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Praktikum bei Detecon Inc. San Francisco: Interview mit Philipp Schett

Sarah Grewing 17.02.2017
Ein Praktikum bei Detecon in San Francisco ganz exklusiv für careerloft-Mitglieder – eine einmalige Gelegenheit! Worauf genau sich der potenzielle Praktikant im Unternehmen und in der Stadt freuen darf, haben wir von Senior Consultant Philipp Schett erfahren.

Philipp, bitte stell dich den careerloft-Mitgliedern kurz vor.  

Philipp Schett, Senior Consultant, im Office von Detecon Inc., San Francisco
Detecon Senior Consultant Philipp Schett

Ich bin 31 Jahre alt. Nach meinem Studium an der Humboldt-Universität in Berlin habe ich bei der Deutschen Telekom angefangen. Seit drei Jahren arbeite ich als Senior Consultant für die Detecon in San Francisco. Ich reise beruflich viel und bin auch privat gerne unterwegs – am liebsten in Lateinamerika. Weihnachten und Silvester war ich zum Beispiel in Kuba. Ich habe den Laufsport als Ausgleich für mich entdeckt, weil ich ihn weltweit praktizieren kann. In diesem Jahre möchte ich meinen ersten Triathlon bestreiten. Dabei gehe ich die Sache nicht verbissen an. Passend dazu heißt meine Laufgruppe East Bay Beer Runners – wir verbinden den sportlichen Ehrgeiz mit dem Angenehmen.

Womit beschäftigst du dich im Bereich Strategy and Innovation? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich bin als Projektleiter für internationale Innovationsprojekte verantwortlich – von der Innovationsstrategie in Qatar über eine Markteinführung in der Türkei bis zum Partnership-Management für Kunden in Europa. Einen Arbeitsalltag gibt es demzufolge selten. Oft haben wir aber am Morgen Videokonferenzen mit unseren Kunden, arbeiten am Nachmittag an unseren Projekten und sind abends bei Networking-Events.

Warum hast du dich für einen Job im Ausland beziehungsweise in den USA entschieden?

Golden Gate Bridge, San Francisco
Eines der Wahrzeichen von San Francisco: die Golden Gate Bridge

Das Angebot, für einige Jahre in einem der spannendsten Innovationshubs der Welt zu arbeiten, konnte ich schwerlich ausschlagen. Mein Job bei der Detecon ist allerdings doppelt einzigartig, konnte ich doch in den letzten Jahren Projekterfahrung in einem halben Dutzend Ländern sammeln. Kalifornien ist außerdem ein wunderbarer Ort zum Leben – 3.000 Sonnenstunden im Jahr, Meer, Berge und Seen drum herum und dazu in Oakland und Berkeley auch noch wirklich vielfältige Kultur. Hier passt es einfach!

Wie wird euch der potenzielle Praktikant unterstützen?

Unsere Praktikanten sind bei unseren Projekten voll eingebunden und lernen die komplette Vielfalt unseres Berufs kennen. Je nach Fähigkeiten und Neigungen der Praktikanten unterstützen sie uns bei der Recherche und Bewertung innovativer Unternehmen, bei der Erstellung von Markteintrittsstrategien, beim Management von Partnerschaften zwischen Silicon-Valley Startups und unseren Kunden, bei der Vorbereitung und Durchführung (!) von Kundenworkshops hier vor Ort im Silicon Valley sowie bei der Vergrößerung unseres Netzwerks im Silicon Valley.

Was erwartet ihr von ihm in fachlicher und menschlicher Hinsicht?

Begeisterung für Innovationsthemen und die Fähigkeit, sich abstrakten und nicht immer genau definierten Problemen zu stellen. Und auch menschlich erhoffen wir uns eine freundliche, neugierige und flexible Verstärkung. Wir sind ein internationales Team mit sehr unterschiedlichen Mitgliedern – und meine Erwartungen an eine Zusammenarbeit mögen anders sein als die meiner chinesischen Kollegin. Kommunikationsstärke ist deshalb das A und O – schließlich ist es bei uns nie ein Problem, nachzufragen, wenn etwas unklar ist. Es ist nur schwierig, wenn man nicht fragt.

Wie wird der Praktikant untergebracht?

Konferenztisch und Tischtennisplatte im Detecon Office in San Francisco
Stylisches Start-up-Flair im Detecon Office in San Francisco

Wir unterstützen unsere Praktikanten bei der Suche nach einem WG-Zimmer und sorgen in den ersten Wochen für ihre Unterbringung, so dass sie in Ruhe suchen können.  

Wie stehen die Chancen auf ein Traineeship oder einen Direkteinstieg nach dem Praktikum?

Die Chancen auf einen Einstieg bei der Detecon sind nach einem erfolgreichen Praktikum sehr gut – allerdings in Deutschland. Hier in San Francisco wird es auf die Visa-Situation ankommen, hier ergeben sich ja momentan einige Neuerungen durch den neuen Präsidenten. Ich glaube, die Wahl hat man auch in Deutschland mitbekommen ;)

Was fasziniert dich am Silicon Valley am meisten?

Ich bin immer wieder davon begeistert, wie groß die Lust an der Zusammenarbeit und am Austausch ist. Damit wir uns nicht missverstehen: Das Silicon Valley ist ein Ort, an dem extrem hart gearbeitet wird – mit 70er Hippie-Romantik hat San Francisco nicht mehr viel zu tun. Und trotzdem scheint es immer wieder, als wäre etwas davon übrig geblieben. Wenn man eine offene Frage hat, ist es immer noch das Beste, zu einem Networking-Event zu gehen und sich dort mit Experten auszutauschen. Und hier wird nicht immer auf die direkte Gegenleistung geachtet, sondern oft darauf vertraut, dass es sich im Netzwerk Silicon Valley schon auszahlt, in Vorleistung zu gehen.

Blick über San Francisco
Die Straßen von San Francisco

Thema Knigge: Was ist ein absolutes No-Go bei den Einheimischen? An welche Eigenheit musstest du dich erst gewöhnen?

Es gibt nicht viel, was speziell für die USA gilt. Aber generell muss man aufpassen, die Heimat hier nicht zu schön zu färben, damit geht man schnell auf die Nerven. Ja, 30 Tage Urlaub sind toll, (fast) unbegrenzte Krankheitstage auch, die Mieten sind niedrig und die Preise im Supermarkt unglaublich günstig. Bei all diesen Punkten wird man von Deutschen einhellige Zustimmung erhalten – es kann Einheimische aber schnell in Rechtfertigungsdruck bringen und nervt deshalb. 

Was macht die Unternehmenskultur von Detecon Inc. San Francisco aus?

Wir sind ein sehr kleines Unternehmen innerhalb der Detecon – das bedeutet, dass wir alle dafür verantwortlich sind, dass der Laden läuft. Während es in großen Organisationen spezielle Teams für Marketing und HR gibt, müssen wir vieles selber machen. Und wir alle machen mehr, als vielleicht irgendwann einmal im Arbeitsvertrag stand. Dadurch entwickelt aber auch jeder eine spezielle Beziehung zur Firma und wir versuchen gemeinsam, die Detecon Inc. voranzubringen und nicht nur an unseren eigenen Zielen zu arbeiten.

Was ist dein liebster Ort in San Francisco?

Dolores Park. Ein kleiner Park inmitten des sonnigen Stadtteils Mission District, in dem man nicht nur einen wunderbaren Blick über die Stadt hat, sondern auch einen Einblick in die Vielfalt von Kalifornien: Hier sind Familien beim Picknick, Hippies beim Jonglieren, Yuppies beim Networking, Zugezogene beim Trinken und Alt-Eingesessene beim BBQ.

Vielen Dank für das Interview, Philipp!