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Welche Versicherung brauchst du im Studium?

Haftpflicht-, Hausrat-, Lebensversicherung – ab wann nötig?

Sarah Grewing 18.02.2014
Schenkt man einigen Versicherungsvertretern Glauben, brauchen wir Versicherungen für alle erdenkbaren Fälle. Doch was brauchen wir wirklich – und wann? Hier findest du einen Überblick zu Versicherungen, die schon im Studium unerlässlich sind, und solchen, die du getrost auf später verschieben kannst. 

Wichtige Basis-Versicherungen

Brillen- und Kontaktlinsenversicherungen, Wohnungsschutzbrief, Insassenunfall- oder Kreditrestschuld-Versicherung – sie sollten erstmal nicht oben auf deiner Agenda stehen. Dafür gibt es andere Versicherungen, die du auch im Studium brauchst.

Welche Versicherungen sind also absolut notwendig? Los gehts:

Krankenversicherung

Loftikantin Lena liegt krank im Bett
Die Krankenversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.

Sie ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und daher unumgänglich. Während der Ausbildung bist du bis zur Vollendung deines 25. Lebensjahres und solange dein monatliches Einkommen nicht über 395 Euro liegt (450 Euro bei geringfügiger Beschäftigung) über die gesetzliche Krankenversicherung deiner Eltern mitversichert. Nach dem 25. Geburtstag musst du dich als Student in der Regel selbst versichern. Die günstigere gesetzliche Studentenversicherung kannst du bis zum 30. Geburtstag oder bis zum vollendeten 14. Semester in Anspruch nehmen.

Eine private Krankenversicherung ist ebenfalls schon während des Studiums möglich, dann allerdings für die gesamte Studienzeit bindend. Ob sich diese für dich lohnt, solltest du also vorher gut abwägen.

Private Haftpflicht

Loftikantin Julia fällt ein Smartphone aus der Hand
Die private Haftpflichtversicherung zahlt, wenn du fahrlässig bei einer anderen Person einen Schaden verursachst.

Ebenfalls ein Muss! Die private Haftpflichtversicherung zahlt, wenn du fahrlässig bei einer anderen Person einen Schaden verursachst. Personen- und auch Sachschäden können schnell in die Hunderttausende gehen! Wie bei der Krankenversicherung bist du auch hier während des Studiums über die Haftpflichtversicherung deiner Eltern abgesichert. Nach Ende der ersten Berufsausbildung oder mit Erreichen einer vertraglichen festgelegten Altersgrenze (meist ab 25 Jahren) benötigt jeder eine eigene Haftpflichtversicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den eigenen Lebensunterhalt und ist auch schon für Studierende bedeutend, denn sie erhalten keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, wenn sie durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind, zu arbeiten. Je jünger man bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto günstiger sind die Prämien. Allerdings unterscheiden sich die Policen zum Teil sehr in ihrer Qualität. Daher solltest du die Angebote vorab genau vergleichen.

Versicherungen, die im Studium sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig sind.

Unfallversicherung
Unfälle passieren häufig in den eigenen vier Wänden.

Private Unfallversicherung

Bei Unfällen, die auf dem direkten Weg zur Universität, von der Uni nach Hause, auf dem Hochschulgelände und während von der Uni organisierten Veranstaltungen geschehen, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Sofern bleibende Schäden bestehen, können bei der zuständigen Berufsgenossenschaft zudem weitere Ansprüche geltend gemacht werden. Da Unfälle jedoch häufig in der Freizeit und Daheim geschehen, ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung auch schon während der Studienzeit zu empfehlen. Besonders dann, wenn keine gesetzlichen Rentenansprüche bestehen oder keine Absicherung über eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich ist.

Krankenzusatzversicherung

Wenn du Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung bist, kannst du mit einer privaten Krankenzusatzversicherung Versicherungslücken schließen. So bietet sie etwa Leistungen für Zahnersatz oder –erhalt, Chefarztbehandlungen, Kieferorthopädie oder die neue Brille.

Hausratversicherung

Sie kommt für alle Sachen im Haushalt auf, die etwa durch Feuer, Blitz, Sturm oder Wasser (auch bei einem Rohrbruch) beschädigt werden oder einem Diebstahl zum Opfer fallen. Vor Abschluss solltest du aber abwägen, wie teuer es für dich schlimmstenfalls ohne Versicherung werden würde, Notebook, Smartphone, Kleidung, Bücher oder Fahrrad zu ersetzen. Eine Hausratversicherung ist in der Regel erst dann sinnvoll, wenn deine Möbel und Einrichtungsgegenstände einen entsprechend hohen Wert haben.

Rechtsschutzversicherung

Ein privater Rechtsschutz kommt für Anwalts- und Gerichtskosten und notfalls sogar für Strafkautionen auf. Dies kann im Fall der Fälle zwar hilfreich sein, die Beiträge sind in der Regel aber auch ziemlich hoch, sodass du auch hier Kosten und Nutzen abwägen solltest.

Versicherungen, die im Studium nicht nötig sind:

Altersvorsorge

Je früher du beginnst, fürs Alter zu sparen, desto höher ist der Effekt auf deine Rente. Da das Geld im Studium jedoch ohnehin meist knapp ist, reicht es aus, bei Antritt des ersten Jobs mit der Altersvorsorge zu beginnen.

Risiko Lebensversicherung

Ist schon ab etwa vier Euro pro Monat erhältlich, aber nur sinnvoll, wenn nahestehende Personen finanziell von dir abhängig sind. Ist das der Fall oder möchtest du nach dem Studium eine Lebensversicherung abschließen, solltest du die Angebote unbedingt vergleichen, da diese sich zum Teil erheblich in Beitragshöhe und Leistungen unterscheiden.

Grundlegend solltest du beachten: Sichere dich nur für Gegebenheiten und Schadensfälle ab, die deine finanzielle Existenz bedrohen können.

Im Internet findest du außerdem verschiedene Vergleichsportale sowie Testrechner.