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Social-Media-Burnout: Wenn zu viel Information krank macht

Katja Mayer 28.09.2012
Für die meisten Menschen gehören heute soziale Netzwerke zum Alltag. Ständig erreichbar zu sein und vor allem immer und überall mit Informationen versorgt zu werden, kann aber auch zu ernstzunehmenden Depressionen führen.
Social-Media-Burnout
Eine übertriebene Nutzung sozialer Netzwerke kann zu einem Social-Media-Burnout führen.

Rund um die Uhr aktiv

Statusmeldungen kommentieren, Tweets beantworten, Links teilen und Fotos posten: Wer auf Facebook, Twitter & Co. aktiv ist, hat viel zu tun; und das praktisch rund um die Uhr. Denn Friends und Follower erwarten schließlich regelmäßige Updates und Reaktionen auf eigene Posts. Eine übertriebene Nutzung sozialer Netzwerke kann jedoch erheblich zu einem Erschöpfungssyndrom beitragen – praktisch ein Social-Media-Burnout.

Junge Internetnutzer – der Begriff „digital natives“ ist bereits etabliert – sind potenziell gefährdet. Sie sind es gewohnt, immer erreichbar zu sein. Häufig fällt es ihnen schwer, eine klare Grenze zwischen Privat- und Berufsleben zu ziehen. Kommt zu dieser permanenten Informationsflut auch noch Zeitdruck, wenig Kontrolle über die eigene Arbeit und wenig Handlungsspielraum hinzu, kann es zu Erschöpfungszuständen und schließlich zum Burn-Out-Syndrom kommen. Darunter verstehen Experten einen anhaltenden Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Ausgelöst wird dieser durch chronischen Stress, der wiederum durch fehlende Erholungsphasen entsteht.

Symptome auch des Social-Media-Burnouts sind unter anderem Schlafstörungen, Unruhe und verminderte Leistungsfähigkeit. Außerdem sind körperliche Beschwerden wie Rücken- oder Kopfschmerzen alarmierende Signale. Wer unter einem oder mehreren dieser Symptome leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, haben wir für dich einige Vorschläge zur Verringerung deiner Social-Media-Aktivitäten.

Reduktion auf das Wesentliche

Je mehr ausgeblendet wird, desto mehr kognitive Fähigkeiten bleiben für eigentlich Wichtiges. Jeder sollte deshalb eigene Strategien entwickeln, um ausreichend abschalten zu können. Wir nennen dir einige Beispiele:

  • Radikal, aber wirkungsvoll und zudem einfach durchzuführen: Stelle E-Mail, Twitter, Skype und andere Kommunikationsmittel mal für einen Tag ab und gönne dir eine Auszeit.
  • Du recherchierst etwas? Ändere deine Startseite von ablenkungsreichen Seiten wie Spiegel Online oder Facebook und wähle direkt eine Suchmaschine, Wikipedia oder eine leere Seite.
  • Du bist medial überreizt? Richte auf deinem Rechner ein spezielles Benutzerkonto für ungestörtes Arbeiten ein, in dem dir kein Webbrowser, kein Instant-Messaging- und kein Email-Programm zur Verfügung stehen.
  • Du musst kreativ sein? Mindmaps und Konzepte kannst du mit Stift und Papier genauso einfach aufstellen wie am Rechner. Computer ausschalten und mal per Hand arbeiten.
  • Nutze verschiedene Mobiltelefone für die berufliche und private Kommunikation. Vorgesetzte gehören ebenso wenig in das private Telefonverzeichnis wie in die Facebook-Freundesliste.
  • Geh raus! Bei Wind und Wetter tut es vor allem deinen Augen gut, vom Bildschirm auf grüne Blätter und rote Blumen zu wechseln. Sauerstoff und UV-Licht bringen dein Gehirn in Schwung, halten den Stoffwechsel auf Trab und regen die Produktion von Serotonin an, dem Botenstoff, der im Gehirn gute Laune auslösen kann.

Auch für Arbeitgeber könnte das Thema Social-Media-Burnout in Zukunft von Bedeutung sein. Durch entsprechende Schulungen sollen vor allem Führungskräfte Strategien für die Prävention des Phänomens kennenlernen.

Buchtipp: Helgo Bretschneider schreibt über „Und täglich grüßt die Datenflut: Tipps und Techniken für mehr Effizienz und stressfreien Umgang mit Informationen

In unserem Berliner Loft diskutierten vor einiger Zeit Tonia & Tim mit zwei careerloft-Mitgliedern über das Thema Social Media Burnout. Klickt einfach auf das Bild, um den dazugehörigen Bericht von UNICUM Beruf zu lesen!

Und schaut hier, was Präventions- und Social Media-Experten bei der Social Media Week 2012 in Hamburg noch zum Thema Informartionsflut sagen hatten: