DE EN

Richtig bewerben – Teil 1: Tipps für dein Bewerbungsschreiben

Inhaltliche Anforderungen und formale Kriterien für die Bewerbung

Sarah Grewing 13.06.2016
Eine Bewerbung besteht aus Anschreiben und Lebenslauf – daran ändert sich auch trotz Online-Bewerbung, Social-Media-Recruiting und Co. nichts. Verändert haben sich allerdings die Anforderungen an die „Bewerbungsmappe“: Längst ist es üblich, sich via E-Mail oder Online-Formular zu bewerben. Die zweite Entwicklung, der sich Bewerber gegenüber sehen, ist die Globalisierung der Arbeitswelt, die zur internationalen Angleichung der Dokumente führt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Erwartungen an die Bewerber und ihre Bewerbung geringer werden – im Gegenteil.
Tipps für dein Bewerbungsschreiben
©Westend61/Getty Images

Gerade weil die Arbeit zunehmend in interkulturellen Projektteams stattfinden wird, musst dich verstärkt mit deinen sozialen Kompetenzen bewerben. Im Job – und somit auch in deiner Bewerbung – kommt es nicht nur auf deine fachliche Qualifikation an, sondern vor allem darauf, wie du mit anderen Menschen zurechtkommst. Wo du im Lebenslauf nur stichpunktartig aufführst, was du kannst, bietet dir dein Bewerbungsschreiben Gelegenheit, deine Soft Skills zu schildern und anhand von Beispielen zu belegen. (Bei einer Initiativbewerbung sagst du hier zudem, warum du dich für das Unternehmen interessierst und was du alles leisten willst.) Der Lebenslauf ergänzt dann das Anschreiben deiner Bewerbung. Er dient dazu, deine bisher erworbenen Qualifikationen übersichtlich zu präsentieren und deine Ansprüche an den Job zu untermauern.

Das gehört ins Anschreiben

Das Bewerbungsanschreiben ist stets der Auftakt. Bei der Papier-Bewerbung liegt es lose auf der Bewerbungsmappe mit Lebenslauf, (Arbeits-)Zeugnissen, eventuellen Arbeitsproben und so weiter. Bei der elektronischen Bewerbung indes ist es entweder der Text in der entsprechenden E-Mail oder der Inhalt eines Textfeldes im Online-Bewerbungssystem des Wunschunternehmens. (Tipps für deine Online-Bewerbung findest du übrigens in diesem Artikel.) 

Das Bewerbungsanschreiben gibt vor allem Auskunft darüber,

  • was für Qualifikationen und Erfahrungen du bereits gesammelt hast,
  • ob du alle erforderlichen Fähigkeiten für den Job besitzt und
  • welchen Mehrwert du dem Unternehmen bietest, wenn es dich einstellt.

Wenn du einen Arbeitgeber davon überzeugen willst, dich einzustellen, musst du ihm in deinem Bewerbungsschreiben nicht nur schildern, was du alles kannst, sondern auch, wie du an deine Aufgaben herangehst. Am besten nennst du in deiner Bewerbung für jede Anforderung des Stellenprofils ein konkretes Beispiel, dass deine Kompetenzen unterstreicht – dabei solltest du nicht nur dein Fachwissen, sondern auch deine Soft Skills in das Bewerbungsschreiben einfließen lassen. Denk auch daran, deine Angaben im Lebenslauf anzupassen, indem du zum Beispiel für diesen Job relevante Weiterbildungen aufnimmst.

Diese Auseinandersetzung mit deinem potenziellen Job und Arbeitgeber sowie deinen relevanten Qualifikationen ist übrigens eine optimale Vorbereitung für dein Vorstellungsgespräch.

Inhaltliche Anforderungen an dein Anschreiben

Auf dieser Basis schilderst du in deinem Bewerbungsschreiben, warum du dich ausgerechnet für diesen Job bewirbst, was dich am Unternehmen reizt und was dich für deinen künftigen Arbeitgeber einzigartig und wertvoll macht. So weckst du mit deiner Bewerbung das Interesse des Arbeitgebers – und seinen Wunsch, dich kennenzulernen. Von Muster-Formulierungen solltest du unbedingt absehen!

Wenn du genug Selbstbewusstsein hast, kannst du das Bewerbungsschreiben auch mit einem sogenannten Call-to-Action schließen: „Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören, am liebsten verbunden mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch.“ Die richtig selbstbewussten Bewerber schlagen dazu auch gleich noch einen Termin für das Vorstellungsgespräch vor. Das funktioniert aber nur, wenn du in Bewerbung – vor allem im Lebenslauf – wirklich gute Argumente und Erfahrungen nennen kannst, die für dich sprechen. Dann aber hat es auch entsprechende Wirkung, denn du zeigst damit, dass die Stelle dich wirklich interessiert und du nicht nur deine Karriere, sondern auch das Unternehmen voranbringen möchtest.

Formale Kriterien von Bewerbungsschreiben

Damit deine Bewerbung erfolgreich sein kann, müssen allerdings auch die Formalien stimmen: Weil dein Bewerbungsschreiben ein Geschäftsbrief ist, orientierst du dich beim Aufbau an der Richtlinie für berufliche Korrespondenz, der DIN 5008, die mittlerweile fast schon weltweite Gültigkeit hat. Alle Vorgaben dieser DIN-Norm sowie Vorlagen, Muster-Anschreiben und Tipps für die Formatierung findest du hier. Auch Textprogramme wie Word bieten verschiedene Muster-Briefe und Vorlagen an.

Ob Bewerbungsschreiben, Lebenslauf oder sonstige Formulare: Deine Bewerbung muss absolut fehlerfrei sein. Achte auf Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion. Am besten lässt du die Bewerbung dafür noch von einem Zweiten gegenlesen und korrigieren. Oder (kleiner Trick): Du liest sie selber rückwärts. Dabei fallen dir Fehler schneller auf. Falls du das Bewerbungsschreiben in einer Fremdsprache verfasst hast, ziehe einen Muttersprachler hinzu.

Dein Anschreiben sollte zudem nicht länger als eine DIN A4-Seite sein – streng genommen umfasst der Textkörper sogar nur die Hälfte der Seite. Konzentriere dich also nicht darauf, schon in der Bewerbung alle Argumente für dich zu nennen, sondern nur die besten. Beim Vorstellungsgespräch hast du die Chance, mit weiteren Fähigkeiten zu punkten.

Auch wenn bei einer elektronischen Bewerbung keine Seitenbegrenzung vorhanden ist, solltest du diesen Umfang auch bei deinem digitalen Bewerbungsschreiben per E-Mail oder Online-Formular einhalten. Testen kannst du das, indem du den Brief mit einem Textverarbeitungsprogramm (zum Beispiel „Word“) vorbereitest – so kannst du auch dessen Rechtschreibhilfe nutzen.

Wichtigstes Kriterium ist aber die Individualität deiner Bewerbung: Das beginnt mit der korrekten Ansprache deines Ansprechpartners im Unternehmen. Wenn der nicht in der Stellenanzeige genannt wird, recherchierst du ihn. Die „Sehr geehrten Damen und Herren“ sind ebenso wie inhaltslose Muster-Formulierungen im Bewerbungsschreiben tabu!

Zur Individualisierung der Bewerbung gehört außerdem, dass du sie wirklich aufs Unternehmen zuschneiderst – also für jede Stelle neu schreibst. Achte darauf, dass du auch deine Angaben im Lebenslauf entsprechen anpasst. Dein potenzieller Arbeitgeber muss erkennen, warum du dich gerade bei ihm bewirbst. Tust du das nicht, wirkt dein Bewerbungsschreiben beliebig – eine Einladung zum Vorstellungsgespräch wird unwahrscheinlicher.

Für die erfolgreiche Gestaltung deiner Bewerbung und den Start deiner Karriere, gibt’s hier die Checkliste für dein Bewerbungsschreiben:

  • Direkter Ansprechpartner korrekt
  • Anschrift korrekt (deine und die des Unternehmens)
  • Aktuelles Datum
  • Ihr, Sie und Ihnen in der persönlichen Anrede groß geschrieben
  • Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurden geprüft
  • Qualifikationen für Stellenprofil und Unternehmen optimiert
  • Lebenslauf entsprechend angepasst!
  • Motivation für Stelle gut erläutert
  • Bezugnahme auf das Unternehmen
  • Call-to-Action als Schlusssatz
  • Freundliche Grußformel
  • Unterschrift
  • Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurden nochmals geprüft!

Mehr Bewerbungstipps aus #RichtigBewerben findest du hier: 

Du möchtest alle Vorteile von careerloft nutzen? Dann werde Fördermitglied! Dein Mentor, attraktive Förderleistungen und spannende Events warten auf dich!