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Sitzordnung – wie die Anordnung das Gespräch beeinflusst

Tipps für die optimale Sitzordnung in Meetings

Katja Mayer 18.10.2016
Sitzordnung in Meetings: Die Teilnehmer sitzen in einem großen Raum an einem Tisch, der Leiter am Kopfende, die Aufmerksamkeit aller ist auf ihn gerichtet. Manche sitzen zurückgelehnt und wirken eher gelangweilt. Andere Gäste beugen sich vor und versuchen, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Der intellektuellen Primadonna geht alles viel zu langsam. Zwei Personen sagen gar nichts oder beschränken ihre Beiträge darauf, bereits Gesagtes zu wiederholen. Andere Gäste reden viel, sagen aber wenig. So sieht großes Konferenz-Kino aus. Damit du bei deinen nächsten Veranstaltungen – ganz egal ob privat oder im Business – den Überblick bewahrst, haben wir für dich ein paar Tipps zusammengestellt.
#JobEinstieg 11: Sitzordnung
#JobEinstieg: Wie die Sitzordnung den Gesprächsverlauf beeinflusst

Seit Jahren versuchen Wissenschaftler zu ergründen, welche tiefere Symbolik solchen Konferenzen und Präsentationen innewohnt und bemühen sich, die dort versandten subtilen Botschaften zu dekodieren. Die US-Psychologin Sharon Livingston hat mehr als 40.000 Arbeitnehmer interviewt, beobachtet und analysiert, um den Geheimnissen der Konferenzrituale auf die Spur zu kommen. Herausgekommen sind dabei allerlei Heiteres und Nachdenkliches, ein paar nützliche Tipps sowie vermeintliche Bedeutungen der Sitzordnung. So war man zum Beispiel davon ausgegangen, dass der Stammplatz, also jener Ort, den Gäste in Meetings immer wieder gerne einnehmen, eine Art Territorium markiere, das Teilnehmer im Laufe der Betriebszugehörigkeit erobert haben. Heute weiß man: Der Platz am Konferenztisch steht im Zusammenhang mit unserem Rang und der Rolle, die wir in der Gruppe einnehmen (wollen). 

Darüber hinaus wird der Gesprächsverlauf nicht nur vom jeweiligen Platz beeinflusst, sondern auch von der vorgegebenen Tischordnung. Unterschiedliche Tischordnungen haben unterschiedliche Gruppeneffekte. Wir haben für dich die gängigsten Tischordnungen zusammengefasst und geben dir Tipps für deine nächsten Präsentationen und Meetings.

Das Rechteck

Die Tische werden zu einem Rechteck angeordnet, es gibt also keine erkennbare Hierarchie der Plätze. Diese Form eignet sich daher besonders gut für Meetings, bei denen es um kreative oder interpersonelle Themen geht. Die Distanz zwischen den Tischreihen dient als Schutzraum und hilft manchen, sich zu öffnen. Völlig ungeeignet ist die Sitzordnung für Präsentationen, weil dann immer einige Teilnehmer mit dem Rücken zur Leinwand sitzen.  

Das Board

Ein großer Tisch, an dem sich zwei Gruppen gegenübersitzen, mit einem Platz am Kopfende. Hier kann der Chef sitzen, aber auch ein neutraler Moderator, der die Konferenz leitet. Diese Sitzordnung eignet sich nicht für beliebig viele Teilnehmer, da bei einer großen Anzahl einige Personen so weit vom Kopfende entfernt sitzen, dass sie sich möglicherweise ausgeschlossen fühlen und sich nur unzureichend engagieren.

Die römische Zwei

Bei diesem Modell stehen sich zwei Tischreihen gegenüber, gegebenenfalls kommt ein Platz an einer Stirnseite hinzu. Hier könnte eine Präsentation stattfinden oder ein Mediator sitzen. Diese Sitzordnung ist durch die Distanz zwischen den Tischreihen eher für kontroverse Meetings geeignet, etwa für Verhandlungen oder Schlichtungsgespräche. Für ein Brainstorming stellt es dagegen nicht die ideale Form dar.

Rechteckige Tischordnung
Das Rechteck
Sitzordnung Board
Das Board
Tischordnung als römische Zwei
Die römische Zwei

Das U

Durch das offene Kopfende ergibt sich automatisch eine Art Bühne, die zum Beispiel für Vorträge oder Präsentationen genutzt werden kann. Der angedeutete Halbkreis fördert Harmonie und Kooperation der Teilnehmer untereinander. Denn solange der Chef nicht an einer der Stirnseiten Platz nimmt, entsteht keine Hierarchie der Positionen. Die Sitzordnung ist ideal für Jurysitzungen oder Besprechungen in der Gruppe, bei denen es vor allem um Inspiration geht.

Der Halbkreis

Der Halbkreis ist wie eine Bühne aufgebaut und die Weiterentwicklung des „U“, ohne die Tische. Diese Form setzt Offenheit voraus, da es keine optischen Barrieren gibt, hinter denen sich Personen verstecken könnten. Gleichzeitig fördert diese Sitzordnung aber auch ein offenes Miteinander auf Augenhöhe. Hilfestellung kann ein Moderator bieten, der am Kopfende sitzt. Wird er nicht benötigt, lässt sich der Kreis schließen – und wird Stuhlkreis genannt. Diese Form eignet sich besonders für Brainstormings und emotionale Gruppengespräche.

Der Cluster

Hier verteilen sich die Teilnehmer auf im Raum verteilte runde Tische. Allenfalls eine Person sitzt oder steht an der Seite, um zum Beispiel eine Präsentation zu halten. Diese Anordnung eignet sich besonders für ein Brainstorming oder für Projektarbeiten, bei denen die Teilnehmer Arbeitsgruppen an den Einzeltischen bilden und Teilaufgaben lösen. Die Ergebnisse werden dann vorne präsentiert.

Das U als Sitzordnung
Das U
Halbkreis als Sitzordnung
Der Halbkreis
Tischordnung im Cluster
Der Cluster

Am besten ohne Tisch: Tipps zur Optimierung von Meetings

Wenn möglich, sollte bei einer Konferenz auf Tische verzichtet werden. Bei kurzen, täglichen Teamroutinen hat sich das „Stand-up-Meeting“ bestens bewährt. Doch auch eine längere Konferenz profitiert davon, dass die Gäste stehen. Zum einen zwingt es sie dazu, schneller auf den Punkt zu kommen. Zum anderen bewegen sich Personen eher aufeinander zu, wenn sie nicht an Tisch und Stuhl gefesselt sind. Und keiner der Gäste kann sich aufgrund einer ungünstigen Sitzordnung hinter dem Nachbarn verstecken. Allein die bessere Sichtbarkeit sorgt für weniger Herumlümmeln und mehr Engagement. Ganz ohne Tisch geht es aber doch nicht: Für Getränke und Pausensnacks sollte er bereitstehen.

Weitere nützliche Tipps zur Gestaltung interessanter und produktiver Meetings liefert Hartmut Laufer in „30 Minuten: Besprechungen“.

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