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Von „Grundkenntnisse“ bis „Muttersprache“ Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig angeben

Laura Schulte 16.01.2017
„What makes you stand out from other applicants?“ Auf die Frage im Vorstellungsgespräch, warum gerade du der passende Bewerber für den Job bist, hast du dich natürlich gut vorbereitet – allerdings auf Deutsch. Jetzt wollen die Personaler das Gespräch aber plötzlich auf Englisch weiterführen, da in deinem Lebenslauf ja steht, dass du „verhandlungssicher“ Englisch sprichst. Damit dir so eine Situation bei der Bewerbung nicht zum Verhängnis für deine Karriere wird, haben wir für dich Tipps zusammengestellt, wie du bei der Bewerbung Sprachkenntnisse im Lebenslauf darstellen solltest.
#RichtigBewerben 29: Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig angeben
Grundkenntnisse, fließend, verhandlungssicher? So gibst du deine Sprachkenntnisse im Lebenslauf korrekt an.

Sprachkenntnisse in Stellenanzeigen

Schon in der Stellenanzeige für den Job stehen oft Forderungen wie „gute Kenntnisse in Englisch in Wort und Schrift“ oder „idealerweise Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache“. Auf die solltest du dich in deiner Bewerbung beziehen. Dabei ist es wichtig, dass du deinem potenziellen Arbeitgeber im Lebenslauf möglichst genau vermittelst, wie gut deine Sprachkenntnisse sind:

  • Grundkenntnisse/Basiskenntnisse: Grundkenntnisse einer Sprache zu beherrschen bedeutet, dass man einen gewissen Grundwortschatz hat und einen einfachen Smalltalk führen kann. Diese Kenntnisse hast du dir zum Beispiel bei einer Sprachreise oder einem Sprachkurs an einer (Volks-)Hochschule angeeignet.
  • Konversationssicher oder gute Kenntnisse: Wenn du einfachen Konversationen folgen kannst, viel verstehst, insgesamt allerdings keinen sehr großen Wortschatz besitzt, lassen sich deine Sprachkenntnisse in die Sparte „konversationssicher“ oder „gute Kenntnisse“ einordnen. Diese Kenntnisse hast du dir durch den Unterricht in der Schule angeeignet, eine weitere Vertiefung hast du nicht gemacht.
  • Fließend/sehr gute Kenntnisse: Fließende oder sehr gute Kenntnisse einer Sprache hast du dann, wenn du dich sicher über unterschiedliche Themen in der Fremdsprache unterhalten kannst. Dazu zählen neben den alltäglichen Dingen auch Themen wie Wirtschaft oder Politik. Auch Redewendungen kannst du verstehen und anwenden. Deine fließenden Kenntnisse hast du dir zum Beispiel in einer (Hoch-)Schule angeeignet und nachträglich vertieft.
  • Verhandlungssicher: Wenn du eine Fremdsprache „verhandlungssicher“ beherrscht, kannst du dich über komplexe Themen unterhalten und besitzt einen großen Wortschatz. Außerdem bist du in der Lage, ganze Meetings oder Geschäftsverhandlungen in der Fremdsprache durchzuführen. Die verhandlungssicheren Kenntnisse hast du dir zum Beispiel über einen längeren Auslandsaufenthalt oder erste Arbeitserfahrung (im Ausland) angeeignet.
  • Muttersprache/muttersprachliches Niveau: Wenn du eine Sprache als deine Muttersprache aufweist, bedeutet das, dass du mit ihr groß geworden bist. Du beherrscht diese Sprache also perfekt in Wort und Schrift.

Sprachkenntnisse über internationales Niveau einschätzen

Buntes Schild mit Ländernamen aus aller Welt wie Germany, Canada, India oder Greece

Eine andere Möglichkeit, wie du bei deiner Bewerbung im Lebenslauf eine Angabe über deine Sprachkenntnisse machen kannst, ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen. Darin werden Sprachkenntnisse in sechs Niveaus unterteilt:

  • Die niedrigsten Stufen A1 und A2 bezeichnen eine elementare Sprachverwendung. Du verfügst über Grundkenntnisse und kannst dich verständlich machen.
  • Die mittleren Stufen B1 und B2 bezeichnen eine selbstständige Sprachverwendung. Du kannst komplexere Gespräche führen und anspruchsvolle Texte verstehen.
  • Die höchsten Stufen C1 und C2 bezeichnen eine kompetente Sprachverwendung. Du kannst in Wort und Schrift spontan und flüssig mit der Sprache umgehen.

Sprachzertifikate in der Bewerbung

Auch Sprachzertifikate machen sich gut in Bewerbung und Lebenslauf. Einige davon, wie DELF/DALF für Französisch oder TELC für verschiedene europäische Sprachen, verwenden die Kompetenzniveaus des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Der TOEFL-Test für Englisch arbeitet hingegen mit Punktzahlen.

Da es so viele unterschiedliche Sprachnachweise und Niveaustufen gibt, ist es sinnvoll, wenn du bei deiner Bewerbung eine Angabe darüber machst, wie und wo du deine Sprachkenntnisse erworben hast. Du kannst im Lebenslauf beispielsweise darauf hinweisen, dass du fließend Spanisch sprichst, weil du mehrere Sprachkurse gemacht und ein Semester in Spanien studiert hast. Dann weiß das Unternehmen bereits aus dem Lebenslauf, dass du sehr gute Konversationskenntnisse hast, aber noch berufliche Erfahrungen mit der Sprache machen musst, um verhandlungssicher zu werden. Mögliche Defizite im Lebenslauf kannst du auch von dir aus im Vorstellungsgespräch ansprechen. Wenn du nach Sprachfortbildungen fragst, zeigst du, dass du dich intensiv mit der Stellenanzeige für den Job befasst hast und dass du bereit bist, dich für deine Karriere weiterzubilden. Oft kannst du als Bewerber auch punkten, wenn du Teile deiner Bewerbung, wie den Lebenslauf oder die Mail mit den Unterlagen, in einer für das Unternehmen wichtigen Fremdsprache verfasst.

Neben diesen Tipps gilt allgemein: Führe Sprachkenntnisse im Lebenslauf selbstbewusst auf, aber sei darauf vorbereitet, dass deine Angaben aus dem Lebenslauf im Vorstellungsgespräch entsprechend abgeprüft werden.