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Richtig bewerben – Teil 1: Tipps für dein erfolgreiches Bewerbungsschreiben

So gelingt 2017 der erfolgreiche Berufsstart

Sarah Grewing 13.06.2016
Nach dem Start ins Jahr 2017 träumen viel Absolventen von dem passenden Job direkt nach dem Studium. Doch wie sieht eine überzeugende Bewerbung aus? Wie sieht der genaue Aufbau aus? Was gehört dazu, was ist absolut tabu? Auf all diese Fragen haben wir Antworten. Wir verraten dir, worauf es beim Karrierestart nach dem Studium ankommt und geben Tipps, wie deine Bewerbung garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Denn Personaler erhalten Tag für Tag unzählige Bewerbungen, daher ist es wichtig, dass deine auffällt.
Tipps für dein Bewerbungsschreiben
©Westend61/Getty Images

Bestandteile der Bewerbungsmappe: Anschreiben und Lebenslauf bleiben zentral

Eine Bewerbung besteht aus Anschreiben und Lebenslauf – daran ändert sich auch trotz Online-Bewerbung, Social-Media-Recruiting und Co. nichts. Verändert haben sich allerdings die Anforderungen an die „Bewerbungsmappe“, also dein Anschreiben, den Lebenslauf und alle wichtigen Formalitäten. Längst ist es üblich, sich via E-Mail oder Online-Formular zu bewerben. Die zweite Entwicklung, der sich Bewerber gegenüber sehen, ist die Globalisierung der Arbeitswelt, die zur internationalen Angleichung der Dokumente für Jobs führt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Erwartungen an die Bewerber und ihre Bewerbung geringer werden – denn genau das Gegenteil ist der Fall.

Soziale Kompetenzen werden bei Bewerbung wichtiger

Gerade weil Stellen zunehmend in interkulturellen Projektteams stattfinden, musst du dich verstärkt mit deinen sozialen Kompetenzen bewerben, allein das erfolgreich abgeschlossene Studium ist kein Kriterium mehr, um dich einzustellen. Im Job – und somit auch in deiner Bewerbung – kommt es nicht nur auf deine fachliche Qualifikation an, sondern vor allem darauf, wie du mit anderen Menschen zurechtkommst. Wo du im Lebenslauf nur stichpunktartig aufführst, was du kannst, bietet dir dein Bewerbungsschreiben Gelegenheit, deine Soft Skills zu schildern und anhand von Beispielen zu belegen. (Bei einer Initiativbewerbung sagst du hier zudem, warum du dich für das Unternehmen interessierst und was du alles leisten willst. Die Initiativbewerbung ist ein sinnvoller Schritt, wenn du dich besonders für ein Unternehmen und die dort ausgeschriebene Stelle interessierst.) Der Lebenslauf ergänzt dann das Anschreiben deiner Bewerbungsunterlagen. Er dient dazu, deine bisher erworbenen Qualifikationen übersichtlich zu präsentieren und deine Ansprüche an den Job zu untermauern.

Bewerbungstipps: Genau das gehört ins Anschreiben

Das Bewerbungsanschreiben mit ausführlichen Informationen zu deiner Motivation ist stets Teil 1  deiner Bewerbungsunterlagen. Bei der Papier-Bewerbung liegt es lose auf der Bewerbungsmappe mit Lebenslauf, (Arbeits-)Zeugnissen, eventuellen Arbeitsproben und so weiter. Bei der elektronischen Bewerbung via Mail indes ist es entweder der Text in der entsprechenden E-Mail oder der Inhalt eines Textfeldes im Online-Bewerbungssystem des Wunschunternehmens. (Tipps für deine Online-Bewerbung findest du übrigens in diesem Artikel.)

Das Bewerbungsanschreiben gibt vor allem Auskunft darüber,

  • welche Qualifikationen und Erfahrungen du bereits gesammelt hast,
  • ob du alle erforderlichen Fähigkeiten für den Job besitzt und
  • welchen Mehrwert du dem Unternehmen bietest, wenn es dich einstellt.

Unterstreich mit deinen Bewerbungsunterlagen deine Kompetenzen

Wenn du einen Arbeitgeber davon überzeugen willst, dich einzustellen, musst du ihm in deinem Bewerbungsanschreiben nicht nur schildern, was du alles kannst, sondern auch, wie du an deine Aufgaben herangehst und warum dir die anstrebte Karriere so viel bedeutet. Mit dieser persönlichen Message hebst du dich von anderen Bewerbungen ab und gibst klare Informationen zu deiner Motivation. Am besten nennst du in deiner Bewerbung für jede Anforderung des Stellenprofils ein konkretes Beispiel, das deine Kompetenzen unterstreicht – dabei solltest du nicht nur dein Fachwissen, das du in ehemaligen Jobs erworben hast, sondern auch deine Soft Skills in das Bewerbungsschreiben einfließen lassen. Denk auch daran, deine Angaben im Lebenslauf anzupassen, indem du zum Beispiel für diesen Job relevante Weiterbildungen aufnimmst.

Diese Auseinandersetzung mit deinem potenziellen Job, Arbeitgeber und deiner Karriere sowie deinen relevanten Qualifikationen ist übrigens eine optimale Vorbereitung für dein Vorstellungsgespräch.

Inhaltliche Anforderungen an dein Anschreiben

Auf dieser Basis schilderst du in deinem Bewerbungsschreiben, warum du dich ausgerechnet für diesen Job bewirbst, was dich am Unternehmen reizt und was dich für deinen künftigen Arbeitgeber einzigartig und wertvoll macht. So weckst du mit deiner Bewerbung das Interesse des Arbeitgebers – und seinen Wunsch, dich kennenzulernen. Von Muster-Formulierungen solltest du unbedingt absehen!

Wenn du genug Selbstbewusstsein hast, kannst du das Bewerbungsschreiben auch mit einer sogenannten Call-to-Action-Formulierung schließen: „Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören, am liebsten verbunden mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch.“ Die richtig selbstbewussten Bewerber schlagen dazu auch gleich noch einen Termin für das Vorstellungsgespräch vor. Das funktioniert aber nur, wenn du in der Bewerbung – vor allem im Lebenslauf – wirklich gute Argumente und Erfahrungen nennen kannst, die für dich sprechen. Dann aber hat es auch entsprechende Wirkung, denn du zeigst damit, dass die Stelle dich wirklich interessiert und du nicht nur deine Karriere, sondern auch das Unternehmen voranbringen möchtest. Versuche außerdem, dich klar auszudrücken und Unklarheiten zu vermeiden.

Formale Kriterien von Bewerbungsschreiben

Damit deine Bewerbung erfolgreich sein kann, müssen allerdings auch die Formalien stimmen: Weil dein Bewerbungsschreiben ein Geschäftsbrief ist, orientierst du dich beim Aufbau an der Richtlinie für berufliche Korrespondenz, der DIN 5008, die mittlerweile fast schon weltweite Gültigkeit hat. Alle Vorgaben dieser DIN-Norm sowie jede Vorlage, Muster-Anschreiben und Tipps für die Formatierung findest du hier. Auch Textprogramme wie Word bieten verschiedene Muster-Briefe und eine Vorlage für jeden Geschmack an.

Fehlerfrei schreiben

Ob Bewerbungsschreiben, Lebenslauf oder sonstige Formulare: Deine Bewerbung muss absolut fehlerfrei sein. Achte auf Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion. Am besten lässt du die Bewerbung dafür noch von einer zweiten Person gegenlesen und korrigieren. Oder (kleiner Trick): Du liest sie selbst rückwärts. Dabei fallen dir Fehler schneller auf. Falls du das Bewerbungsschreiben in einer Fremdsprache verfasst hast, ziehe einen Muttersprachler hinzu.

Anschreiben eine DIN A4-Seite lang

Dein Anschreiben sollte zudem nicht länger als eine DIN A4-Seite sein – streng genommen umfasst der Textkörper sogar nur die Hälfte der Seite. Konzentriere dich also nicht darauf, schon in der Bewerbung alle Argumente für dich zu nennen, sondern nur die besten. Beim Vorstellungsgespräch hast du die Chance, mit weiteren Fähigkeiten zu punkten.

Auch wenn bei einer elektronischen Bewerbung keine Seitenbegrenzung vorhanden ist, solltest du diesen Umfang auch bei deinem digitalen Bewerbungsschreiben per E-Mail oder Online-Formular einhalten. Testen kannst du das, indem du den Brief mit einem Textverarbeitungsprogramm (zum Beispiel „Word“) vorbereitest – so kannst du auch dessen Rechtschreibhilfe nutzen.

Anschreiben individuell erstellen und Stellenanzeige berücksichtigen 

Wichtigstes Kriterium ist aber die Individualität deiner Bewerbung: Das beginnt im Bewerbungsschreiben mit der korrekten Ansprache deines Ansprechpartners im Unternehmen. Wenn der nicht in der Stellenanzeige genannt wird, recherchierst du ihn. Die „Sehr geehrten Damen und Herren“ sind ebenso wie inhaltslose Muster-Formulierungen im Bewerbungsschreiben tabu! Auf den individuell generierten Inhalt kommt es an, also deine persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Motivationen. Wenn du einfach den Inhalt für deine Bewerbung aus dem Internet kopierst, wird das jeder Personaler schnell merken.

Zur Individualisierung des Anschreibens gehört außerdem, dass du sie wirklich aufs Unternehmen zuschneiderst – also für jede Stelle neu schreibst. Achte darauf, dass du auch deine Angaben im Lebenslauf entsprechend anpasst. Dein potenzieller Arbeitgeber muss erkennen, warum du dich gerade bei ihm bewirbst. Tust du das nicht, wirkt dein Bewerbungsschreiben beliebig – eine Einladung zum Vorstellungsgespräch wird unwahrscheinlicher.

Checkliste fürs Bewerbungsschreiben

Für die erfolgreiche Gestaltung deiner Bewerbung und den Start deiner Karriere, gibt’s hier die Checkliste für dein Bewerbungsschreiben:

  • Direkter Ansprechpartner korrekt
  • Anschrift korrekt (deine und die des Unternehmens)
  • Aktuelles Datum
  • Ihr, Sie und Ihnen in der persönlichen Anrede groß geschrieben
  • Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurden geprüft
  • Qualifikationen für Stellenprofil und Unternehmen optimiert
  • Lebenslauf entsprechend angepasst!
  • Motivation für Stelle gut erläutert
  • Bezugnahme auf das Unternehmen
  • Call-to-Action im Schlusssatz
  • Freundliche Grußformel
  • Unterschrift
  • Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurden nochmals geprüft!

Mehr Bewerbungstipps aus #RichtigBewerben findest du hier: 

Damit haben wir die wichtigsten Fragen rund um eine erfolgreiche Bewerbung hoffentlich beantwortet. Mit diesen Tipps und Quellen bist du bestens vorbereitet, um ein überzeugendes Bewerbungsschreiben zu verfassen und 2017 deinen Traumjob zu ergattern!

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