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Und, wie groß ist dein Digital Footprint?

Während meine Eltern noch mit mulmigem Gefühl vor dem Computer sitzen, wenn online die ein oder andere Rechnung beglichen wird, bin ich längst dazu übergegangen, mir die zugehörigen Tan-Codes aufs Smartphone schicken zu lassen – ist ja auch viel praktischer. 
Irena hält sich die Ohren zu
Nichts hören ...

Dass mein Digital Footprint durchaus vorhanden und auch nicht allzu klein sein dürfte, ist mir natürlich schon lange bewusst – das merke ich schließlich jeden Tag an Links zu wunderschönen Armbanduhren und Ketten, die in meinem Browser aufpoppen. Es lebe die personalisierte Werbung. Ja, Google und Facebook haben meine persönlichen Daten – aber solange sie damit nichts anderes anfangen, als an meine Shopping-Lust zu appellieren, ist mir das gelinde gesagt herzlich egal. Und das, was sie über mich wissen, wissen sie ja jetzt auch ohnehin.

Nachdem bei careerloft das Thema Digital Footprint aufgekommen ist, habe ich den Selbstversuch gestartet, mich nach längerer Zeit mal wieder selbst zu googeln und habe mir erstmals die Ergebnisse auch unterhalb der ersten fünf Treffer etwas genauer zu Gemüte geführt. Was Google und Facebook über mich wissen, ist die eine Sache – was jeder andere Mensch mit Internetzugang innerhalb von wenigen Minuten über mich in Erfahrung bringen kann, eine ganz andere. 

Mein Digital Footprint? Überraschend groß!

Loftikantin Irena hält sich die Augen zu
Nichts sehen ...

Schaut man sich die Treffer einmal gebündelt an, ist das Ergebnis doch ziemlich erschreckend: Allein die Trefferanzahl bei Google ist verblüffend hoch – Google findet „ungefähr 1520 Ergebnisse“, dazu zehn Bilder, auf denen ich zumindest mit abgebildet bin. Das erste angezeigte Ergebnis ist mein XING-Profil – ach du Schreck, da hatte ich wohl die Privatsphäre-Einstellungen noch nicht angepasst – mein komplettes Profil mit Foto und Lebenslauf ist für alle öffentlich zugänglich. Gut, dass ich das Profil erst vor ein paar Wochen angelegt habe! Weitere Ergebnisse sind die Familienhomepage meines Vaters, einige von mir verfasste Zeitungsartikel und natürlich auch mein careerloft-Profil. Überraschender für mich ist die Listung meiner Abschlussarbeit auf der Homepage meines ehemaligen Professors an der Universität oder die Verlinkung zu Videos auf YouTube, die gar nicht mit mir selbst, dafür aber mit Menschen aus meinem persönlichen Umfeld in Zusammenhang stehen. Dabei habe ich mir doch extra einen Social Media Namen angelegt und stets darauf geachtet, diesen nicht mit meinem wirklichen Namen in Verbindung zu bringen.

Den Digital Footprint verkleinern

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen – Loftikantin Irena hält sich den Mund zu
Nichts sagen ...

Auch wenn ich bei der „Vermessung“ meines Digital Footprints nichts finde, das auf irgendeine Weise negativ wirkt, ärgert mich die Tatsache, dass man sich über all diese Einträge – vor allem anhand diverser Zeitungsauschnitte – schon ein recht gutes Bild von meiner Vergangenheit machen kann. Nach intensiverer Suche gelange ich auch zu Beiträgen in Foren, die mehrere Jahre alt und in denen eigentlich keine persönlichen Daten angegeben sind. Das finde ich zwar nicht weiter schlimm, aber schon ein bisschen gruselig. Absolut nervig sind Portale, deren einzige Funktion daraus zu bestehen scheint, Informationen zu meiner Person zu sammeln – wer macht denn so was?!

Nach etwa einer Stunde der digitalen Selbstfindung entschließe ich mich tatsächlich dazu, meinen Digital Footprint zu verkleinern. Ich schreibe ein paar Administratoren an, um meinen Namen von ihren Webseiten löschen zu lassen – denn ein nur auf Google bestehender Zusammenhang mit einer politischen Partei innerhalb der ersten fünf Treffer ist mir dann doch nicht recht. Bereinigen kann ich auf diesem Wege natürlich nur meinen öffentlich sichtbaren Digital Footprint – der unsichtbare kann aber zum Beispiel durch „privates Browsing“ kontrolliert und im Rahmen gehalten werden. Man mag sich ein bisschen seltsam dabei vorkommen, sich selbst zu googeln – aber ich werde das demnächst auf jeden Fall regelmäßiger tun!

Und, wie groß ist dein Digital Footprint?