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Ohne Moos nix los – wie du dein Studium finanzieren kannst

Rebecca Schirge 17.03.2016
Studium finanzieren
BAföG, Stipendium & Co. – so kannst du dein Studium finanzieren.
Das Studium ist für viele die schönste Zeit des Lebens: neue Leute kennenlernen, ausgehen, WG-Partys, reisen und interessante Seminare besuchen – langweilig wird der Studi-Alltag so schnell nicht. Das einzige Manko: Geld verdient man dabei nicht.

Wir zeigen dir, wie du dein Studium finanzieren kannst – Möglichkeiten dafür gibt es zum Glück viele.

Studium finanzieren mit Stipendien

Ein Stipendium ist sicherlich die beste Möglichkeit, dein Studium zu finanzieren, denn dieses Geld musst du nicht zurückzahlen. Außerdem erhältst du durch die Stipendiengeber oft zusätzliche Unterstützung bei deinem Studium, zum Beispiel durch Seminare oder Workshops. Das einzige Problem ist, überhaupt ein Stipendium zu erhalten, denn neben guten Noten musst du meist auch politisches oder gesellschaftliches Engagement zeigen und dich gegen viele Bewerber durchsetzen. Zu den Anbietern von Stipendien gehören parteinahe Stiftungen, kirchliche Träger und wirtschaftsnahe Organisationen. Jedes Stipendium hat seine eigenen Voraussetzungen. Auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung findest du alle Informationen über aktuelle Stipendienprogramme.

Studium finanzieren mit BAföG

In Deutschland soll jeder die Chance haben, zu studieren, auch wenn er aus einem finanziell schwachen Haushalt kommt. Dafür gibt es das ​Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Studierende, die BAföG erhalten, bekommen die eine Hälfte der derzeit bis zu 735 Euro im Monat als zinsloses Darlehen, die andere Hälfte als Zuschuss. Letzteren müssen sie nicht zurückzahlen. Die Darlehenssumme schon, jedoch nur bis zu einer Höhe von 10.000 Euro.

Die Förderung ist jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft. So darfst du zum Zeitpunkt des Antrags nicht älter als 30 Jahre alt sein – es sei denn du hast bereits ein Kind. Außerdem darf das Gehalt deiner Eltern eine bestimmte Jahressumme nicht überschreiten. Falls du vorhast zu heiraten, musst du wissen, dass das Gehalt des Ehepartners bei der Berechnung des BAföG-Anspruchs berücksichtigt wird. Außerdem musst du nachweisen, wie hoch dein eigenes Vermögen ist. Ab einer bestimmten Summe verlierst du den Anspruch auf BAföG.

Achtung, zu viel Sprunghaftigkeit wird abgestraft: Wer die Regelstudienzeit überschreitet oder das Studienfach zu oft wechselt, bekommt kein BAföG mehr. Nach deiner ersten Zwischenprüfung oder dem vierten Semester musst du beim BAföG-Amt einen Leistungsnachweis vorlegen, damit du weiterhin eine Förderung erhältst.

Übrigens: Früher konnte man eine Minderung der Darlehenssumme beantragen, wenn man sein Studium besonders schnell oder mit einer sehr guten Note abgeschlossen hatte. Diese Möglichkeit eines Teilerlasses gibt es leider nicht mehr.

Studium finanzieren mit Nebenjob

Rund zwei Drittel aller Studierenden gehen nebenher arbeiten. Kellner, Rezeptionist, Kurier- oder Pizzafahrer – die Liste der typischen Studentenjobs ist lang. Aber: Kein Student darf während des Semesters mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Anders sieht es in den Semesterferien aus, denn während der vorlesungsfreien Zeit muss keine zeitliche Begrenzung eingehalten werden und es darf auch länger gearbeitet werden. 

Wichtig ist, dass du nur bis zu einer monatlichen Summe von 450 Euro von der Lohnsteuer befreit bist. Kommst du zum Beispiel während der Semesterferien über diese Summe, muss dein Arbeitgeber einen Teil deines Einkommens an das Finanzamt abgeben. In diesem Fall solltest du im Jahr darauf unbedingt eine Steuererklärung abgeben, denn falls dein Jahresgehalt eine Summe von 8.652 Euro (gilt für 2016) nicht überschritten hat, bekommst du Geld zurück. 

Wenn du BAföG beziehst, darf dein zusätzliches monatliches Einkommen die 450-Euro-Grenze nicht übersteigen, sonst wird dein BAföG entsprechend gekürzt.

Tipp: Es kann von Vorteil sein, sich einen Nebenjob in der Branche zu suchen, die du nach dem Studium anstrebst, so kannst du erste wichtige Kontakte knüpfen.

Studium finanzieren mit Studienkredit

Angebote für Studienkredite gibt es viele. Hier solltest du ganz genau hinschauen und die Unterlagen am besten gemeinsam mit einer Person durchgehen, die sich mit finanziellen Themen auskennt. Denn bei Zinsen und Konditionen für die Rückzahlung gibt es große Unterschiede zwischen den Kreditgebern. Am häufigsten wird der Studienkredit der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) in Anspruch genommen, die in der Regel mit den Studentenwerken zusammenarbeitet. Der KfW-Kredit bietet besonders günstige Zinsen und wird unabhängig vom Einkommen der Eltern vergeben.

Die Rückzahlung beginnt frühestens nach sechs, spätestens nach 23 Monaten nach Ende der Auszahlungen. So ist die Chance groß, dass du bereits im Job bist und Geld verdienst, wenn die Rückzahlung beginnt. Zudem kann die Rückzahlung auf bis zu 25 Jahre gestreckt werden. Das ermöglicht niedrige Raten.

Auch bei diesem Kredit musst du deine Leistungsnachweise regelmäßig und fristgerecht einreichen, sonst wird die Förderung beendet. Bei der Überlegung, über welche Höhe du den Kredit abschließt, muss dir klar sein, dass du diesen nach deinem Studium komplett zurückzahlen musst.