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Plagiat-Gefahr: Versehentliches Abschreiben vermeiden

Grundregeln für wissenschaftliches Arbeiten

Katja Mayer 07.02.2013
Die Schlagzeilen lauteten „Volles Vertrauen, halbe Rückendeckung“, „Täuschen und Verschleiern“ oder auch „Der Doktor vor Gericht“! Seit den Vorfällen um die ehemaligen Bundesminister Annette Schavan und Karl-Theodor zu Guttenberg sind Plagiate ein öffentliches Thema.

Die Suche nach weiteren Plagiatoren zog weite Kreise. Diese Diskussion führt zu Unsicherheiten auf Seiten der Studenten, bei wissenschaftlichen Arbeiten versehentlich ein Plagiat zu verfassen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet – zumindest dann, wenn man sauber und gründlich arbeitet. Deshalb geben wir dir heute einige Tipps dazu.

Bereits vor der Texterstellung beginnt die saubere Arbeit: Damit meinen wir richtiges Zeitmanagement und die korrekte Planung der Arbeit. Zeitmangel ist oft der Hauptgrund für versehentliche Plagiate. Bei einer hektischen Endkorrektur unter Zeitdruck kann es schnell passieren, dass Quellenangaben vergessen und einzelne Zitate nicht kenntlich gemacht werden. Böse Absicht ist das in diesem Fall nicht, aber Nachlässigkeit.

Wann ist es ein Plagiat?

Vermeide versehentliche Plagiate!
Bring deinen Abschluss nicht durch ein versehentliches Plagiat in Gefahr!

Ein Plagiat liegt immer dann vor, wenn:

  • Du wörtliche Zitate verwendest, ohne die Quelle zu nennen.
  • Textpassagen und Abschnitte von anderen Texten abgeleitet oder inspiriert sind, ohne dass die Quellen genannt werden.
  • die Arbeit nicht von dir, sondern von einer dritten Person – Ghostwriter – verfasst, aber unter deinem Namen abgegeben wurde.
  • die Kennzeichnung der Zitate und die dazugehörigen Quellenangaben dem Leser nicht ausreichen, um die Quelle eindeutig bestimmen zu können.

Kenne die Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens

Zurück zur Planung: Mit entsprechendem Vorlauf und genügend Zeit kannst du deine Arbeit genau prüfen und die formalen Vorgaben problemlos erfüllen. Um ein Plagiat zu vermeiden, bedarf es nur der Beachtung einiger Grundregeln und Tipps.

  • Mach Dich mit den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens vertraut. Jede Hochschule bietet entsprechende Kurse an. Oder besorge dir ein Buch dazu, um es schwarz auf weiß direkt auf dem Schreibtisch zu haben.
  • Überlege dir Ziel deiner Arbeit! Oft soll sie zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen, neue Perspektiven und Aspekte aufzeigen und dabei auf bestehendem Material beruhen. Es geht also um die Verknüpfung und Aufarbeitung bestehenden Materials, und eben nicht um dessen perfekte Wiedergabe.
  • Zitiere möglichst wenig wörtlich und formuliere stattdessen selbst. Auch bei “inspirierten” Absätzen und Textpassagen musst du die Quelle nennen.
  • Bevor du mit der Arbeit anfängst, lege deine Zitatregeln fest. Orientiere dich dabei am Standard und erkundige dich bei Kommilitonen.
  • Nimm dir ausreichend Zeit für die Endkorrektur und lasse die Arbeit unbedingt gegenlesen. Vier, sechs oder acht Augen sehen viel mehr und entdecken Ungereimheiten – vor der Abgabe!

Einer Studie der Universität Leipzig zufolge gaben 22 Prozent der befragten Studierenden an, schon einmal bewusst eine Textpassage aus einem fremden Werk übernommen zu haben, ohne diese als Zitat zu kennzeichnen. Es ist kein Hexenwerk, sich an diese Regeln zu halten und ein Plagiat zu vermeiden, eben eine Frage der Disziplin! Wenn du das aus Unachtsamkeit vernachlässigst, kann das wie in den genannten Beispielen schwerwiegende Folgen haben – eventuell 30 Jahre später?