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Future Workspaces @ Detecon

Der Arbeitsplatz der Zukunft: Herkömmliche Büros mit festen Schreibtischen und Aktenschränken sucht man bei Detecon, der internationalen Unternehmensberatung der Deutschen Telekom, vergebens. Stattdessen setzt Detecon auf ein innovatives Raumkonzept, die Berater nutzen flexibel gestaltete und künstlerisch einzigartige Raumlandschaften. 

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Slideshare: Future Workspaces @ Detecon
Slidesahre: Entdecke das innovative Raumkonzept von Detecon!

Wir sprachen mit Marc Wagner, Partner bei Detecon, über die Identität von Arbeitsplätzen, Verhaltensweisen beim gemeinsamen Arbeiten und die perfekte Lern-Oase.

Inwiefern beeinflussen Räume unsere Arbeitsweise?

Grundsätzlich zeigt unsere Erfahrung, dass beim Thema „Future Work“ eine enge Verzahnung der Dimensionen „People“, „Places“ und „Tools“ entscheidend dafür ist, eine tatsächliche Verhaltensänderung bei Mitarbeitern herbeizuführen und einen nachhaltigen Effekt auf die Arbeitsgestaltung zu erzielen. Dabei spielen Räume eine ganz entscheidende Rolle: Letztlich wird durch die räumliche Gestaltung das Arbeitsverhalten von Mitarbeitern direkt beeinflusst. Ich persönlich hätte nie damit gerechnet, dass das Arbeitsumfeld und die Gestaltung von Räumlichkeiten eine unmittelbare Auswirkung auf Themen wie Kreativität, Produktivität und Kommunikationsverhalten hat. Damit dies allerdings geschehen kann, müssen die Mitarbeiter und Führungskräfte eng begleitet und in den Veränderungsprozess miteinbezogen werden.

Marc Wagner, Partner bei Detecon
Marc Wagner, Partner bei Detecon

Wie kann man Räumen eine Identität verleihen?

Wir haben bewusst auf eine „Von-der-Stange-Lösung“ verzichtet. Zwar finden Sie auch bei uns bei den Desksharing-Arbeitsplätzen klassische, funktionale Elemente vor. Allerdings haben wir insbesondere bei den Besprechungs-, Kommunikations- und Kreativräumen auf einen individuellen und künstlerischen Ansatz gesetzt. Dadurch wurden Räume geschaffen, die man sonst nirgendwo anders auf der Welt findet – und dies trägt zur Identität des Unternehmens bei. Wichtig ist dabei, die Funktionalität der Räume im Auge zu behalten. Es gilt grundsätzlich: Funktion kommt vor Gestaltung.

Wie kamen die Future Workplaces bei den Mitarbeitern an?

Gerade zu Beginn war das Feedback sehr gemischt. Für viele Mitarbeiter war insbesondere die Umstellung vom Einzelarbeitsplatz – oder im Zweifelsfall sogar Einzelbüro – zur Arbeit im Open-Space und Kreativ-/Kommunikationsräumen eine große Veränderung. Und das sollte man definitiv nicht unterschätzen. Eine massive Umstellung des Arbeitsumfeldes wie wir sie vorgenommen haben, ruft zunächst die „Widerständler“ auf den Plan. Wichtig ist dann, durch entsprechende Kommunikation und Change-Management aufzuklären und die Mitarbeiter mit dem neuen Arbeitsumfeld selbst experimentieren zu lassen. Nach circa einem Jahr ergab sich ein signifikant positives Bild. Diesen Prozess habe ich mitunter ebenfalls durchlaufen – auch ich fand das Konzept vor dreieinhalb Jahren nur wenig überzeugend, musste ich doch mein Einzelbüro mit Vorzimmer aufgeben. Mittlerweile kann ich mir kein anderes Arbeitsumfeld mehr vorstellen.

Welche Verhaltensweisen sind unter den Kollegen besonders wichtig, wenn Arbeitsplätze gemeinsam genutzt werden?

Gegenseitige Rücksichtnahme und Vertrauen stehen ganz klar im Vordergrund. Von der „Clean Desk Policy“ bis hin zum Kommunikationsverhalten gilt es, gemeinsame Regeln zu entwickeln und deren Einhaltung sicherzustellen. So sind zum Beispiel Kaffeetassen, Essensreste oder irgendwelcher Nippes nach Verlassen des Arbeitsplatzes ein absolutes „No-Go“. Hier spielt die Führungskraft eine entscheidende Rolle – sowohl beim Vorleben als auch bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Auch dies ist letztlich eine Frage der Gewöhnung.

Wie sorgt man für eine ausgewogene Verteilung der Raumnutzung?

Unsere neuen Future Work Meeting- sowie Kreativräume sind nahezu laufend ausgebucht – was für uns natürlich eine tolle Bestätigung ist, aber aktuell häufig zu Knappheit an Kreativräumen führt. Vor diesem Hintergrund planen wir den weiteren Rollout des Konzeptes in unserem Gebäude.
Bei den Raumbuchungen gilt grundsätzlich „first-come, first-serve“. Alle nutzen das gleiche Buchungssystem – wir nehmen keinen direkten Einfluss auf die Raumnutzung.

Haben Sie einen Tipp, wie man das eigene WG-Zimmer mit einfachen Mitteln zu einer Arbeits- und Lern-Oase aufwerten kann?

Das ist eine klasse Frage – die habe ich mir nämlich bei mir zu Hause auch schon gestellt. Ich persönlich bin ein großer Fan von einem sehr flexiblen Arbeitsumfeld mit viel Schreibfläche. Insbesondere beschreibbare Wände sind für mich ein Muss. Dies kann man durch ein Whiteboard erzeugen oder auch durch entsprechende Wandfarbe, die wiederbeschreibbar ist. Dadurch lassen sich de facto nahezu alle Raumelemente (inklusive Säulen) in Schreibflächen verwandeln. Ansonsten finde ich mobile Tische klasse, entsprechende Rollen gibt es in jedem Baumarkt. Beim Stichwort Oase ganz klar: Sofa und Relax-Sessel. Das darf auch in keinem Kreativraum bei uns im Office fehlen …

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsraum und warum?

Im Detecon Office unser erster „selbstgebauter“ Kreativraum, in dem alle Wände beschreibbar, beklebbar etc. sind und die Möbel aus dem Keller stammen. Dieser Raum erweckt den Eindruck: Hier darf ich was verändern und an meine Bedürfnisse anpassen. Und das ist ja letztlich genau der Effekt, den wir erreichen möchten.

Vielen Dank für das Interview!