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Tiefgang und Vielfalt: Jobs für Naturwissenschaftler

Naturwissenschaftler, Mathematiker und Absolventen verwandter technischer Fächer werden am Arbeitsmarkt gesucht. Insbesondere Frauen. Worauf du als Einsteiger achten solltest und welche Jobs es für Naturwissenschaftler gibt, verraten wir dir hier.
Deine Möglichkeiten als Naturwissenschaftler

Einem Exoplaneten Leben einhauchen? Gute Idee, findet Physiker Claudius Gros. Während viele nicht einmal genau wissen, was ein Exoplanet ist - einer, der außerhalb des Sonnensystems kreist -, ist Gros einen Schritt weiter. Die Genesis-Mission, an der er an der Goethe-Universität Frankfurt forscht, klingt etwas nach Science-Fiction: Sie könnte auf sonnenfernen Planeten Leben entstehen lassen, das die Natur nicht selbst hervorbringen kann. Die Idee? Unbekannte interstellare Mikro-Raumschiffe befördern einzellige Lebewesen, die sich dort ansiedeln.

Nur Phantasie? Nein. Naturwissenschaftler und Mathematiker beherrschen das Verfolgen eines Ziels mit Beharrlichkeit und dem Blick auf Zukünftiges. Fachwissen, analytisches Denken, der Transfer von komplexer Theorie in Praxis: Das lernen Biologen, Chemiker, Physiker, Mathematiker, aber auch Medizintechniker, Geowissenschaftler, Biotechnologen oder Forstwirte im Studium. Hochschulen, Forschungs- und Entwicklungslabors, Institutionen, Unternehmen und Beratungshäusern stellen sie ein. Während es an der Hochschule um Grundlagenforschung geht, geht es in der Industrie darum, Produkte und Lösungen zu entwickeln oder zu verbessern: im Dienst der Agrarindustrie, auf der Suche nach innovativen Prothesen, im Labor eines Kosmetikkonzerns oder als Graduate in der Pharmabranche.

2016 waren rund 360.000 Menschen in Deutschland im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften tätig. Die Zahl der Absolventen dieser Fächer steigt stark (Quelle: Statistik „Der Arbeitsmarkt in Deutschland – MINT-Berufe“, Bundesagentur für Arbeit, März 2016). Frauen und Akademikerkollegen aus dem Ausland sind nach Angaben des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft dabei noch immer die Ausnahme.

Starke Nachfrage nach Mathematikern, Physikern, Chemikern

Stellenangebote sind für MINT-Vertreter trotz guter Nachrichten keine Selbstläufer. Während etwa Mathematiker stark nachgefragt sind, hängt die Erfolgschance auf gute Jobs bei Biologen auch davon ab, in welchem Bereich sie tätig werden wollen. Für Stellen in Unternehmen sind molekularbiologische oder chemisch-biologische Themenschwerpunkte sinnvoll. Kommunen und Institutionen dagegen suchen in Stellenangeboten Biologen im Umweltschutz, in der Umweltpolitik und in der Landwirtschaft (Quelle: WILA Bonn).

Auch Chemiker arbeiten intensiv an Zukunftsfragen mit. Die chemische Industrie produziert Materialien, die zu Klimaschutz, Mobilität, demografischem Wandel oder der Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung beitragen. Dabei überschneiden sich heute Inhalte der Chemie immer stärker mit Inhalten von Fächern wie Verfahrens- und Prozesstechnik. Anlagen werden komplexer und digitale Technologien spielen bereits eine große Rolle. Das gilt für alle Arbeitgeber.

Jobs mit interdisziplinärem Fokus – die Zukunft

Naturwissenschaftler und Mathematiker starten ihre Karriere als Consultants, Forscher und Entwickler, Anlagentechniker, Qualitäts-, Projekt- oder Systemingenieure oder Trainees in Unternehmen. Aber auch als Wissenschaftsredakteure, Moderatoren oder Lehrer. Gefragt sind Skills wie Management- und Präsentationstechniken, Kommunikationstalent und gute Englischkenntnisse. Personaler schätzen außerdem nachgewiesene Auslandserfahrung.

Immer wichtiger werden auch Grenzbereiche zwischen Naturwissenschaft, Medizin und Technik. Interdisziplinäre Abschlüsse und Erfahrung sind eine gute Kombi für den Berufseinstieg in Wirtschaft und Wissenschaft. Beispiele dafür sind Biotechnologen, Biomathematiker, Bioinformatiker, Agrarbiologen, Medizintechniker oder auch Chemieingenieure.

Die höchsten Einstiegsgehälter gibt es mit rund 42.000 bis zu 46.000 Euro/Jahr brutto in der Automobilindustrie, in der Feinmechanik bzw. Optik und in der Chemieindustrie (Quelle: Personalmarkt/academics.de, Stand 2013). Sehr gute Verdienstmöglichkeiten winken auch in der Pharmaindustrie und im Bereich Verfahrenstechnik. Absolventen mit Master-Abschluss bzw. Promotion erzielen die höchsten Gehälter. Hochschulen und Forschungseinrichtungen zahlen weniger.

Gehaltssprünge durch Promotion

Die Erwartungen der Berufseinsteiger liegen bei einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 45.537 Euro (Männer) beziehungsweise im Vergleich unverständlich geringeren 38.585 Euro (Frauen). Das ermittelten Umfragen im Rahmen der „Universum Student Survey Deutschland 2016“.

Für eine Karriere in der Forschung und bessere Verdienstchancen in der Wirtschaft sollten Absolventen einen Masterabschluss und idealerweise den Doktortitel mitbringen. Chemiker, Pharmazeuten und Mediziner haben ihn meist bereits. Derzeit sind 30 Prozent aller Doktoranden in Deutschland Naturwissenschaftler. 50 Prozent der Promovierenden sind laut Statisches Bundesamt.

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