DE EN

Körpersprache: Was Gestik und Mimik über dich und deinen Gesprächspartner verraten

Sarah Grewing 23.11.2012
Mit der Körpersprache ist das so eine Sache, sie hört nämlich niemals auf. Und das selbst dann, wenn wir nichts mehr sagen. Wir können nicht NICHT kommunizieren. Unser Körper spricht oft Bände und sagt durch Gestik und Mimik mehr aus, als uns vielleicht lieb ist.
RichtigBewerben: Körpersprache und Gestik

Manche Körpergesten macht man bewusst, andere sind oft nicht steuerbar, haben aber trotzdem eine enorme Aussagekraft. Ein guter Grund, die eigene Körpersprache unter die Lupe zu nehmen. Denn gerade in Bewerbungsgesprächen können sie zum Zünglein an der Waage werden. Nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch die nonverbalen Signale zählen. Ist man sich ihrer bewusst, kann der ein oder andere Fauxpas vermieden werden.

Wohin mit den Armen, was tun mit den Händen?

Verschränkte Arme
Verschränkte Arme signalisieren Ablehnung, Unsicherheit und manchmal Ängstlichkeit.

Ein einfaches Beispiel, das wohl jeder aus dem Alltag kennt, ist das Verschränken der Arme vor der Brust. Nach außen signalisiert dieses Verhalten Ablehnung, Unsicherheit und manchmal Ängstlichkeit. Bewirbt man sich um einen neuen Job, ist das die verkehrte Richtung. Genauso wenig sollten die Arme hinterm Kopf verschränkt sein. In zurückgelehnter Haltung drückt diese Pose grenzenlose Souveränität aus – nicht gerade passend für ein Bewerbungsgespräch. Auch allzu überschwängliche Armbewegungen machen keinen guten Eindruck, weil diese Art der Körpersprache Oberflächlichkeit und manchmal sogar Aggressivität vermittelt.

Die Hände sollten auf jeden Fall sichtbar sein. Versteck sie nicht unterm Tisch oder in den Hosentaschen. Achte auch darauf, in welcher Höhe sich deine Hände befinden. Alles oberhalb der Taille wird als positiv empfunden. Vermeide Mikrogesten wie Fingertrommeln, Nase kratzen und Haare zupfen. Ungeduld und Nervosität zeigen sich so. Ineinander gefaltete Hände lassen dich überlegen wirken. Sind sie zum Spitzdach geformt, demonstrieren sie Überheblichkeit. Händereiben suggeriert Selbstzufriedenheit. Liegt der Finger an der Nase, ist das ein Zeichen für Konzentration.

Ein Augenblick sagt mehr als tausend Worte

Die Augen gelten als Spiegel der Seele. Sie können lächeln, Freude ausstrahlen, zustimmen und fragen. Sie können aber auch ablehnend wirken oder Zweifel zum Ausdruck bringen. Häufiges Blinzeln während eines Gesprächs lässt dich unruhig wirken. Blickkontakt halten signalisiert dagegen, dass du aufmerksam und interessiert  bist. Aber übertreib es nicht. Zu langes Schauen kann als Anstarren interpretiert werden und wird dann als neugierig und unhöflich gewertet. Lass den Blick also immer mal wieder abschweifen. Vermeide es, ständig auf den Boden zu schauen. Ein häufig zu Boden gesenkter Blick und suchende Augen, hochgezogene Augenbrauen oder demonstratives Wegsehen sind Zeichen für Unsicherheit und Ignoranz.

Manchmal sitzen dir im Bewerbungsgespräch auch mehrere Personaler gegenüber. Dann gilt es, bei deinen Antworten alle Teilnehmer nacheinander anzusehen und anzusprechen. Und das nach Möglichkeit ganz natürlich, damit nicht der Eindruck entsteht, du würdest ein Tennismatch verfolgen. Zum Schluss kehrst du mit dem Blick zu der Person zurück, die die Frage gestellt hat. Das Wichtigste dabei: Lächeln! Ein natürliches aufgeschlossenes Lächeln gilt als Türöffner, mit dem man Sympathien gewinnt. Auch Lachen ist erlaubt, wenn es echt ist und von Herzen kommt. Ein wahrhaftes Lachen erkennt man an den hochgezogenen Wangen und Fältchen um die Augen.

Perfekter Sitz

Da Bewerbungsgespräche meistens im Sitzen stattfinden, hier ein paar Tipps für dich:

  • Sitz entspannt, nicht zu lässig und nicht zu steif. Sich in den Stuhl lümmeln, ist tabu.
  • Setz dich so hin, dass du einen Großteil der Sitzfläche einnimmst. Nicht auf der Kante hin und her rutschen. Sitz aufrecht.
  • Unterstreich deine Aussagen gezielt mit den Händen.
  • Beim Zuhören lehn dich leicht nach vorne, beim Reden etwas nach hinten. So vermittelst du Interesse und Engagement.
  • Pass deine Sitzhaltung der deines Gesprächspartners an, indem du deine eigene Gestik behutsam angleichst. Profis sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Mit dieser Technik lassen sich einfach und schnell Vertrauen und Sympathien herstellen.

Natürlich wollen wir alle wissen, worauf Personaler besonders achten? Laut einer Umfrage vom Career-Builder gibt es acht körpersprachliche Signale, die den Ausgang des Gesprächs negativ beeinflussen und Bewerber ins Aus katapultieren können. Zu diesen Gesten gehören:

  • Fehlender Blickkontakt (67 Prozent)
  • Fehlendes Lächeln (38 Prozent)
  • Herumzappeln (33 Prozent)
  • Schlaffe Körperhaltung (33 Prozent)
  • Schlaffer Händedruck (26 Prozent)
  • Arme verschränken (21 Prozent)
  • Mit den Haaren spielen oder im Gesicht rumfummeln (21 Prozent)
  • Mit den Händen fuchteln (9 Prozent)

Beobachte die Körpersprache deines Gegenübers

Die Augenlider schlagen seltener, der Blick schweift öfters ab, dein Gesprächspartner wechselt häufig die Sitzposition? Alles Anzeichen dafür, dass er sich langweilt. Dann sind Spontanität und ein kühler Kopf gefragt. Lass dich von diesen Signalen nicht aus der Bahn werfen. Gibt es ein Flipchart im Raum? Dann stehe bei der nächsten Gelegenheit auf und schreibe deine Antwort in drei Stichpunkten dort hin und erkläre den Zusammenhang? Oder du holst aus deiner Tasche ein Probeexemplar einer erfolgreichen Arbeit. Das unterbricht die Monotonie des Gesprächs. Oder versuche während der Diskussion, Gemeinsamkeiten auszumachen. Ähnliche Interessen schaffen eine vertrauensvolle Basis und tragen zum guten Gefühl bei, auf einer Wellenlänge zu sein. Ist das erst mal geschafft, ist das schon die halbe Miete und der neue Job hoffentlich in greifbare Nähe gerückt!

Lesetipp: Faszination Körpersprache: Was wir ohne Worte alles sagen – von Beate Weingardt

Redaktion: Melanie Pölking mit Karrierebibel

Mehr Bewerbungstipps aus #RichtigBewerben findest du hier: 

Du möchtest alle Vorteile von careerloft nutzen? Dann werde Fördermitglied! Dein Mentor, attraktive Förderleistungen und spannende Events warten auf dich!