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Zehn zackige Präsentationstipps: So machst du deine Referate spannend

Referate interaktiv gestalten

Katja Mayer 03.11.2016
Präsentieren will gelernt sein. Das beginnt schon mit der richtigen Reihenfolge und Aufbereitung der Slides. Noch schwieriger wird’s, wenn du dein Referat interaktiv gestalten möchtest. Deshalb haben wir für dich zehn zackige Tipps zusammengestellt.
#JobEinstieg 12: Präsentationstipps
Tipps für souveräne Präsentationen: von Körpersprache über Betonung bis Rhetorik

Bloß nicht langweilig

Viele Vorträge sind sterbenslangweilig: Referenten tragen mit stockender Stimme genau jene Punkte vor, die gerade an die Wand geworfen werden. Oft steht dann auch noch viel zu viel Text auf jeder Folie, der dank gutgemeinter aber ungünstiger Schriftfarbe auf dunkelgelbem Hintergrund kaum lesbar ist. Und als wäre das noch nicht genug, hat der Redner auch noch jeden denkbaren Übergangseffekt von PowerPoint eingesetzt. Ein Phänomen, das vor allem im Studium häufig auftaucht.

Keine Frage: Solche Vorträge sind pure Zeitverschwendung. Bei den Zuhörern bleibt wenig hängen. Mehr noch: Ein solcher Präsentator und Referent verspielt schnell alle Aufmerksamkeit des Publikums und das Vertrauen in seine Kompetenz. Das ist insbesondere dann bedauerlich, wenn derjenige zum Thema eigentlich etwas zu sagen gehabt hätte. Dabei ist es so einfach, ein überzeugendes Referat interaktiv zu gestalten – wenn du wichtige Tipps für eine Präsentation beherzigst:

  1. Wo fängst du an? Mach dir bei der Vorbereitung für die Präsentation klar, welches Wissen deine Zuhörer bereits haben. Je mehr du voraussetzen kannst, desto weniger brauchst du auszuführen, wenn du dein Publikum nicht langweilen willst. Auf der anderen Seite schalten deine Zuhörer ab, wenn sie deinen Vortrag nicht verstehen, weil ihnen die Grundlagen fehlen. Je besser du dich auf deine Zielgruppe vorbereitest, desto überzeugender wird dein Referat sein.
  2. Wo willst du hin? Überlege dir vorher, welches Ziel du mit deiner Präsentation verfolgst. Willst du über bestimmte Themen informieren, eine Entwicklung darstellen oder eine Entscheidung herbeiführen? Je nach Ziel unterscheidet sich deine Präsentation enorm. Wichtig ist, dass du den Weg kennst, auf dem du deine Zuhörer ohne Abschweifung vom Einstieg zum Ziel führst: Nur wenn du bei deinem Referat einem roten Faden folgst und alle Nebenlinien beiseitelässt, wird dir deine Zuhörerschaft folgen.
  3. Einstieg und Ausstieg: Fange deine Präsentation mit einem Paukenschlag an – etwa, indem du den Zuhörenden sagst, warum dein Vortrag relevant ist. Falls du damit rechnen musst, dass Leute früher eintreffen, kannst du für deren Wartezeit auch eine eigene Folie erstellen, die sie schon mal zum Nachdenken anregt oder aufs Thema einstimmt. Weil auch das Ende deines Vortrags gut erinnert wird, solltest du auch dort für einen Aha-Effekt sorgen: Etwa, indem du einen Ausblick setzt oder mitteilst, wie deine Zuhörer an weiterführende Informationen kommen.
  4. Kurz und einfach: Die meisten Präsentationen sind hoffnungslos überfrachtet. Um das zu vermeiden, solltest du dich an die 10-20-30-Regel von Guy Kawasaki halten: Maximal 10 Folien, höchstens 20 Minuten Vortragsdauer, minimal 30 Punkt Schriftgröße – darunter wird‘s unlesbar. Und pro Folie führst du nur einen Gedanken aus, den du in maximal vier Zeilen umreißt. Selbstredend verwendest du dafür nur Stichworte, die du dann während der Präsentation mündlich erläuterst. Achte außerdem darauf, dass die Schrift mit dem Hintergrund kontrastiert, damit die Folien mühelos zu lesen sind. Profis sehen für ihr Referat außerdem nur 75 Prozent der verfügbaren Zeit vor – der Rest ist für Fragen reserviert. Selbst wenn du zu früh fertig wirst, fällst du positiv auf, weil Referenten ihre Vorträge normalerweise überziehen.
  5. Sorge für Anschaulichkeit: Um deine Zuhörer zu fesseln, solltest du anschauliche Beispiele verwenden. Wie etwa der Professor, der nacheinander Steine, Sand und Wasser in einen Eimer gibt, um zu zeigen, wie man sein Leben voll nutzt. Vollkommen ungeeignet für eine Präsentation sind dagegen riesige Tabellen und Zahlenmengen, weil sie die Zuhörer schlicht überfordern. Besser sind Grafiken, noch besser Animationen – ohne allerdings die Präsentation mit Special Effects zu überfrachten.
  6. Sei präsent: Die Wirkung deiner Präsentation hängt zum geringsten Teil vom Inhalt ab. Das Gros machen Körpersprache und Betonungen sowie Rhetorik aus. Bei aller inhaltlichen Brillanz versagt also, wer sich beispielsweise hinterm Rednerpult versteckt und nur Text zur Diashow liefert. Besser ist es, wenn du dich beim Reden bewegst, gestikulierst, lächelst – und nicht vergessen: Blickkontakt zu den Zuhörern halten.
  7. Vorlesen verboten: Natürlich liest du deine Folien nicht ab – schließlich stehen darauf ja nur die wichtigsten Stichworte zum Thema. In deinem Vortrag führst du diese aus, und natürlich hast du dir notiert, worüber du reden willst, um nicht ins Stocken zu geraten. Aber bitte, auch wenn du absolut nervös und unsicher bist: Schreibe dir bei der Vorbereitung nur Stichworte und wichtige Zitate auf, keinesfalls die ganze Rede! Nichts ist einschläfernder als ein Referent, der seinen Text vom Blatt abliest.
  8. Sorge für Abwechslung: Aufkommender Langeweile begegnest du am besten durch Überraschungsmomente – indem du dein Publikum einbeziehst, für Lacher sorgst oder verschiedene Medien zum Einsatz bringst. Beispielsweise kannst du zwischendurch einen Gedanken Schritt für Schritt am Flipchart oder Whiteboard entwickeln. Oder einfach mal auf die Leute zugehen und Fragen stellen. Eine einfache Fernbedienung – die‘s übrigens auch mit eingebautem Laserpointer gibt – verschafft dir während der Präsentation die notwendige Freiheit.
  9. Beziehe die Anwesenden ein: Überhaupt: Fragen! Sie sind immer ein wirksamer Kunstgriff, um die Zuhörer zu fesseln und den Vortrag interaktiver zu gestalten. Besonders geeignet dafür sind Momente, in denen dein Publikum ein Gespür für eine bestimmte Situation entwickeln soll: Was glauben Sie: Wie viele Präsentationen werden weltweit täglich gehalten? Sind es schätzungsweise 30 Millionen ...?
  10. Sorge für Nachhaltigkeit: Ein Handout für die Zuhörerschaft, in dem du dein Referat kurz zusammenfasst und mit deinen Kontaktdaten versiehst, ist definitiv ein Mehrwert. Es liefert deinen Zuhörern die Grundlage für die anschließende Diskussion, bietet die Gelegenheit, deine Thesen später in Ruhe nachzulesen und ist obendrein Werbung für dich als Experte – und Redner.

Natürlich entsteht ein Referat in dieser (Material-)Fülle nicht binnen einer Stunde. Gerade für eine wichtige Präsentation, zum Beispiel fürs Studium, solltest du mindestens einen ganzen Arbeitstag für die Vorbereitung vorsehen. Ein Großteil der Zeit geht dabei fürs Themen-Konzept drauf, ein anderer für die Suche nach den passenden Beispielen – also nimm dir Zeit! Das Schreiben an sich ist dann fast schon ein Kinderspiel. Nicht jedoch das Üben: Nutze bitte die Gelegenheit, deinen Vortrag vorab – am besten vor Publikum – durchzusprechen. Dessen Feedback beziehst du ein und feilst an deiner Präsentation, bis sie rundum stimmig ist. Du fühlst dich gleich besser, wenn du gut vorbereitet bist. Mit unseren Tipps wird dir das gelingen.

 Lies unsere Ratgeberserie rund um gutes Präsentieren:

Teil I: A wie Aufbau, B wie Blickkontakt, C wie Copyrights, D wie Design und E wie Effekte.
Teil II: F wie Folien, G wie Grafiken, H wie Handout, I wie Initial, J wie Jux
Teil III: K wie Körpersprache, L wie Lampenfieber, L wie Leinwand, M wie Monitor, N wie Notizen, O wie Online-Versand
Teil IV: P wie Publikum, Q wie Quote, R wie Rückfragen, S wie Sprache, T wie Timing
Teil V: U wie Unterbrechen, V wie Vorstellung, W wie Wiederholungen, X wie X-fach, Y wie Y-Diagramm, Z wie Zeigestock