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Magenta trifft MINT: Frauenpower bei der Telekom

MINT Studiengänge und Berufe sind eine Männerdomäne – so lautet das Klischee.

Wie machen Frauen Karriere im Technik-Bereich? Programmieren, Schrauben, Elektrizitätserzeugung und –übertragung, SCM, Telekommunikation etc. sind besser mit Rock und Frauenpower zu kombinieren, als ich dachte.

Ich war gespannt: Women in Technology @ Telekom war mein erstes reines Frauenevent bei careerloft, wenn man Telekom-Recruiter Julien Luig-d’Alquen mal außen vor lässt. Und dann auch noch das Thema Frauen und Technik. Die drei Telekom-Vertreterinnen Andrea Morgan-Schönwetter, Stanislava Goranova und Nadine Brendel standen den 27 weiblichen Teilnehmerinnen aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurswesen einen ganzen Abend lang Rede und Antwort. Und ich gebe zu, dass ich nach meiner Zeit auf einem Mädchengymnasium so großen ungemischten Gruppen doch manchmal etwas skeptisch begegne. Stichwort Zickenterror.

Zwei Frauen im Gespräch am Stehtisch
Viele Themen rund um die Karriere einer Frau in technischen Branchen wurden angesprochen.

Frauen, Technik und Karriere

Ich wurde aber nicht enttäuscht. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es schon bald in kleinere Gruppen, zwischen denen die Teilnehmerinnen nach Belieben wechseln konnten. „Es ist toll, solche Events schon im Rahmen des Studiums für eine langfristige Berufsorientierung nutzen zu können und so vielleicht schon Kontakte für die Masterarbeit zu knüpfen“, sagt Dominique, Bachelorstudentin der Elektrotechnik. Und so wurden wirklich jegliche Themen rund um die Karriere einer Frau in technischen Branchen angesprochen.

Oft herrscht das Vorurteil, dass die männlichen Kollegen in solchen Berufsfeldern – also da wo Frauen Technik im weitesten Sinn begegnen – skeptisch gegenüber dem anderen Geschlecht wären – insbesondere wenn es Frauen in Führungspositionen wären. Nadine Brendel, Head of Marketing im Bereich Products & Innovation, hat diese Erfahrung allerdings noch nicht gemacht: „Ich arbeite in einem innovativen Bereich, in dem auch die Männer innovativ denken und daher die Akzeptanz von Frauen in solchen Positionen hoch ist.“

Andrea Morgan-Schönwetter, Leitung Recruiting IT-Professionals, ist das lebende Beispiel dafür, dass auch Führungspositionen in Teilzeit funktionieren und so waren Fragen rund um das Thema Kind und Karriere bei ihr genau richtig. Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Jobsharing-Modell, das sich bei der Telekom „Tandem“ nennt und bei dem sich zwei Personen eine Führungsposition teilen. In meinen Augen ein sehr interessanter Ansatz, weil so die Möglichkeit besteht Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen – ohne das Gefühl zu haben eines davon zu vernachlässigen.

Zwei sitzende Frauen im Gespräch
Von Zickenkrieg unter den Teilnehmerinnen nichts zu spüren.

Was verdient ein Trainee?

Aber auch Fragen rund um den Berufseinstieg wurden in die Runde geworfen: „Wie gehe ich mit der Frage nach den Gehaltsvorstellungen um? Wie verhalte ich mich in der Verhandlung am Besten? Und was kann ich nach dem Studium eigentlich verlangen?“ Laut Nadine Brendel ist hier vor allem das vorherige Informieren auf Internetportalen wichtig. Diese bilden mittlerweile eine gute Informationsgrundlage und so kann und sollte man ruhig forsch und selbstbewusst in die Verhandlung gehen. Für viele Positionen gibt es aber auch ein fixes Gehalt. Was ein „Start up!“ (so werden die Telekom Trainees im Unternehmen genannt) beim Einstieg verdient? Uns wurde es gesagt, aber ihr könnt es auch im Internet herausfinden – das hab ich gecheckt! ;)

Generell geben Traineeprogramme nach dem Studium einen guten Überblick über spätere Einsatzorte. „Im Vergleich zu einem Direkteinstieg ist ein Traineeprogramm eher ein Blick aus der Vogelperspektive. Aus diesem Grund hatten wir aber auch schon einen Bauingenieur als Trainee, der heute im Bereich Marketing tätig ist“, so Julien Luig-d’Alquen, Recruiter Corporate Functions, und zuständig für die Auswahl der Trainees.

Essen auf einem Teller
Ein tolles Menü rundete das Event ab.

Kein Zickenkrieg

Der Austausch während des Events und beim abendlichen Live-Cooking war also wirklich informativ und von Zickenkrieg unter den Teilnehmerinnen nichts zu spüren – ich war beruhigt. „Es ist inspirierend und motivierend, so viele Meinungen und Erfahrungen von unterschiedlichen Leuten zu hören. Gerade in einer Branche, in der man während des Praktikums eher auf Männer trifft, ist das noch wichtiger als einzelne fachliche Infos“, sagte mir Charlotte, Studentin Wirtschaftsingenieurswesen.

Vielen Dank an die Deutsche Telekom und für die offenen sowie authentischen Antworten der Unternehmensvertreterinnen (und Julien).

Bleibt magenta!

Eure Kim