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Liebe Grüße, herzlichst, hochachtungsvoll, mit freundlichen Grüßen?

Grußformeln und ihre versteckte Botschaft

Sarah Grewing 10.10.2016
Oft unterschätzt und doch immer präsent: Grußformeln. Ob noch klassisch auf Papier als Brief oder am Ende der E-Mail senden Schlussworte oft eine versteckte Botschaft. Welche Formalien wie Anrede und Grußformel zu welchem Empfänger passen, hängt von Unternehmen und Thema ab. Damit du nicht am Anfang deiner Karriere gleich ins Fettnäpfchen tappst, haben wir uns einige Formulierungen angeschaut und geben dir im folgenden Artikel Tipps, welche Grußformel zu welcher Korrespondenz passt.
Business Knigge: Grußformeln
#BusinessKnigge: Wann ist welche Grußformel angebracht?

Urlaub, Geburtstag, Feiertag – liebe Grüße werden zuhauf an Freunde und Familie verschickt. Immer häufiger geschieht das aus Zeit- und Geldgründen auch per E-Mail. Und überhaupt: Privat und beruflich senden wir hunderte von E-Mails täglich. Fix noch eine Mail zwischen zwei Meetings – Formalien wie Anrede, Begrüßung oder Schlussworte werden dabei gerne mal vernachlässigt.

Grußformeln sind persönlich

Dabei sind Anrede und Grußformeln gerade bei der Korrespondenz im Unternehmen ganz und gar nicht unwichtig. Vielmehr drücken sie sehr gut tatsächliche Wertschätzung und Kundenorientierung aus und können der Post einen ganz persönlichen Dreh geben. Denn schließlich sind E-Mails die digitale Entsprechung eines Briefes. Genau deshalb sollten auch in einer E-Mail die Anrede und Grußformel nicht zu kurz kommen. Mit den folgenden Tipps findest du ganz einfach die passende Grußformel für jede Gelegenheit.

Tipps fürs richtige Grüßen

Zu formell, zu persönlich oder gar ironisch? Liebe, herzliche, freundliche oder schöne Grüße? Wir verraten dir, welche Grußformel welche Botschaft zum Empfänger sendet und geben dir Tipps fürs richtige Grüßen.

„Mit freundlichen Grüßen“

Der Klassiker unter den Grußformeln. Und genau deshalb auch sehr unpersönlich. Selbst Anwaltsschreiben enden mit dieser Grußformel. Für hochoffizielle Schreiben (wie Bewerbungen, Anträge oder Ähnliches) kann man damit nicht verkehrt liegen. Aber wenn man wirklich freundlich grüßen will, warum dann nicht durch „Freundliche Grüße“, „Schöne Grüße“ oder „Herzliche Grüße“?

„Liebe Grüße aus Köln“

Die Botschaft: Ich grüße dich aus meiner Hochburg, du Wicht im irgendwo. Warum nicht in der nächsten E-Mail: „Liebe Grüße nach Köln, München, Berlin, …“ Ein kleines Wort kann viel bewirken. Das „nach“ drückt sofort echte Empfängerorientierung aus: Ich grüße dich in deiner Hochburg. 

„Herzlichst“

Superlative wie „Freundlichst“, „Herzlichst“, „Allerliebst“ sind definitiv zu viel des Guten. Es ist klar, dass das nicht so gemeint ist. Daher verkehrt sich dadurch die Wirkung eher ins Gegenteil. Ähnlich wirkt die antiquierte Grußformel „Hochachtungsvoll“.

„Liebe Grüße“ 

Diese Grußformel wirkt sehr persönlich, noch mehr: „Alles Liebe“. Sie sind meist guten Freunden und engen Vertrauten vorbehalten. In der Geschäftskorrespondenz funktioniert das nur bei einem sehr guten Arbeitsverhältnis. Besser: Bei der Korrespondenz im Unternehmen eine neutrale Grußformel wie „Mit besten Grüßen“ verwenden. 

„MFG“, „LG“

Die Kurzformen von „Mit freundlichen Grüßen“ (MFG) beziehungsweise „Liebe Grüße“ (LG) haben sich durch SMS und E-Mails stark verbreitet, wirken aber stets etwas lieblos und geringschätzig. Bei schnellen Mitteilungen unter Kollegen oder Bekannten spricht nichts gegen diesen Gruß – hier dominiert schließlich die Information. Gegenüber Kunden, Geschäftspartnern oder Fremden aber, ist es gut zu wissen, dass diese Grußformeln respektlos wirken. 

„Gruß“

Wegen ihrer Kürze wird die Grußformel ebenfalls gerne in Mails oder Kurzmitteilungen verwendet. Sie gilt jedoch außerdem als Standard-Gruß, falls dieser eben nicht mehr ganz so freundlich gemeint ist. Die Grußformel kann deshalb leicht zu Missverständnissen und atmosphärischen Störungen führen. 

„Mit den besten Wünschen für ein schönes Wochenende!“

Kreative Schlussformeln wie der obige oder Adaptionen wie „Freundlich grüßt Sie“ werden immer beliebter, weil sie individuell sind. Leichte Abwandlungen können deshalb nett wirken, weil man sich die Mühe gegeben hat, über den Standard-Gruß hinaus zu gehen. Das kann aber auch nach hinten losgehen, denn wenn es sehr kreativ wird, wirkt es unter Umständen zu bemüht.

Insgesamt gilt: Mit schlichten Grußformeln wie „Beste Grüße“ kannst du eigentlich nicht daneben liegen. Aber auch durch kleine, individuelle Formulierungen wie „Sonnige Grüße“ oder „Schöne Grüße“ kannst du ein paar Pluspunkte sammeln, denn sie hinterlassen einen angenehmen Eindruck. Es kommt aber auch auf das Thema, die Beziehung zum Empfänger, die Gepflogenheiten in Büro und Bekanntenkreis an. Am besten bleibst du lieber eine Spur zu vorsichtig! 

Gut zu wissen: Im Deutschen wird die Grußformel immer durch eine Leerzeile vom Text abgesetzt und ohne Komma vom Namen getrennt!

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