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Ein Open-Air Semester – das Umweltpraktikum der Commerzbank

Der Praktikumsbericht von Corinna Fulst

In meinem Studium habe ich lange darüber nachgedacht, außerhalb der Uni noch etwas anderes zu machen. Neues entdecken und neue Menschen kennenlernen – das habe ich mir gewünscht. Das Umweltpraktikum der Commerzbank überzeugte mich sofort mit seinem Konzept: Dem Unialltag entfliehen, raus in die Natur, etwas bewegen, verändern, die Mitmenschen begeistern und deren Interesse an der Umwelt wecken.

Ich bin Corinna, 27 Jahre alt und studiere in Bamberg Islamischer Orient und BWL. Meine Begeisterung für Natur und Kultur – zwei Dinge, die für kommende Generationen bewahrt werden müssen – habe ich in einem Auslandsjahr in den USA bei einem Besuch eines Nationalparks entwickelt. Die Chance, ein bezahltes Praktikum in einem Nationalpark zu absolvieren, ergriff ich mit meiner Bewerbung zwei Tage vor Bewerbungsschluss und wurde glatt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Voller Hoffnung auf eine Zeit, in der ich mich weiterentwickeln und vieles über die Dinge, die mich faszinieren, lernen würde. Der Einsatzort war für mich keine Frage: Ich wollte zurück in meine Heimat – den Harz – und ihn mit anderen Augen sehen, als ich es über zwei Jahrzehnte lang getan habe.

Vorbereitung und Einführungsseminar

Und da war sie: Die Zusage vom Nationalparkhaus in St. Andreasberg. Meine Vorfreude war groß, besonders nachdem ich von dem einwöchigen Einführungsseminar mit allen Umweltpraktikanten im Nationalpark Bayrischen Wald erfuhr. Schnell machte sich die Aufregung breit: Wie sind die anderen Praktikanten? Sind sie alle vom Fach? Kenne ich mich überhaupt gut genug aus?

Gruppenführung mit Kindern
Gruppenführung mit Kindern

Schon auf der Zugfahrt traf ich Commerzbank-Umweltpraktikanten aus ganz Deutschland: Alle waren super nett und offen! Es war eine tolle Woche. Ich hatte mich beispielsweise für das YouTube-Kurzfilm-Seminar angemeldet. Praxisnah lernten wir, an einem Ort des Geschehens spontan zu filmen, unser Material zu schneiden und das Ergebnis noch am selben Tag auf eine Internet-Plattform hochzuladen. Am Tag darauf filmten wir die anderen Gruppen und erstellten aus diesen Sequenzen ein YouTube-Video. Ein perfekter Start in das dreimonatige Praktikum, das für mich schon am darauffolgenden Montag startete.

Woche 1: Start mit bunter Vielfalt

Die Fahrt im April vom Elternhaus zum Nationalparkhaus über etwa 600 Höhenmeter bescherte mir die Reise durchs blühende Grün in Richtung weißen Schnees. Dann war es so weit: Mit offenen Armen kamen mir an meinem ersten Praktikumstag Eva und Vici entgegen. Beide machen ein freiwilliges ökologisches Jahr und waren gerade dabei, das Haus aufzuschließen. Sie führten mich in die täglich anfallenden Dinge ein: Gegen 10 Uhr beginnen und das Erlebniskino anschalten, die Kasse füllen und das Café für die Gäste vorbereiten. Neben dem Café gibt es auch einen kleinen Laden, in dem die Touristen sich naturbelassene Produkte kaufen können.

Die erste Woche war geprägt von vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen über die Arbeit in einem Nationalpark. Ich freute mich besonders auf den Austausch mit den Gästen. Woher würden sie kommen? Was möchten sie sehen? Und was werden sie von mir wissen wollen? Es gibt im Nationalpark viel zu entdecken – und das galt nun auch für mich!

Woche 2: Fledermäuse und andere kleine Wesen

In meinem Praktikum konnte ich verschiedene Gruppen bei Führungen im Wald oder Haus begleiten. Meist waren es Schulklassen aus der Umgebung, aber auch gemischte Gruppen mit Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren und Gäste aus Mutter-Kind-Einrichtungen nahmen unser Angebot wahr. Die Fledermausführung fand immer bei Dämmerung statt und wurde mit Spiel und Wissen begleitet. An einigen Abenden konnten die Kinder über ein Gerät die Schallwellen der Fledermäuse hören. Und die Begeisterung der Kleinen war ansteckend!

Aktionstag im Flüchtlingswohnheim
Aktionstag mit Flüchtlingen in Goslar

Ich denke auch besonders gerne an den Tag im Flüchtlingswohnheim zurück. Dort bauten wir die beiden Stationen „Erde“ und „Wasser“ auf. Gemeinsam mit den Kindern und Erwachsenen untersuchten wir die kleinen Lebewesen unter Mikroskopen. Es war schön, dass Neugier und Freude auch ohne Sprache zum Ausdruck kamen.

Woche 3: Vom Leben und Tod

„Junge Dame, Richtung Torfhaus stehen so viele tote Fichten. Das sieht wirklich nicht schön aus. Wird da nichts gegen unternommen?“ Nein, erklärte ich dem älteren Herrn, der mich angesprochen hatte. Im Nationalpark sei es das wichtigste Ziel, Natur Natur sein zu lassen. Auch Totholz sei ein Lebensraum für viele Lebenswesen, führte ich weiter aus. Überzeugen konnte ich ihn, als ich ihm sagte, dass die Fichte nicht Harz-typisch sei und ihr Sterben Platz für Buchen und Birken schaffe.

All in all: Immer frischer Wind im Harz

Die Commerzbank ermöglicht mit dem Umweltpraktikum schon seit mehr als 25 Jahren Studierenden ein außergewöhnliches Open-Air Semester. Mit der damit verbundenen finanziellen Unterstützung konnten somit schon mehr als 1.500 Praktikanten in den an dem Projekt teilnehmenden Schutzgebieten ein Praktikum absolvieren.

Im Praktikumsalltag habe ich Fragen von den Besuchern beantwortet, Ausstellungsstücke erläutert, Andenken und Naturprodukte verkauft sowie die Café-Gäste bedient. Außerdem war ich an verschiedenen Projekten beteiligt: Ob bei einem Seminar mit Waldarbeitern, bei dem wir an der Barrierefreiheit des Parks arbeiteten, bei der Umbauaktion des Cafés oder der Vorbereitung einer eigenen Facebook-Seite – das Umweltpraktikum der Commerzbank war sehr abwechslungsreich und hat mich um viele Erfahrungen bereichert.

Als Umweltpraktikanten durfte ich für die Semesterferien in eine völlig neue Welt schnuppern. Fernab von Vorlesungen und PC-Bildschirmen. Die vielen Eindrücke und Menschen, die ich kennengelernt habe, möchte ich nicht missen. Sollten dich meine Erfahrungen inspiriert haben, findest du auf der Homepage des Commerzbank-Umweltpraktikums alle Infos für (d)eine intensive Zeit in der Natur.

Die nächste Bewerbungsphase startet am 15. Oktober 2016!

Viel Spaß wünscht dir Corinna!