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Wie schreibe ich den perfekten juristischen Lebenslauf?

Recruiting-Expertin Franziska von TalentRocket zeigt dir, wie du einen überzeugenden und korrekten juristischen Lebenslauf erstellst und so potenzielle Arbeitgeber überzeugst.

1. Allgemeine Anforderungen an einen Lebenslauf

Länge

Franziska von TalentRocket hat Tipps und Tricks für den juristischen Lebenslauf
Franziska von TalentRocket

Beachte, dass dein CV höchstens zwei A4-Seiten lang sein sollte. Franziskas Tipp: Erstelle ein Deckblatt, auf dem du dein Foto und die persönlichen Angaben unterbringst. So sparst du mindestens ein Drittel einer Seite.

Das zählt zu den persönlichen Angaben:

  1. Vor- und Nachname
  2. Aktuelle Adresse
  3. Kontaktdaten (Telefonnummer und Email-Adresse)
  4. Geburtstag und -ort (nach AGG-Richtlinien nicht mehr erforderlich)
  5. Nationalität (Ist dann relevant, wenn die Staatsangehörigkeit nicht eindeutig aus Deinem Namen und Geburtsort abgleitet werden kann.) 

Auch die Angabe des Familienstandes ist heute laut AGG nicht mehr notwendig. Allerdings kann „ledig“ einem potenziellen Arbeitgeber auch „flexibel und ungebunden“ vermitteln. Je nach Branche, Kanzlei oder Unternehmen kann diese Angabe also auch hilfreich sein.

Korrektur lesen

Kontrolliere den Lebenslauf mehrmals auf Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie auf formale Unstimmigkeiten. Beschränke dich auf höchstens zwei verschiedene (seriöse!) Schriftarten, z. B. Arial. Die Schriftgröße darf nicht kleiner als 11 pt sein. Lasse deinen CV von mindestens zwei Personen Korrektur lesen! Es kann immer sein, dass du Fehler übersiehst.

Chronologie

Franziska von TalentRocket sagt: „Es ist wichtig, den Lebenslauf anti-chronologisch aufzubauen.“ Ganz oben solltest du also mit den aktuellsten Stationen beziehungsweise Erfahrungen beginnen. Arbeite dich dann weiter nach unten zu früheren Ereignissen.

Beispiel

10/2014-12/2014:     Praktikantin bei der ABC Kanzlei

02/2013-11/2013:     wissenschaftliche Mitarbeit bei der XYZ Kanzlei

2. Logische Einbindung des Referendariats

Junge Nachwuchsjuristen seien sich oft nicht sicher, wie sie ihre Referendariatsstationen im CV unterbringen sollen, unterstreicht Franziska. 

Sie erklärt: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Punkte „Referendariat“ und „akademische/schulische Ausbildung“ entweder unter zwei getrennten Abschnitten aufführen oder diese Punkte zusammen unter einem allgemeinen Abschnitt „Ausbildung“ erläutern.“

Egal, für welche Variante du dich entscheidest: Wichtig ist, dass du deine Referendariatsstationen unter dem Punkt „Referendariat“ einzeln aufführst und mit Zeiträumen versiehst. Es sei wichtig, die ausgeübten Tätigkeiten detaillierter zu beschreiben, betont Franziska, somit könne der Arbeitgeber erkennen, auf welchen Gebieten der Bewerber bereits Erfahrung hat. 

3. Sinnvolle Unterbringung der Noten

Bedeutung

Für die meisten Kanzleien sind die Noten der Bewerber extrem interessant. Es ist daher ratsam, die Noten deiner Staatsexamina sowie deines Abiturs bereits im Lebenslauf unter den Punkten „Referendariat“ beziehungsweise „Ausbildung“ darzustellen – auch wenn du nicht mit ihnen zufrieden bist!

Bessere Darstellung

Du bist mit deinen Noten nicht zufrieden und gerade die Note deines zweiten Staatsexamens lässt zu wünschen übrig? Wie du deine Noten in ein besseres Licht rückst, verrät dir Franziska: „Aufgrund des anti-chronologischen Aufbaus erscheint logischerweise die Note des zweiten Staatsexamens an oberster Stelle. Wenn diese nicht gerade blendend ist und du das erste Staatsexamen, das besser ausgefallen ist, hervorheben möchtest, wende einen einfachen Trick an. Fasse alle deine Noten unter einem Abschnitt „Abschlüsse“ zusammen, so sticht die bessere Note sofort und als erstes heraus.“

Beispiel

Abschlüsse:  1. Staatsexamen: Durchschnitt: 9,65 Punkte (Juni 2012)

                       2. Staatsexamen: Durchschnitt: 7,25 Punkte (Juni 2014)

                       Abitur: Durchschnitt: 1,3

Wenn Deine Staatsexamina allgemein nicht gut ausgefallen sind, zögere nicht, die (besseren) Einzelnoten deiner Stationen im Referendariatsabschnitt unterzubringen!

Mehr Tipps zu den Themen Lebenslauf und Bewerbung gibt es auf careerloft und bei talentrocket.de. Dort kannst du dir unter anderem einen Muster-CV herunterladen. Franziska hofft, dass sie dir mit ihren Tipps weiterhelfen konnte! Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Jobsuche!