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Connecting the World – das INMC der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main

Sarah Grewing 27.05.2014
Ständige Erreichbarkeit, schnelle Internetverbindungen sowie Live-Übertragungen sind für viele von uns heute so selbstverständlich, dass wir gleich nervös werden, wenn unser neuester Post nicht in Sekundenschnelle in unserem Newsfeed erscheint oder der Live-Stream des Fußballspiels mit leichter Verzögerung startet. Über die Technik und die Leistungen, die hinter diesen modernen Errungenschaften stecken, macht sich in der Regel kaum jemand Gedanken – besonders dann nicht, wenn alles problemlos funktioniert.

Bei der Deutschen Telekom AG ist das International Network Management Center (INMC) in Frankfurt am Main die Basis für einen reibungslosen Ablauf internationaler Kommunikation. Das INMC steuert und überwacht rund um die Uhr eines der weltweit größten Sprach-, Internet- und Datennetzwerke – ein globales Basisnetz, das nahezu alle Telekommunikationsanbieter der Welt miteinander verbindet. „Es ist eine äußerst spannende Aufgabe, eines der innovativsten und flexibelsten Netz Management Center der Welt zu betreiben. Insbesondere hinsichtlich der eingesetzten Technik und Prozesse“, erzählt Helmut Kahl, Service Manager, Global Network Factory, Deutsche Telekom AG.

Helmut Kahl, Service Manager, Global Network Factory, Deutsche Telekom AG
Helmut Kahl, Service Manager, Global Network Factory, Deutsche Telekom AG

So hat die Deutsche Telekom etwa eine Netzwerkkapazität von 840 Gigabyte pro Sekunde – so viel wie schätzungsweise 4,5 Millionen YouTube Videos. Zudem überwacht das INMC 187.272 Kilometer sogenannter Dark Fibre-Leitungen an Land und unter Wasser – mit denen man die Erde übrigens knapp fünfmal umspannen könnte.

Ein Highlight des INMC ist die 70 m² große Multi-User-Monitorwand, die den Technikern des Unternehmens das gesamte Netz der Telekom zeigt. Durch eigene, innovative Hard- und Software ist das INMC im Falle einer Störung in der Lage, den Datenverkehr unmittelbar auf alternative Routen umzuleiten und Fehler schnell zu beheben: „Einmal, im Jahr 2008, hatten wir eine ganz „tragische“ Störung: Fußball-Halbfinalübertragung, Deutschland gegen Türkei, für sechs Minuten und zehn Sekunden lag allen Fernsehanstalten weltweit kein Bild vor. Die Live-Bilder konnten in Wien aufgrund eines Stromausfalls nicht verarbeitet werden. Die Kollegen hatten dann aber schnell eine Ersatzverbindung bereitgestellt“, erinnert sich Helmut Kahl. „Stressig kann es auch werden, wenn große Seekabelverbindungen zum Beispiel durch Seebeben oder Ankerbeschädigungen ausfallen. Dann heißt es für uns: schnell reagieren, um die Auswirkungen auf unsere Kunden zu minimieren.“

Mehr erstaunliche Zahlen und Fakten können Interessierte bei einer der Führungen durch das erdbebensichere, umweltautarke Gebäude des INMC erfahren. Dabei bekommen sie zudem die Gelegenheit, die hochmoderne Telekommunikationstechnologie live zu erleben und selbst einmal bestimmte Netzsituationen zu simulieren. Außerdem beherbergt das Center die Kunstsammlung „Kommunikation und Köpfe“, die sicher nicht nur IT-Affine begeistern dürfte. Das INMC ist also auf jeden Fall einen Besuch wert!