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Raus aus der Komfortzone, rein ins Glück – Step 1: Blickkontakt halten

In regelmäßigen Abständen komme ich an einen Punkt, an dem ich mich entscheide, mal wieder meine Komfortzone zu verlassen. Ich begebe mich bewusst in herausfordernde Situationen, um meine Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Erfahrungsgemäß klappt das ganz gut. So bin ich um die halbe Welt gereist, um selbstständiger zu werden und habe mich aus Flugzeugen gestürzt, um meine Höhenangst zu bekämpfen. Dieses Mal war das Ziel: selbstsicherer werden, durch Blickkontakthalten.

Selbstsicherer durch Blickkontakthalten?
Selbstsicherer durch Blickkontakthalten?

Die Augen sind das Fenster zur Seele

Aber langsam. Warum neigen wir überhaupt dazu, Augenkontakt zu vermeiden? Unsere Augen senden unserem Gegenüber unterbewusst Informationen über unseren Gemütszustand. Sie verraten, ob wir traurig sind, glücklich sind oder lügen. Rund 80 Prozent aller Menschen schauen beispielsweise nach rechts oben, wenn sie sich eine Erinnerung vor Augen führen. Bei Freude weiten sich unsere Pupillen, bei Trauer ziehen sie sich zusammen. Man hat das Gefühl, Menschen leichter verstehen zu können, wenn man ihnen direkt in die Augen schaut.

Problemdiagnose

Ich habe mit Sicherheit kein Problem mit meinem Selbstbewusstsein. Trotzdem habe ich, wie die meisten Menschen, meine „Problemzonen“. Während der Eine bei dem bloßen Gedanken daran, eine Präsentation zu halten, Angstzustände bekommt, habe ich Schwierigkeiten damit, dem Augenkontakt anderer Menschen nicht auszuweichen –zumindest in der Kennenlernphase.

Problemlösung

Da kam mir das Eye-Contact-Experiment gerade recht. Ein Event gemacht für alle, die meine Ängste teilen – mehr oder weniger. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Where has the human connection gone?“ Es geht darum, diversen fremden Menschen sechzig Sekunden lang in die Augen zu schauen, ohne sich zu unterhalten. Dabei soll sich die Menschheit wieder näher kommen. Wir vergraben uns so sehr in unseren Mobilgeräten und leben teilweise mehr aneinander vorbei als miteinander, dass echte zwischenmenschliche Beziehungen an Bedeutung verlieren.

Problembehebung

Am 15. Oktober machte ich mich also auf zum Alexanderplatz in Berlin. Dort fand das Spektakel statt.  Nervosität machte sich in mir breit. Wer stoppt die Zeit? Was ist, wenn mir keiner in die Augen schauen will? Leicht zurückhaltend machte ich mich auf die Suche nach meinem ersten Augenkontakt-Partner, um mir diese Fragen zu beantworten. Dieser war auch recht schnell gefunden: „Hast du das schon mal gemacht?“ „Ja, schon sehr häufig“, waren die einzigen Worte, die wir austauschten, bevor es losging. Um die Weltzeituhr am Alex tummelten sich mittlerweile fast 50 Menschen. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten fiel mir das Ganze schon erstaunlich leicht. So schaute ich einem nach dem anderen munter in die Augen.

Lernerfolg

Loftikantin Laura beim Eye-Contact-Experiment
Das Eye-Contact-Experiment auf dem Berliner Alexanderplatz

Die Menschen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, machten es mir überaus leicht, sich auf die Situation einzulassen. Außerdem kannte mich niemand. Da fiel es doppelt leicht, mich meinem Gegenüber zu öffnen. Außerdem habe ich gemerkt, dass es gar nicht bedrohlich sein muss, jemandem in die Augen zu schauen. Niemand kann nur durch bloßen Blickkontakt meine Absichten lesen. Ich versuche jetzt auch öfter, mit Fremden in der Bahn oder neuen Bekanntschaften bewusst Augenkontakt zu halten. Mittlerweile löst das schon wesentlich weniger Nervosität in mir aus. Ich konnte meine Selbstsicherheit ankurbeln und weiß, wie ich gezielt weiter daran arbeiten kann!

Meine Empfehlung an euch: Probiert es aus, verlasst eure Komfortzone so häufig ihr könnt. Begebt euch auch mal in Situationen, in denen ihr euch unwohl fühlt – Persönlichkeitswachstum garantiert!

Beste Grüße
Eure Lofti-Laura

Lies hier Teil 2: Raus aus der Komfortzone, rein ins Glück – Step 2: Die Welt entdecken!