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Produktentwicklung bei E.ON - Tobias Blank im Interview

Am 7. Dezember hast du im careerloft-Webinar die Gelegenheit, die Produktentwicklung von E.ON kennenzulernen. Vorab verriet uns Tobias Blank, Projektingenieur, was seine Arbeit am Solarprodukt E.ON Aura ausmacht, wie er als Produktentwickler Entscheidungen trifft und wer ihm den besten Ratschlag seines Lebens gab.

Tobias, bitte stell dich den careerloft-Mitgliedern kurz vor.
Hallo! Ich bin 36 Jahre alt und Ingenieur Elektrotechnik und Informationstechnik mit dem Schwerpunkt Energietechnik. Nach meinem Studium an der TU München und einem ersten Job in der Energiewirtschaft spezialisierte ich mich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWTH Aachen im Fachgebiet Batterietechnik.

Als ich 2013 bei E.ON im Bereich dezentrale Energien eingestiegen bin, habe ich zunächst ein Forschungsprojekt zum Thema Smart Grids, sogenannte intelligente Stromnetze, und Energiespeicher begleitet. Nun verantworte ich bei der Produktentwicklung die technischen Themen rund um das Thema Batteriespeicher und Energiemanagement.

In meiner Freizeit fotografiere ich gerne und gehe Laufen.

Interview zur E.ON Batterieentwicklung

In einem Satz: Was ist E.ON Aura?
E.ON Aura ist eine ganzheitliche Lösung bestehend aus Photovoltaikanlage (PV-Anlage), Batteriespeicher, Energiemanagement und Stromtarif.

Was war deine Rolle bei der Entwicklung des Produkts?
Ein wesentlicher Bestandteil eines Produkts ist die Hardware – in diesem Fall also die PV-Anlage, der Speicher, aber auch die Hardware des Energiemanagements.

PV-Anlagen sind schon sehr lange am Markt und ausgereift. Meine Rolle bestand im Wesentlichen darin, das passende Batteriespeichersystem mit dazugehörigem Energiemanagement zu definieren, den passenden Hersteller auszuwählen und das System zur Markteinführung zu bringen. Nach einer Marktrecherche und mehreren Tests und Analysen verschiedener Systeme legten wir uns auf einen Hersteller fest und passten das Gerät an die Vorgaben von E.ON an.

Was waren die größten Herausforderungen beim Produktentwicklungsprozess?
Ein Produktentwicklungsprozess gab es beim Start des Projekts noch nicht. Um das Produkt schnell umsetzen zu können, wählten wir einen agilen Ansatz: Der Produktentwicklungsprozess wurde als sogenanntes Lighthouse-Projekt an zentraler Stelle im Konzern platziert. So war es auch möglich, innerhalb kürzester Zeit ein interdisziplinäres Team bestehend aus internen und externen Mitarbeitern aufzubauen und kurzfristig Entscheidungen zu treffen.

Wie funktioniert die interdisziplinäre Zusammenarbeit?
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hängt sehr stark von der räumlichen Nähe ab. Durch die enge Zusammenarbeit an einem Ort konnten sich die Beteiligten schnell in fachübergreifende Themen einarbeiten. Auch in der heutigen Zeit, in der wir auf unzählige technische Möglichkeiten der Zusammenarbeit zurückgreifen können, ist ein direktes Gespräch zur schnellen Klärung unersetzlich.

Mein eigentlicher Dienstsitz ist die Konzernzentrale in Essen, die Produktentwicklung findet aber bei der E.ON Energie Deutschland GmbH in München statt. Zu Beginn des Projekts habe ich mich sofort dazu entschlossen, das Team zu hundert Prozent vor Ort zu unterstützen. So war es jederzeit möglich, bei spontan angesetzten Besprechungen mit dabei zu sein.

Ein Beispiel ist auch die Abstimmung der Produktflyer mit den Kollegen vom Marketing direkt an einem Tisch. Für juristische Fragestellungen konnte auch jederzeit die Rechtsabteilung vor Ort mit eingebunden werden. Wichtig ist aber vor allem, dass man sich in einem interdisziplinären Team immer wieder gegenseitig motiviert und so das Projekt zusammen mit Elan vorantreibt.

Worauf kommt es als Produktentwickler an? Wie setzt du Prioritäten?
Wer ein Produkt entwickelt, stellt schnell fest, dass es selten so zu Ende entwickelt wird, wie ursprünglich vorgesehen – das gilt insbesondere für neue Technologien wie Batteriesysteme. Die Anforderungen an das Produkt verändern sich vor allem aus dem Markt heraus. Wichtig ist es also, ein Produkt so schnell wie möglich im Markt zu platzieren und es dann weiterzuentwickeln. Man spricht hier vom sogenannten Minimum Viable Product (MVP).

Die Idee von E.ON Aura ist ein Komplettpaket aus Photovoltaikanlage, modularem Batteriespeicher, Energiemanager mit Smartphone-App und attraktiven Stromtarifen. Uns war klar, dass das alles in der Kürze der Zeit nicht komplett fertiggestellt werden konnte. Wichtig war es dann, eine Basis-Lösung auf den Markt zu bringen – ein geeignetes und wirtschaftliches System für den Großteil der deutschen Haushalte.

Auf dieser Lösung konnten wir aufbauen: Nach der erfolgreichen Markteinführung im April diesen Jahres sind inzwischen auch Lösungen mit Batteriespeichern bis zu einer Kapazität von 17,6 kWh verfügbar, die mit großen PV-Anlagen in Haushalten mit hohem Stromverbrauch eingesetzt werden können. Zudem ist inzwischen eine neue Smartphone-App für das Energiemanagement verfügbar.

Wie kommen Theorie und Praxis bei der Entwicklung von E.ON Aura zusammen?
Ein Produkt ist mehr als ein Gerät, das man einem Kunden verkauft. Ein Endkundenprodukt wie E.ON Aura ist erst dann komplett, wenn der ganze Prozess bis zur Lieferung, Installation und letztendlich dem Betrieb des Systems funktioniert.

In der Theorie ist das ganz einfach. Wir haben deshalb auch von Anfang an darauf geachtet, dass die Komponenten des Gesamtsystems beim Kunden einfach und schnell zu installieren sind. Alle Installateure werden ausführlich geschult. Es wurde eine Service-Hotline aufgebaut, die Fragen beantwortet und eventuell auftretende Fehlerfälle aufnimmt und zum Service weiterleitet.

Die Praxis zeigt jedoch, dass es immer wieder Fälle gibt, die nicht vorhersehbar sind – abhängig von der Situation vor Ort beim Kunden. Doch wir haben gelernt, damit umzugehen: Die Schulungen werden immer weiter verbessert und die Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung des Systems mit ein. So stellen wir sicher, dass wir dem Kunden ein immer besseres Produkt anbieten können.

Interview zur E.ON Batterieentwicklung

Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast? Von wem?
Max Planck hat es so ausgedrückt: „Wer es einmal so weit gebracht hat, dass er nicht mehr irrt, der hat auch zu arbeiten aufgehört.“ Man sollte also den Mut haben, Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie mal in die falsche Richtung führen. Selbst wenn man Fehler macht, kann man viel daraus lernen.

Für mich persönlich war es stets wichtig, an meine Ziele zu glauben und diese zu verfolgen. Zum Beispiel die Entscheidung von München nach Aachen zu ziehen, um mich auf Batterietechnik zu spezialisieren. Zum einen hatte ich einen festen Job und zum anderen ist Aachen sehr weit weg für einen Bayer wie mich. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Schritt gehen soll. Dabei wurde ich auch von meiner Familie und von meinen Freunden bestärkt und unterstützt. Sie haben mir dazu geraten, genau das zu tun, was mich interessiert. Das hat mir sehr geholfen. Im Nachhinein war es eine sehr gute Entscheidung, da ich sehr viel in einem zukunftsträchtigen Themenbereich gelernt habe und mich heute dazu in hohem Maße bei E.ON einbringen kann.

Vielen Dank für das Interview, Tobias!

Du bist neugierig geworden und möchtest gerne mehr über die Produktentwicklung bei E.ON erfahren? Dann melde dich jetzt für das Webinar am 7. Dezember 2016 an!