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Krankmelden, aber richtig!

Sarah Grewing 26.08.2016
Du hast alle Hürden genommen, den Personaler von deinen Fähigkeiten überzeugt, die Konkurrenz ausgestochen und den Arbeitsvertrag in der Tasche. Die ersten Wochen im neuen Job liefen super. Und jetzt das: Der Schädel brummt, der Hals tut weh und das Fieberthermometer hat die 39er-Marke eben überschritten. Keine Frage: Du bist krank. An Arbeiten ist jetzt nicht zu denken. Aber wie verhältst du dich richtig, wenn du dich bei der Arbeit krankmelden willst? In diesem Artikel findest du Antworten und die acht wichtigsten Infos zur Krankmeldung.
JobEinstieg 7, Richtig krankmelden

1. Krankmelden, asap!

Der erste Schritt im Falle einer Erkrankung ist immer die Krankmeldung: Du musst bei deiner Arbeit melden, dass du krank bist und nicht arbeiten kannst. Das Entgeltfortzahlungsgesetz besagt in §5 Absatz 1: „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen.“ Die Betonung liegt dabei auf „unverzüglich“. Du solltest also nicht warten, bis du beim Arzt warst, sondern du musst dich sofort und am besten noch vor deinem offiziellen Dienstbeginn bei deinem Chef krankmelden.

2. Sonderregelungen beachten

Du kannst dich bei deiner Arbeit per Fax, Telefon oder E-Mail krankmelden. Manche Betriebe haben jedoch ihre eigenen Regeln, wie es vonstattengehen muss, sich krank zu melden. Wenn das der Fall ist, halte dich auf jeden Fall daran. Du findest eventuelle Klauseln zur Krankmeldung in deinem Arbeitsvertrag oder kannst deinen Chef fragen.

3. Wo melde ich mich?

In der Regel erfolgt eine Krankmeldung direkt an deinen Chef oder auch an die Personalstelle. Du solltest dabei angeben, wie lange du voraussichtlich krank sein wirst. Wichtig zu wissen: Wenn du nur einen Kollegen darüber informierst, dass du krank bist, und dieser versehentlich vergisst, das an andere Mitarbeiter weiterzuleiten, bist du dafür verantwortlich.

4. Der „gelbe Schein“

Wer länger als drei Tage krank ist, muss laut Entgeltfortzahlungsgesetz dem Arbeitgeber „eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer …“ vorlegen, kurzum das Attest. Laut Gesetz ist der Arbeitgeber sogar berechtigt, bereits am ersten Tag nach der Vorlage einer Bescheinigung zu fragen. Das passiert in der Regel aber nur dann, wenn ein Arbeitnehmer zum wiederholten Male durch Krankheit ausfällt.

5. Zeit einhalten

„Drei Tage“ meint Kalendertage und nicht Arbeitstage! Im Klartext bedeutet das: Wenn du an einem Freitag mit einer Grippe krank wirst, musst du dich bereits am Montag mit einer ärztlichen Bescheinigung melden.

6. Verlängerung

Solltest du mehr Tage als erwartet krank sein, musst du erneut eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Dieses folgende Attest muss am letzten Tag deiner vorherigen Krankschreibung vorliegen. Ein Anrecht auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit haben alle Arbeitnehmer, egal ob Vollzeit-, Teilzeit- oder Minijobber. Dein Arbeitgeber ist in den ersten sechs Wochen zuständig, danach übernimmt die Krankenkasse.

7. Krankmelden im Urlaub

Für den Fall, dass du während deines Urlaubs krank wirst, gelten besonders strenge Nachweisregeln: Deine Krankheit musst du dann bereits am ersten Tag dem Arbeitgeber melden und ärztlich attestieren lassen – auch dann, wenn du dich im Ausland aufhältst. Entsprechende Nachweise müssen der deutschen Nachweispflicht genügen. Nur dann verlierst du die Urlaubstage nicht, wenn du krank bist und kannst sie zu einem anderen Zeitpunkt nehmen.

8. Ans Bett gefesselt?

Viele meinen, bei einer Krankschreibung nicht mehr das Haus verlassen zu dürfen. Das ist nicht ganz richtig. Was darfst du, wenn du erkrankt bist? Eigentlich alles, was der Arzt nicht verbietet. Generell gilt: Du darfst nichts unternehmen, was negativen Einfluss auf den Heilungsprozess deiner Krankheit hätte. Wenn du eine Verletzung am Bein hast und zum Schwimmen gehst, kann das unter Umständen den Heilungsprozess unterstützen. Allerdings empfiehlt es sich dann, den Arbeitgeber bzw. Chef und Kollegen über deine Krankheit zu informieren. Andernfalls kann ein zufälliges Zusammentreffen im Schwimmbad Fragen aufwerfen, auf die du dann gute Antworten parat haben musst.

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