DE EN

Überlastet, doch zufrieden: Jobs für Mediziner

Ärzte retten Leben – wer mag, findet aber auch alternative Jobs in der Medizin.

Über 80.000 Medizinstudenten gibt es in Deutschland. Wenn sie ihr straffes Studium durchlaufen, das verschult ist und ihnen viel Lernvermögen abverlangt, freuen sie sich über jeden Erfolg. Den brauchen sie auch – wie der Arbeitsmarkt sie. „Die Zahl der Ärzte steigt, aber der Bedarf steigt schneller“, sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery.
#JobEinstiegMED: Jobs für Mediziner
#JobEinstiegMED: eure Chancen nach dem Medizinstudium

Daran gemessen, wäre zu wünschen, dass jeder angehende Mediziner später als Weißkittel startet. Doch es gibt Alternativen. Mancher Arzt wählt die Technikseite – und erfindet etwa Software fürs Medizinstudium. So gründeten die drei Ex-Kommilitonen Dr. Kenan Hasan, Dr. Madjid Salimi und Dr. Sievert Weiss 2011 das Unternehmen Miamed. Ihre Erfindungen „Amboss“ und „Steigbügel“ haben nichts mit den gleichnamigen Gehörknöchelchen zu tun. Dahinter stecken ein medizinisches Lernprogramm beziehungsweise eine Klinikplattform, die freie Stellen für Mediziner listet.

Drei Staatsexamen stehen vor dem Jobeinstieg

Hilfe wird dankbar angenommen: Medizinern in spe wird nicht wenig abverlangt. Drei Staatsexamen rund um Anatomie, Physik oder Biochemie, die Deutung von Symptomen und Krankheitsbildern und konkrete Fälle lassen einiges an Stoff zusammen kommen. Der wird gern in Multiple-Choice-Form abgefragt. Haben sie die Prüfungen gemeistert, erwartet junge Assistenzärzte ein herausfordernder Alltag zwischen Diagnose und Therapie von Krankheiten und Leiden, Vor- und Nachsorge und Forschung. Sie arbeiten in Tag- und Nachtschichten, haben Notdienste und stets unvorhersehbare Fälle vor sich. Ihren Job mögen sie dennoch. Ein Arzt findet ansonsten in Ministerien, Ämtern und in der Industrie alternative Möglichkeiten.

Vollbeschäftigung und Ärztemangel

Ende 2015 waren rund 370.000 Ärzte in ganz Deutschland tätig, rund jeder dritte davon in eigener Praxis. Der Bedarf bleibt – denn Deutschland altert. Lag etwa 2015 der Anteil der über 60-jährigen Patienten in den Krankenhäusern bei 51,5 Prozent, sind es laut Experten bis 2030 schon 60,8 Prozent. Damit in Zukunft mehr Abiturienten Medizin studieren, wollen Experten die Zahl der Studienplätze erhöhen. Statt rigider Abiturnoten sollen andere Voraussetzungen für ein Studium in den Blick rücken, die dem Alltag des Arztes eher gerecht werden als Topnoten: soziales Engagement, berufliche Vorerfahrungen und besondere psychosoziale Kompetenzen.

Für Mediziner herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenzahl ist sehr gering und am ehesten in großen Städten zu finden. Obwohl derzeit genügend Ärzte nachrücken, herrscht in Kliniken und Praxen und im hausärztlichen Bereich auf dem Land Personalnot. Dazu kommt: Rund 100.000 Ärzte gehen in der näheren Zukunft in den Ruhestand. Arbeitszeiten werden heute zudem stärker hinterfragt. Junge Ärzte nehmen fordernde Jobs nicht mehr so bedingungslos hin wie ihre Vorgänger. Viele wollen Familie und Job besser miteinander vereinbaren. Teilzeitarbeit wird häufiger.

Neue Jobs – Public Health, E-Health, Medical Content

Der Wert einer gesunden Lebensführung steht heute hoch im Kurs. Das hat Auswirkungen auf das Spektrum medizinischer Berufe. Neben Food-Trends, Bio-Boom, Achtsamkeit und einer Neubewertung von Bewegung und Vitalität haben auch Unternehmen den Wert der Gesundheit erkannt. Sie treiben verstärkt das betriebliche Gesundheitsmanagement voran, stellen Fachkräfte dafür ein, die präventiv arbeiten und im Unternehmen den Sinn fürs Gesunde vermitteln. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass es nicht selbstverständlich ist, gesunde Mitarbeiter zu haben.

Andere neue Tätigkeitsfelder in der Medizin gibt es durch die Digitalisierung. Im E-Health-Bereich entstehen dank neuer Technologien laufend Software-Lösungen für die Medizin. Tausende  medizinische Apps sind derzeit auf dem Markt. Vielfach bieten sie brauchbare Lösungen für viele medizinische Felder – von Gynäkologie (zum Beispiel Clue) bis Diabetes (zum Beispiel mysugr). Für qualitativ hochwertige Angebote werden Mediziner gebraucht. Auch Bio- und Nanotechnologie sowie Medizintechnik bereichern den Arbeitsmarkt für Ärzte. Große Pharmakonzerne wie Merck, aber auch Startups entwickeln neuartige Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Malaria, Alzheimer oder Krebs. Und da auch medizinische Informationen korrekt sein sollen, kann ein Arzt auch Fachjournalist beziehungsweise Medical Content Specialist werden.

Gehalt: hoch, aber erst als Chef spitze

Ein Arzt verdient gut – angesichts vieler Überstunden und der hohen Verantwortung von Anfang an scheint das angemessen. Assistenzärzte (Ärzte in Weiterbildung) an Kliniken verdienten 2015 zwischen 4.100 und 4.300 Euro brutto pro Monat im ersten Berufsjahr. Im sechsten Berufsjahr waren es bereits ab etwa 5.300 Euro aufwärts. Nach rund sechs Jahren ist der Weg zum Titel Facharzt frei. Wer Oberarzt beziehungsweise leitender Oberarzt wird, verdient entsprechend mehr. Angestellte Fachärzte verdienen ab rund 5.000 Euro brutto monatlich. Das gewählte Fachgebiet spielt für das Einkommen eine Rolle. Allgemeinmediziner verdienen zum Beispiel weniger als Radiologen oder Internisten. Sind Ärzte niedergelassen in eigener Praxis, ist der Verdienst höher – es fallen aber auch Kosten für Mitarbeiter, Equipment, Steuern und Versicherung an, die vom sogenannten Reingewinn abgehen.

Nützliches Netzwerk für den Jobstart: careerloft

Du studierst Medizin und hast grundsätzlich Freude an einem starken Netzwerk und Unterstützung auf dem Weg in den Beruf? Dann denk über ein Online-Stipendium bei careerloft nach. Unsere Plattform unterstützt dich in deinem Studium und zum Berufsstart. Neben spannenden News für Studierende findest du hier auch immer attraktive Stellenangebote, die dich als Mediziner interessieren könnten.

Nimm von überall auf der Welt aus an interessanten Webinaren teil oder gewinne einen Mentor, der dich auf deinem Weg in den Beruf begleitet. Als Online-Stipendiat profitierst du zudem von unserer Studienförderung wie etwa Zeitschriftenabos oder fachspezifischen Angeboten. Nutze Kontakte zu anderen Studierenden bzw. Absolventen oder Mitarbeitern unserer Partnerunternehmen.

Noch Fragen? Melde dich. Wir freuen uns, von dir zu hören!