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Richtig bewerben – Teil 2: Tipps für den Lebenslauf

Muster, Aufbau, Inhalt und Gestaltungsalternativen

Katja Mayer 20.06.2016
Nachdem wir dich für dein Bewerbungsschreiben gerüstet haben, geben wir dir nun Tipps für den Lebenslauf – das Dokument deiner Bewerbung, in dem du lückenlos über deinen persönlichen und beruflichen Werdegang informierst. Ob tabellarisch oder grafisch aufbereitet: Dein Lebenslauf, oder auch CV (Curriculum Vitae), sollte einem klar gegliederten Muster folgen und dem potenziellen Arbeitgeber beim Screening deiner Bewerbung einen schnellen Überblick ermöglichen.
Richtig bewerben - Tipps für den Lebenslauf
Aufbau, Muster und Alternativen für deinen Lebenslauf

Während du im Bewerbungsschreiben deine Qualifikation und Motivation für den Job schilderst, stellst du im Lebenslauf deine wesentlichen Kenntnisse und Erfahrungen übersichtlich und in der richtigen Reihenfolge dar. Aufgepasst: Ein tabellarischer Lebenslauf wird nach einem chronologisch absteigenden Muster aufgebaut. Dieses Muster ist mittlerweile am weitesten verbreitet; dazu gleich mehr.

Sicherlich kannst du hier und da deinen Lebenslauf „pimpen“, aber verfälsche oder verbirg nichts. Zudem sollten keine Lücken in der chronologischen Abfolge deines Lebenslaufs bestehen. Der Lebenslauf sollte einen Umfang von ein bis maximal zwei Seiten haben. Zusätzlich kannst du ein Deckblatt mit den persönlichen Angaben und dem Bewerbungsfoto anlegen.

So baust du den Lebenslauf auf

Fast in der ganzen Welt hat sich mittlerweile das Muster „tabellarischer Lebenslauf“ in der Bewerbung durchgesetzt. In der Regel wird dieses Muster des Lebenslaufs nach zwei Kategorien gegliedert: Die erste ist die thematische Sortierung, die deine Karrierestationen etwa in Ausbildung und Berufserfahrung chronologisch absteigend gliedert, das heißt, du startest deinen Lebenslauf mit deiner aktuellen Station. Denn in der Regel ist das auch die, die dich am meisten für die angestrebte Stelle qualifiziert.

In den einzelnen Rubriken werden die Stationen dann chronologisch aufgereiht. Aktuell üblich ist dabei die sogenannte amerikanische Gliederung: Bei diesem Muster beginnst du deinen Lebenslauf mit der jeweils aktuellsten Position und arbeitest dich dann zeitlich bis zur Schulausbildung nach hinten durch.

Lebenslauf-Inhalte und -Gestaltung

Nach dieser Vorlage kannst du die Bestandteile in deinem Lebenslauf gliedern:

So könntest du deinen Lebenslauf gestalten
So könntest du deinen Lebenslauf gestalten

Persönliche Daten (eventuell als Deckblatt)

Name, Geburtstag und -ort, dazu das Bewerbungsfoto. Nationalität oder Religionszugehörigkeit werden im deutschsprachigen Raum und in Südeuropa oft angegeben. Im Rest der Welt sind sie verpönt, um die Bewerber vor Diskriminierung zu schützen. Auch das Bewerbungsfoto wurde in vielen anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien, USA und im skandinavischen Raum bereits aus dem Lebenslauf verbannt. Seit 2006 sind auch in Deutschland Bewerbungsfotos dem Lebenslauf freiwillig beizulegen – dieser neue Standard hat sich allerdings noch nicht in allen Unternehmen durchgesetzt. In Ratgebern zu Bewerbungstipps wird daher weiterhin empfohlen, der Bewerbung ein Foto beizulegen.

Übersicht zu deiner Berufserfahrung

Dazu zählt beispielsweise eine Ausbildung, die du vor dem Studium gemacht hast. Ebenso gehören deine Praktika oder Studentenjobs in den Lebenslauf, sofern du dort Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle erwerben konntest. Nicht jeder Studentenjob muss im Lebenslauf genannt werden!

Angaben zu deiner Ausbildung

Deine theoretischen Kenntnisse gehören natürlich unbedingt in den Lebenslauf. Dazu zählen neben deinem Schul- und deinem Hochschulabschluss ebenfalls mögliche Weiterbildungen. Wichtig ist, dass Letztere etwas mit der angestrebten Position zu tun haben – ansonsten kannst du auf deren Nennung im Lebenslauf verzichten.

Infos zu Hobbys/Engagement

Wichtig ist, dass du in deinem Lebenslauf zwischen Hobbys und Engagement unterscheidest:

Ein Engagement ist etwas, das du für andere tust. Hier sind in erster Linie Ehrenämter wichtig. Auch eine aktive Rolle in einem Verein kannst du in deinem Lebenslauf als Engagement aufführen – insbesondere, wenn du darin Erfahrungen gewonnen hast, die du auch im Job nutzen kannst.

Ein Hobby ist dagegen etwas, das du für dich selbst machst, zum Beispiel Fußball spielen. Trotzdem solltest du solche reinen Freizeitaktivitäten in deinen Lebenslauf aufnehmen. Sie runden das Bild, das sich dein potenzieller Arbeitgeber bisher von dir machen konnte, ab. Aber auch hier solltest du bei der Wahrheit bleiben, damit du nicht ins Stottern gerätst, falls im Vorstellungsgespräch Fragen nach dem zuletzt gelesenen Buch kommen. Viele Personaler fragen Bewerber oft gezielt nach einzelnen Angaben und Informationen aus dem Lebenslauf.

Welche deiner Hobbys du für den angestrebten Job in Lebenslauf und Vorstellungsgespräch gut verpackst, erfährst du in diesem Artikel.

Aufbau, Muster und Vorlagen für deinen Lebenslauf

Eine Vorlage für den Lebenslauf ist online schnell gefunden. Auch Textprogramme wie Word bieten verschiedene Muster und Vorlagen für das Layout an. Doch unterscheiden sich die einzelnen Muster für den Lebenslauf zum Teil deutlich voneinander. Mit welcher Vorlage für das Lebenslauf-Design bist du also auf der sicheren Seite?

Ein klassischer tabellarischer Lebenslauf funktioniert nach folgendem Muster: Links werden die kalendarischen Daten der einzelnen Stationen aufgeführt (also etwa „8/1999 – 7/2003“), rechts daneben dann die Beschreibung dessen, was du im jeweiligen Lebensabschnitt gemacht hast: Dabei betonst du die Erfahrungen, die dich besonders für die angestrebte Stelle qualifizieren. Bei Berufsanfängern sollte ein tabellarischer Lebenslauf eine Seite nicht überschreiten, mit zunehmender Berufserfahrung darf es gern mehr werden. Besonders deutsche Personaler achten darauf, dass der Lebenslauf der Bewerber lückenlos ist: Nicht erklärte Abschnitte wecken ihr Misstrauen und bieten eine Vorlage für bohrende Fragen im Vorstellungsgespräch – oder katapultieren dich direkt ins Aus.

Ein tabellarischer Lebenslauf ist dir zu langweilig? Eine Alternative zum Lebenslauf ist das Job-Profil, ein Muster, das besonders im englischsprachigen Raum Teil der Bewerbung ist: In dieser Lebenslauf-Variante gliederst du deine berufliche Entwicklung nicht nach der Vorlage von Stationen, die du durchlaufen hast, sondern bündelst die Kenntnisse und Erfahrungen, die du dabei erworben hast. Statt im Lebenslauf chronologisch aufzuzählen, dass du zwei Jahre fürs Unternehmen A, drei für Firma B und eins für Arbeitgeber C gearbeitet hast, sagst du bei diesem Muster zum Beispiel „6 Jahre Tätigkeit im Marketing“, „4 Jahre Projektverantwortung“ und „1 Jahr Führungserfahrung“. Gerade bei mehreren unterschiedlichen Stationen oder Wechseln zwischen Ausbildung und Berufstätigkeit sorgt dieses Muster beim Lebenslauf für mehr Übersichtlichkeit. Im Wust verschiedener Bewerbungen fällt deinem potenziellen Arbeitgeber mit dieser Vorlage eine Übersicht deiner Kernkompetenzen und Soft Skills sicher ins Auge.

Bei nicht-linearen Karrieren – und dazu zählen schon dein soziales Engagement oder Praktika während deines Studiums – helfen dir zum Beispiel kostenlose Online-Tools beim Lebenslauf-Design. Dort findest du auch verschiedene Muster und Vorlagen zur Inspiration für das Layout. Durch Diagramme lassen sich etwa verschiedene Handlungsstränge und Informationen anschaulich im Lebenslauf darstellen. Mehr Informationen zur grafischen Lebenslauf-Aufbereitung findest du hier. Diese Vorlage ist zwar für viele Branchen und Unternehmen noch etwas ungewohnt und eignet sich auch eher für die elektronische Bewerbung, könnte aber wegen ihres anschaulichen Layout durchaus zum künftigen Standard für den Lebenslauf werden.

Lebenslauf-Feedback bei Profis, Familie und Freunden einholen

Nutze die Möglichkeiten des CV-Checks an deiner Uni oder bei Messen wie dem Absolventenkongress oder ähnlichen Karriereevents – dort bekommen Bewerber zudem wertvolle Bewerbungstipps direkt von den Personalern! Du kannst auch deine Familie und deine Freunde fragen, ob sie deinen Lebenslauf – oder am besten deine komplette Bewerbung – gegenlesen. Auch Kommilitonen sind dafür gute Ansprechpartner. Mit einem unverbrauchten Blick lassen sich Rechtschreibfehler, vermeintliche Lücken im Lebenslauf oder Unklarheiten bei der Jobbeschreibung viel schneller finden.

Unser Tipp: Der careerloft-Lebenslauf-Check! Du hättest gern eine professionelle Meinung zu deinem CV? Schick deinen Lebenslauf einfach an info@careerloft.de und wir geben dir telefonisch Feedback.

Ob tabellarischer Lebenslauf nach einer Vorlage von Word, Layout mit Diagramm-Design oder dein ganz persönliches kreatives Muster – wenn du deine Qualifikationen mit diesen Bewerbungstipps gut rüberbringst, wirst du mit deinem Lebenslauf punkten.

Brauchst du mehr Tipps für Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und Co? #RichtigBewerben hilft dir: 

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