Teilnahme an dieser Veranstaltung das Beste war, was mir passieren konnte, da ich neben unterhaltsamen Geschicklichkeitsspielen und Denksportaufgaben eine Menge Informationen und auch Hilfestellungen bekam, an die ich sonst wohl nicht gekommen wäre.

Im Rahmen dieser Veranstaltung kam ich auch mit einer Partnerin aus dem Real Estate des Düsseldorfer Büros, Frau Reimann, ins Gespräch. Während des Gesprächs hatte ich den Eindruck, dass sie eine bodenständige und angenehme Rechtsanwältin ist, die mir zahlreiche hilfreiche Tipps gab. Noch am selben Abend fasste ich bereits den Entschluss, dass ich hier gerne meine Anwaltsstation absolvieren würde, obwohl bis dahin noch circa ein Jahr Zeit war. Ein paar Monate danach schickte ich an Hogan Lovells meine Bewerbung für die Anwaltsstation. Ich war überrascht als ich am nächsten Tag einen Anruf aus dem Recruitment bekam. Mir wurde mittgeteilt, dass sich Frau Reimann noch gut an mich erinnern könne und sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen wolle, welches noch in derselben Woche stattfinden sollte. Das Gespräch selbst war dann sehr angenehm, und so musste ich nicht lange überlegen, um verbindlich zuzusagen. 

Was hat Sie während Ihrer Anfangszeit besonders überrascht oder beeindruckt?

Nach der obligatorischen IT-Einführung wurden wir zu unseren jeweiligen Teams gebracht. Ich traf die Rechtsanwälte des Real Estate bereits an der Tür zur Etage, da sie gerade auf dem Weg zum Mittagessen waren. Mir wurde direkt zu Anfang das Du angeboten, was bei meinen bisherigen Stationen nicht der Fall war. Und als ich mein Büro betreten wollte, sah ich, dass bereits ein Schild mit meinem Namen an der Tür angebracht war. Alles in allem kann ich sagen, dass es an nichts gefehlt hat. Ich war wunschlos zufrieden. Und hatte ich trotzdem mal ein Anliegen, wurde mir sofort geholfen.

Was ist das Besondere daran, in einer Großkanzlei zu arbeiten?

In einer Großkanzlei, in der man für große Wirtschaftsunternehmen arbeitet, werden auch den Referendaren wichtige Aufgaben gegeben. Hierbei muss man seine Stärken und Ideen überzeugend einbringen. Demzufolge kann man sich entfalten, seinen Horizont erweitern und einen erfüllenden Arbeitsalltag erleben. Auch wenn man „nur“ Teil einer Praxisgruppe ist, so sind die Aufgaben- und Einsatzbereiche dennoch abwechslungsreich. Zudem ist es üblich, dass die Praxisgruppen untereinander zusammenarbeiten, da bei einigen Mandaten Spezialwissen sich überlappender Aufgabengebiete benötigt wird. Ferner werden in regelmäßigen Intervallen Inhouse Fachvorträge angeboten, die man sich nicht entgehen lassen sollte, da man auch hier viel über die Aufgabengebiete der anderen Praxisgruppen lernen kann.

Warum haben Sie sich anschließend entschieden, auch Ihre Wahlstation bei Hogan Lovells im Real Estate Team zu absolvieren?

Bereits nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass ich mich bei Hogan Lovells sehr wohl fühle und sich meine Befürchtungen sowie Gerüchte, die ich teilweise von Kommilitonen mitbekommen habe (Bürozimmer im Keller ohne Fenster und Ähnliches) nicht bestätigt haben. Hier kann ich nur jedem raten, sich ein eigenes zu Bild machen und nicht auf andere zu hören. Das Umfeld bei Hogan Lovells ist familiär und es finden in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen statt, bei denen man sich auch mit den anderen Mitarbeitern der Kanzlei austauschen kann.

Der juristische Vorbereitungsdienst ist darauf angelegt, dass man innerhalb von zwei Jahren so viele Stationen wie möglich kennenlernt, damit man sich für einen Berufszweig entscheiden kann. Ich fand es persönlich aber schade, dass man bereits nach kurzer Zeit der Eingewöhnung (in der Regel drei bis fünf Monate) wieder seine Segel streichen musste. Da mir die Anwaltsstation gefiel, wollte ich meine bisherigen Erfahrungen, Erlebnisse und Kenntnisse vertiefen, sodass ich noch in der Anwaltsstation das Gespräch mit Frau Reimann gesucht habe, um zu fragen, ob ich auch meine Wahlstation hier ausüben darf.

Welche Aufgaben haben Sie in der Praxisgruppe Real Estate? Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?

Die Aufgaben bekommt man von seinem Mentor, der einem am ersten Tag zugeteilt wird. Es ist aber auch üblich, dass andere Rechtsanwälte Aufgaben delegieren. Als Referendar bekommt man in der Regel ein streitiges Rechtsproblem, das man dezidiert recherchieren und aufbereiten muss. Hinzu kommen auch die Erstellung von Entwürfen hinsichtlich eines bevorstehenden Klageverfahrens oder der Entwurf eines Mandantenanschreibens. Referendare werden in die tägliche Arbeit des Rechtsanwalts eingebunden. So kommt es auch vor, dass man zu einer Beurkundung oder einem Auswärtstermin mitgenommen wird, wenn ein Projektentwickler seine Immobilien verkauft. Hierbei kommt man dann natürlich auch in Kontakt zu Notaren und lernt deren Aufgabenbereiche kennen.

Was bereitet Ihnen an Ihrer Arbeit besondere Freude?

Die Recherche von Rechtsproblemen steigert mit der Zeit auch das eigene Leistungsniveau und man lernt jeden Tag etwas Neues dazu. Es ist ausgeschlossen, dass man das Gefühl bekommt, man hätte ausgelernt.

Was ist Ihr Lieblingsort im Hogan Lovells Büro Düsseldorf?

Der Boardroom, ein Konferenzraum in der 21. Etage des Sky Office mit seinem Blick auf den Rhein und ganz Düsseldorf ist einfach fantastisch und unschlagbar.

Wo und womit stärken Sie sich am liebsten während der Mittagpause?

Wir gehen mit dem gesamten Team in der Kantine (Erdgeschoss im Sky Office) zu Tisch. Das Essen schmeckt gut und soweit es das Wetter zulässt, gehen wir noch am Rhein spazieren.

Welchen Freizeitaktivitäten gehen Sie in Düsseldorf nach?

Hin und wieder gehen wir mit den anderen Trainee-Kollegen etwas in der Ratinger Straße trinken. Ein absolutes Highlight ist auch die Düsseldorfer Rheinkirmes, die mit einem atemberaubenden Feuerwerk abschließt.

Warum würden Sie Studenten empfehlen, ihre Anwaltsstation bei Hogan Lovells in Düsseldorf zu absolvieren?

Die Erfahrungen, die man als Referendar in einer Großkanzlei sammelt, können im weiteren Berufsweg wertvoll sein, indem man zum Beispiel seine Teamfähigkeit unter Beweis stellt und an einem Projekt arbeitet, bei dem mehrere „Hände“ ineinandergreifen müssen. Zudem kann ich nur betonen, dass die Examensvorbereitung bei einem Engagement in einer Großkanzlei nicht leiden wird, da noch ausreichend Zeit zum Lernen bleibt.

Noch unentschlossene Studenten haben die Gelegenheit, Hogan Lovells im Rahmen ‎eines Praktikums näher kennenzulernen. Dies ist ebenfalls ein empfehlenswerter Einstieg, um Einblicke in eine Großkanzlei zu erhalten. Es gibt bei Hogan Lovells eine allgemeine Bereitschaft, Praktikanten anzunehmen. Sie werden in die Arbeit genauso miteinbezogen wie wissenschaftliche Mitarbeiter und Referendare. Die Praktikanten, die ich bei Hogan Lovells kennengelernt habe, waren stets zufrieden und fühlten sich ebenfalls wohl.

Vielen Dank für das Interview!