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Wütend im Büro – jetzt bloß nicht ausflippen!

7 Tipps, wenn du kurz vorm Kontrollverlust bist

Melanie Pölking 28.10.2016
Sie ist tückisch. Sie schleicht sich lautlos an. Wenn sie einmal da ist, gibt es kein Halten mehr. Wie eine Lawine rollt sie über uns hinweg: die Wut! Jeder kennt sie, keiner will sie. Ganz besonders im Job ist sie unerwünscht. Denn wer die Contenance verliert, erleidet auch einen Kontrollverlust. Dieser Artikel zeigt dir ein paar simple Strategien, die dir dabei helfen können, deine Wut in die richtigen Bahnen zu lenken, um deine Karriere nicht zu gefährden.
#BusinessKnigge 6: Wütend im Büro
Business Knigge: Aggressionen sollte man im Büro lieber nicht freien Lauf lassen.

Neurologisch betrachtet lässt sich das Verhalten des Menschen auf vier Schritte runterbrechen: 1. Reiz, 2. Bewertung, 3. Reaktion und 4. Aktion. Was bedeutet das im Falle eines Wutausbruchs? Auf einen Reiz – Kollege Müller unterbricht dich zum wiederholten Male vor versammelter Mannschaft im Meeting – folgt die innerliche Bewertung: „Dieser Vollpfosten Müller, der will mich doch nur dumm dastehen lassen vorm Chef. Als würde ich meinen Job nicht machen!“ Was wir in eine Situation hineininterpretieren, hängt dabei ganz von unseren bisherigen Erfahrungen ab. Wir finden etwas gut, schlecht oder stehen dem neutral gegenüber. Kollege Müllers permanente Unterbrechungen finden wir schlecht. Wir reagieren mit Ablehnung, fühlen uns angegriffen und empfinden Aggression. Die Reaktion ist dicht gefolgt von einer Aktion: Kontrollverlust – mit Schaum vorm Mund steigen wir in den verbalen Krieg im Büro ein.

Bitte nicht füttern

Alles, was du fütterst, wächst. Wenn du deiner Aggression freien Lauf lässt, verschafft dir das kurzfristig vielleicht sogar Erleichterung. Langfristig stärkst du damit aber deinen Ruf als Emotion-Bomb und könntest dir sogar die Karriere verbauen. Wer souverän im Job und vorm Chef auftreten möchte, sollte einen Kontrollverlust vermeiden.

SOS

Dein gesamter Körper hat in der Wut auf Notfallprogramm umgeschaltet. Dein „zivilisiertes“ Großhirn ist blockiert. Stattdessen übernimmt jetzt das Kleinhirn das Business. Du mutierst temporär zum Steinzeitmenschen. Vielleicht hattest du nach einem Wutausbruch schon mal das Gefühl, gar nicht du selbst gewesen zu sein? Der Wechsel im Kommandozentrum ist Schuld.

Freeze

Wenn du Wut spürst, mach erstmal GAR NICHTS. Leichter gesagt als getan. Aber wenn du es schaffst, nicht sofort zurückzuschlagen, wenn du wütend bist, hast du Schritt 4, die Aktion, ausgeschaltet. Das ist schon die halbe Miete.

Luft holen

Nimm jetzt mindestens zehn tiefe Atemzüge (schon klar, der Tipp ist nicht ganz neu, dafür aber sehr effektiv). Das aktiviert deinen Parasympathikus, den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist.

Von oben schauen

Versuche, die Situation aus der Vogelperspektive zu betrachten. Schritt 2, deine Bewertung der Situation, ist immer subjektiv. Warum unterstellst du Kollege Müller eine böse Absicht und wirst wütend? Würden die Kollegen im Büro das ebenso sehen?

Tracken

Insbesondere, wenn du immer bei den gleichen Themen wütend wirst, kann es helfen, dich zu fragen, welcher Knopf da bei dir gedrückt wird. Du konntest es damals schon nicht leiden, dass deine Klassenlehrerin dich nie hat ausreden lassen? Gerne piesackte sie dich vor versammelter Mannschaft wegen deiner Noten? Dann braucht heute bei der Arbeit nur jemand ein ähnliches Verhalten an den Tag zu legen und schon ist diese alte Geschichte und mit ihr die Aggression wieder da – solange, bis du sie aufdeckst.

Rien ne va plus

Es gibt Situationen, in denen helfen alle Tipps in diesem Artikel nicht. Dann ist es einfach zu spät! Das Adrenalin schießt ins Blut, der Kopf wird rot und Schnappatmung setzt ein. Jetzt heißt es: Fight or flight! Kampf oder Flucht. Wenn du soweit bist, verlass den Raum! Die Situation zu beenden ist allemal besser, als auf der Arbeit deine Steinzeitversion zu präsentieren.

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