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Umschwärmte Spezies: IT-Fachkräfte dringend gesucht

Das Internet treibt die Welt um. Wirtschaft, Politik, Gesellschaft: Die Digitalisierung bahnt sich ihren Weg in jede Nische. Die Folge? Die Chancen auf eine IT-Karriere waren noch nie so gut wie heute. Wir geben dir einen Überblick.
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Früher waren Techies mal alle, die als „Technicians“ in der Technikwelt unterwegs waren: Ingenieure in Forschung, Autoindustrie, Raumfahrt. Heute steckt in so gut wie allen technischen Produkten Informatik.

Nicht alle bringen naturwissenschaftliches Fachwissen, den Umgang mit Technik und Social-Media-Engagement so virtuos unter einen Hut wie Astronaut Alexander Gerst. Doch er zeigt ein Stück weit das, was in Zukunft gängig sein könnte: Leute mit Technikexpertise und IT-Kompetenz. Im Fokus stehen bis dahin vor allem Informatiker. Sie müssen heute Struktur in das Tempo bringen, in dem sich Wirtschaft und Gesellschaft durch das Internet verändern – Smartphones und Tablets, Computer und Laptops zeugen davon. Wer die Hard- und Softwareseite beherrscht, hat daher gute Chancen, diesen Wandel mitzugestalten.

Gut 800.000 Beschäftigte gibt es derzeit allein in der Informationstechnik in Deutschland (Januar 2016). Die Digitalisierung hat in den letzten zehn Jahren viele neue Berufsprofile mit sich gebracht, darunter der Softwareentwickler, auch als Programmierer oder Software-Ingenieur bekannt, oder der Datamining Spezialist, der die enorme Menge von Daten, die in der IT anfallen, mit verarbeitet. Doch nur wer sich richtig reinhängt, gute Noten und erste Praxiserfahrungen mitbringt, hat Zugang zu den besten Jobs. Laut Branchenverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) müssen Fachkräfte mit komplexeren Anforderungen und mehr Verantwortung rechnen. Außerhalb der IT-Branche suchen etwa Finanzdienstleister, die Chemie- und die Automobilbranche qualifizierte IT-Arbeitskräfte. Neue Einsatzfelder gibt es auch im Gesundheitswesen (Healthcare-IT) und durch Embedded Systems, die Einbettung von Computern in technische Systeme. Beispiele? Intelligent vernetzte Häuser (Smart Homes) und Autos (Connected Cars).

IT: Starker Anstieg an freien Stellen

Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der IT ist hoch. Sie stieg allein zwischen Januar und Juli 2016 um gut 16 Prozent. Fast überall gibt es mehr Stellen als qualifizierte Bewerber. Grundlage für deinen Einstieg ist primär ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik oder Elektro- und Informationstechnik. Neuartige Studiengänge wie Automobilinformatik und Ingenieurinformatik greifen mit ihrer Interdisziplinarität Schnittstellen zwischen IT und Technik auf. Nach einem Bachelorabschluss kannst du den Master etwa in Data Engineering (TU München) oder Games Engineering machen.

Den meisten Bedarf an Fachkräften hatten 2015 Softwareanbieter und IT-Dienstleister. Besonders gefragt sind IT-Einsteiger in der Industrie in den Bereichen Administration (Netzwerk- und Systemadministratoren, IT-Systemkaufleute), Consulting (IT-Consultants und Berater), Software und Hardware sowie Internet-Sicherheit (Experten für IT-Security). Nicht nur wegen Themen wie Datenspeicherung und Datenübertragung haben IT-Sicherheitsexperten Hochkonjunktur. Ihre Bedeutung ist auch mit der verstärkten Nutzung von Cloud-Lösungen und mobilen Anwendungen in Unternehmen gestiegen.

Funktionales, Management, Support: Einstiegsbereiche in der IT

Stellen im Bereich Informationstechnologie lassen sich grob in die Sparten Funktionales, Management, Support und Consulting gliedern. Funktionale Stellen haben zum Beispiel Business Analysten, Netzwerk-Administratoren und IT-Architekten inne. IT-Architekten konzipieren umfangreiche IT-Systemlösungen, führen sie durch und haben den Blick auf das Ganze. Sie leiten meist ein Team. Administratoren lenken die störungsfrei funktionierende IT-Infrastruktur in Unternehmen. Programmiersprachen wie PHP und MySQL sind für sie gängig. Business Analysten beherrschen nicht nur gängige Programmiersprachen, sondern auch Betriebssysteme, relationale Datenbanken, Web Services und damit verbundene Technologien.

IT-Managerstellen sind für Unternehmen besonders bedeutsam. Hier wirkt die IT direkt auf den Erfolg einer Firma ein. Diese Berufe setzen ein paar Jahre Berufserfahrung voraus. So koordiniert zum Beispiel ein Chief Technological Officer (CTO) die IT-Strukturen eines Unternehmens. Der Chief Digital Officer

verantwortet die digitalen Belange eines Unternehmens. Projektmanager in der IT lenken Projekte in den Feldern Hard- und Software, Web- und Systementwicklung.

Unter den Support-Positionen sticht vor allem der Datenbank-Administrator heraus: Er entwickelt und verwaltet die Datenbanksysteme eines Unternehmens, lenkt somit die Nutzung von Software und programmiert notwendige Änderungen.

IT-Gehälter: weiter im Aufwind

Experten mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung gelten als Einsteiger. Sie verdienten in der IT 2015 in Abhängigkeit vom Schwerpunktbereich 28.000 Euro bis 61.750 Euro jährlich brutto. Diesen Einsteigerverdienst können laut Handelsblatt/Robert Half zum Beispiel Desktop Support-Analysten beziehungsweise IT-Projektmanager erzielen. Datenbankentwickler verdienen ab 42.500 Euro, mit zehn Jahren Berufserfahrung sind es rund 73.500 Euro. Höher hinauf geht es unter anderem für Netzwerkarchitekten oder Data-Warehouse-Manager. Sie verarbeiten, grob gesagt, die Auswertung aller in einem Unternehmen auflaufenden Daten. IT-Experten mit Personalverantwortung erzielen überdurchschnittliche Einkommen, ebenso IT-Manager. IT-Sicherheitsexperten können im Mittel einen Verdienst von rund 70.736 Euro erzielen, IT Consultants zwischen 65.000 und 70.000 Euro.

Da IT-Fachkräfte in fast allen Wirtschaftsbranchen und vermehrt auch von kleinen und mittelständischen Betrieben gesucht werden, ist das Gehaltsspektrum groß. Die Autobranche zum Beispiel bietet ihnen überdurchschnittliche Gehälter.

Für IT-Einsteiger wie Profis gilt: Viel Praxis, Weiterbildung und Teamfähigkeit sind alles!

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