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Peek Vision: eine App, die die Welt verändert – wirklich!

TEDx ist in aller munde. Nun bekam ich selbst die Möglichkeit, als Zuhörerin an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen – am 11. Juni in Frankfurt am Main. Eins kann ich dir schon vorab sagen: Ich bin begeistert!
Smartphone-App soll Augenleiden lindern.
Mit einer App Aufnahmen vom Auge machen.

TEDx Frankfurt 2015

Zehn Redner aus aller Welt kamen an diesem Abend in Frankfurt zusammen, um über Themen rund um „Crossroads & Crosslinks – Digital Society“ zu sprechen. Ein kleiner Raum, eine Bühne und rote Beleuchtung schafften eine Atmosphäre, wie man sie aus den TED Videos kennt. In der Pause wurde man zum Netzwerken aufgerufen. Dem sind auch eine ganze Menge Leute gefolgt, und so habe ich an dem Abend einige neue Kontakte knüpfen können.

Vorträge zum Staunen

Ich habe beobachtet, wie ein Roboter selbstständig komplexe Fragen schlagfertig beantwortet und einen ganz normalen Dialog führt. Zuvor schon staunte ich bei Fotos von genmodifizierten Blumen, die mehrmals am Tag die Farbe wechseln. Dabei haben die Redner es tatsächlich immer geschafft, diese abgefahrenen Themen in Bezug zur Zukunft unserer Gesellschaft zu bringen. Ein Redner hat mich wirklich zutiefst beeindruckt und zeitweise für Gänsehaut gesorgt: Dr. Andrew Bastawrous mit seinem Vortrag „Eye exams? There’s an app for that“. Und ich übertreibe nicht, wenn ich jetzt behaupte, dass dieser Mann mit seinem Team die Welt ein Stück weit verbessern kann!

Eye exams? There’s an app for that

Fand den Vortrag von Peek Vision sehr spannend: Loftikantin Kim Bremer.
Loftikantin Kim Bremer (li.) auf der TEDx Frankfurt.

Eine App für Augenuntersuchungen? Ernsthaft? Bei dem Titel dachte ich zunächst, dass es sich hierbei bestimmt um eine gewisse Ironie handelt. Falsch gedacht! Wusstet Ihr, dass in Afrika mehr Leute Zugang zu einem Mobilfunknetz als zu sauberem Wasser haben?

Das Problem

80 Prozent aller Erblindungen wären vermeidbar. Aber existierende Untersuchungsgeräte für Augengesundheit sind extrem teuer, schwer zugänglich und kompliziert in der Nutzung. Auch ein solches Gerät von A nach B zu transportieren, ist unter afrikanischen Bedingungen alles andere als einfach. Zudem ist die Zahl der Augenärzte vor Ort viel zu gering. Die Menschen werden daher nicht schnell genug behandelt oder gar nicht.

Die Lösung

Buchstaben erkennen auf Augenheilkunde-App fürs Smartphone.
Alte Frau mit Smartphone-App für Augenheilkunde.

Die App Peek verwandelt ein Smartphone in ein umfangreiches und verständliches Instrument für Augenuntersuchungen. In den entferntesten Gegenden getestet, ermöglicht es, hochauflösende Fotos des Auges zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher Untersuchungen.

Diese einfache App, die mit einem Aufsatz für die Kameralinse genutzt wird, hat viele Funktionen. Man kann sich die Netzhaut auf hochauflösenden Bildern anschauen und so grauen Star erkennen und klassifizieren. Außerdem verdeutlicht es gut sehenden Menschen durch eine Simulation, wie die Leute mit Augenkrankheit ihre Umgebung wahrnehmen, um Verständnis zu schaffen und die Dringlichkeit der Behandlung zu verdeutlichen. Auch die Sehschärfe kann man mit der App testen. Untersuchungsmethoden für die Wahrnehmung von Farben und Kontrasten sind derzeit noch in der Entwicklung.

Die Mission in der Praxis

Die Frage ist allerdings: Wie kann das Projekt mit so wenig Ärzten vor Ort umgesetzt werden? Selbst diese Technik kostet schließlich Geld ...

Smartphone-App soll Augenleiden lindern.
Mit einer App Aufnahmen vom Auge machen.Aufnahmen vom Auge machen.

Das Unternehmen arbeitet mit Partnern zusammen, um die App-Untersuchungen in Regionen wie Kenia, Botswana, Tansania und Mali verfügbar zu machen. Hier schult man Gesundheitspersonal, Medizinstudenten, Familienärzte, Krankenschwestern, Tierärzte und Lehrer. Vor kurzem haben so 25 Lehrer in zwei Wochen 21.000 Schüler untersucht und bei 900 von ihnen eine Sehschwäche festgestellt (Führ dir diese Zahlen bitte nochmal vor Augen!). Zur Auswertung werden die Testergebnisse an Experten weltweit verschickt – wie eine SMS. Bedürftigen Kliniken werden Materialen wie der Handyaufsatz über Fonds finanziert. Die App wird sogar kostenlos auf dem Markt erscheinen.

Um Dr. Andrew Bastawrous zu zitieren: „Statistics say that people go blind in a millions but the truth is that people go blind alone. And this is what we do about it!“ 

Hier findest du noch mehr Informationen über dieses Projekt.

Hut ab für so viel Engagement!

Deine unglaublich begeisterte Kim