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Kommunikativ und transparent – Senior Consultant Christian Jahnke über die EY Sub-Serviceline „Transfer Pricing“

Sarah Grewing 28.07.2016
Assurance, Transactions, Tax & Law: klassische Dienstleistungen von Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Doch diese Bezeichnungen kratzen im Grunde nur an den vielfältigen Leistungen, die dahinter stecken – bei EY sind das die spezialisierten Sub-Servicelines. So zählt zur Serviceline TAX etwa die Sub-Serviceline „Transfer Pricing“. Mit welchen Themen sich die EY Steuerberater dort befassen, haben wir von Christian Jahnke erfahren.

Herr Jahnke, bitte stellen Sie sich den careerloft-Mitgliedern kurz vor.

Mein Name ist Christian Jahnke, ich bin 30 Jahre alt und seit Februar 2014 als Consultant bei EY in der Abteilung International Tax Services (ITS) – Transfer Pricing tätig. Zuvor habe ich eine Ausbildung bei einer Bank absolviert und dort anschließend noch ein Jahr gearbeitet, bevor ich mich für ein BWL-Studium – Bachelor und Master – mit dem Schwerpunkt Accounting entschied. Das führte mich unter anderem nach Glasgow in Schottland und Ahmedabad in Indien. Auch in meiner Freizeit bereise ich gerne die Welt. Mein nächstes Ziel ist Tansania.

Wie ist ihr Team im Bereich Transfer Pricing aufgestellt? Welche Rolle spielt Multidisziplinarität?

Christian Jahnke EY
Christian Jahnke (links) mit Kollegen der EY Sub-Serviceline "Transfer Pricing"

Das Transfer Pricing ist ein international orientiertes Team mit unterschiedlichen Nationalitäten und kulturellen Hintergründen. Meine Arbeitskollegen hier im Düsseldorfer Büro kommen aus Ländern wie Indien, Serbien, Japan oder Kenia. So lernt man beim Feierabendbier mit den Arbeitskollegen in der Düsseldorfer Altstadt auch viel über andere Kulturen. Insgesamt werden soziale Kompetenz, Empathie und Hilfsbereitschaft bei EY sehr groß geschrieben.

Die Tätigkeit im Bereich der Verrechnungspreise ist vielschichtig. Neben den notwendigen Fremdsprachenkenntnissen (insb. Englisch) und der Freude an steuerlicher Beratung sind auch analytische Fähigkeiten von unseren Mitarbeitern gefordert.

Was ist die Kernaufgabe im Bereich Transfer Pricing?

Unsere Mandanten sind internationale Konzerne unterschiedlichster Industrien, die grenzüberschreitend tätig sind. Diese internationalen Kontakte und abwechslungsreichen Mandate machen die Arbeit im Transfer Pricing spannend und herausfordernd.

Ein typischer Mandant ist ein Konzern, der aus einer Muttergesellschaft und mehreren Tochterunternehmen besteht, die in unterschiedlichen Ländern angesiedelt sind. Diese Unternehmen tauschen untereinander (meist mit oder über die Muttergesellschaft) Waren und Dienstleistungen aus.

Hierzu gibt es viele internationale und nationale Regelungen hinsichtlich der Preisbestimmung und Gewinnabgrenzung. Darüber hinaus müssen unsere Mandanten mithilfe einer Verrechnungspreisdokumentation nachweisen, dass die innerhalb ihres Konzerns geltenden Verrechnungspreise marktüblich sind. Wir unterstützen unsere Mandanten, indem wir Ihnen helfen, diese Regelungen einzuhalten und Verrechnungspreisdokumentationen anzufertigen.

Transfer Pricing bietet weltweit Dienstleistungen an. Wie gehen die Teams diese internationale Herausforderung an?

Sehr kommunikativ und transparent: Oft finden Telefonkonferenzen mit den Mandanten und EY Kollegen aus verschiedenen Ländern statt. Meistens ist der Partner oder der Manager die Kontaktperson des Mandanten, sodass dieser die Wünsche und Forderungen des Mandanten an das Projektteam weitergibt. Innerhalb des Teams wird dann die weitere Vorgehensweise besprochen, sodass jeder dazu beiträgt, dass der Mandant zeitnah ein qualitativ hochwertiges Arbeitsprodukt enthält.

Wie erwähnt wird sehr international gearbeitet, wir stehen im regen Austausch mit den EY Büros vor Ort. Durch die technischen Möglichkeiten ist das ja heute kein Problem mehr. Es bietet sich natürlich auch die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit in einem ausländischen EY Büro zu arbeiten.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ein üblicher Arbeitstag in unserer Abteilung beginnt um 9 Uhr. Zuallererst prüfe ich bei einer Tasse Kaffee meine E-Mails und plane die Aufgaben des Tages. Die Projekte sind oft langfristig und dauern über mehrere Monate an, sodass man den Überblick über den Stand des jeweiligen Projekts behalten muss. Oftmals arbeiten wir mit anderen EY Büros in einer anderen Zeitzone zusammen; sodass es nicht ungewöhnlich ist, dass sich über Nacht etwas Neues ergibt.

Nachdem ich mir einen Überblick verschafft habe, wird dann auch schon an den jeweiligen Projekten weitergearbeitet. In diesem Zusammenhang gibt es viele Besprechungen, Telefonate und Austausche mit den Kollegen. Zwischendurch finden auch Termine mit dem Mandanten vor Ort statt. Die Unternehmen, die ich aktuell betreue, haben ihren Sitz in der Nähe von Düsseldorf, sodass die Anreise zum Mandanten meist kurz ist.

Meist gehe ich zwischen 12 und 13 Uhr zusammen mit anderen Arbeitskollegen in die Mittagspause. Unser Büro befindet sich in der Düsseldorfer Innenstadt, sodass wir hier viele Möglichkeiten haben. Nach der Mittagspause wird dann bis ca. 18 Uhr weitergearbeitet bevor es dann in den Feierabend geht.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, wenn man im Bereich Transfer Pricing arbeiten möchte?

Aufgeschlossenheit, Spaß an der englischen Sprache und am Schreiben, soziale Kompetenz sowie Interesse an einem internationalen Arbeitsumfeld.

Welche Herausforderungen werden in den nächsten fünf Jahren das Themenfeld Transfer Pricing bestimmen?

Kürzlich hat die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) konkrete Empfehlungen im Rahmen ihrer BEPS Initiative veröffentlicht. BEPS steht für Base Erosion and Profit Shifting und wurde mit dem Ziel initiiert, gegen den schädlichen Steuerwettbewerb der Staaten und aggressive Steuerplanungen international tätiger Konzerne vorzugehen. Hierfür wurden konkrete Empfehlungen erarbeitet. Dass sich die Staatengemeinschaft innerhalb von gut zwei Jahren auf diese neuen Standards einigen konnte, stellt einen Meilenstein für die internationale Steuerpolitik dar.

Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Ein genereller Rat: „Sei neugierig und habe Spaß bei dem, was du tust.“

Vielen Dank für das Interview!