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(Un)Fit fürs Berufsleben?

Angelina Hennig 10.09.2012
Ein typisch sesshafter Lebensstil, leichter Zugang zu ungesunder Nahrung sowie die gesteigerte Nutzung von Autos und öffentlichen Verkehrsmittel führten in den letzten Jahrzehnten zu starkem Bewegungsmangel. Das hat offensichtlich gefährliche gesundheitliche Konsequenzen – aber laut Studien von scinexx und der Northern Illinois Universität spielt Fitness (oder deren Fehlen) eine immer wichtigere Rolle im Berufsleben.
Fit fürs Berufsleben
Sport hilft bei dem Abbau von Stress und Frust.

Die Studie von scinexx zeigt, dass Personaler, die eigentlich dafür ausgebildet sind, Entscheidung ohne Vorurteile zu treffen, eindeutig Menschen mit Übergewicht diskriminieren. Übergewichtige werden nicht nur widerwillig eingestellt, sondern auch stark untergeschätzt. Die Diskriminierung äußert sich viel mehr gegen Frauen als gegen Männer. Allerdings dient sie nicht der Motivation zum Abnehmen oder für eine bessere Fitness, sondern resultiert in einen Teufelskreis – gefördert durch Frustessen und weniger Möglichkeiten, an gewichtsreduzierenden Aktivitäten teilzunehmen.

Zu viele mit zu schlechter Fitness

Im Alltag heutiger Studierender spielt Sport und Fitness keine besonders große Rolle. Eine Online-Befragung von den Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Bonn brachte alarmierende Ergebnisse: „Die Mehrheit der Studentinnen leidet unter gesundheitlichen Problemen an Gelenken, Muskulatur und Knochen, aber auch an regelmäßigen Kopf- und Magenschmerzen, während ihre männlichen Kommilitonen häufiger mit Übergewicht zu kämpfen haben. Jeder vierte Erstsemester treibt überhaupt keinen Sport.“  Mit dem Thema gesunde Ernährung und Adipositas muss sich jeder heute stärker befassen, um schwerwiegende Folgewirkungen zu vermeiden.

Das Experiment der oben erwähnten Northern Illinois Universität, an dem 98 MBA-Studenten und deren 98 Vorgesetzten teilnahmen, ergab, dass Chefs, die regelmäßig Sport treiben weniger frustriert auswirken und besser mit ihren Mitarbeiter umgehen. Dabei war die Sportart an sich egal.

Sport hilft bei dem Abbau von Stress und Frust. Hiermit sind die Glückshormone-Endorphinen vom Sport als eine positive Nebenwirkung anzusehen, die zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit und dem  gesteigerten Wohlbefindens von allen Mitarbeitern führt.

Noch ein Beispiel: Es wurde auch vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wissenschaftlich bestätigt, dass körperliche Aktivität nicht nur die Gedächtnisleistung steigert, sondern auch das Risiko an Alzheimer, Parkinson oder Depression mindert.

In einem dreistufigen Experiment, untersuchte die Psychologin Sabine Schäfer, ob man wirklich besser lernt, wenn man sich bewegt. 32 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 25 und 32 Kinder absolvierten dazu einen Gedächtnistest. Zunächst ließ sie ihre Probanden bei selbst gewählter Geschwindigkeit auf einem Laufband spazieren parallel zum Lernen. Im zweiten Durchgang wurde das Tempo festgelegt und zum Abschluss prägten sich die Teilnehmer die Aufgaben im Sitzen ein. Das Ergebnis: Wer auf dem Band lief, lernte besser als im Sitzen – und das über alle Altersgruppen hinweg. Auch bei schwierigeren Aufgaben dasselbe Ergebnis, jedoch bei den Kindern mehr noch als bei den Erwachsenen. Ebenso lernten die Probanden bei ihrem eigenen Rhythmus besser als bei dem von Sabine Schäfer gewählten Tempo. Die Wissenschaftlerin vermutet, dass körperliche Aktivität zusätzliche Energiereserven hebt und somit die grauen Zellen anregt.