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Karriereseiten im Social Web: Welche Rolle spielen sie im Bewerbungsprozess?

Was sich zwischen den Zeilen lesen lässt

Katja Mayer 03.05.2013
Social Media werden immer stärker fürs Recruiting genutzt. Einsamer Spitzenreiter: Facebook. In diesem sozialen Netzwerk sind allein in Deutschland 26 Millionen Nutzer unterwegs.

Ein Großteil davon sind junge Frauen und Männer im Alter von 18 bis 34 Jahren – darunter auch die heiß umworbenen High Potentials. Deshalb sind dort längst auch die Arbeitgeber mit Karriereseiten präsent. Damit diese Auftritte Bewerber anlocken und die Talente letztlich dazu zu bringen, sich bei diesem Arbeitgeber zu bewerben, müssen sich die Personalabteilungen einiges einfallen lassen: Laut der Facebook Recruiting-Studie von Atenta... 

  • binden bereits knapp 45 Prozent der Unternehmen ihre Stellenanzeigen in ihre Karriereseite ein.
  • stellen rund 43 Prozent der Karriereseiten das Unternehmen und die Karriereperspektiven vor.
  • posten die Firmen im Schnitt zwölf Beiträge im Monat. Insgesamt reicht die Spanne von null bis 86 Beiträgen.

Was die Karriereseiten über Unternehmen verraten

Bleibt die Frage: Wie helfen solche Karriereseiten bei der Jobsuche? Leider sind manche dieser Portale nicht mehr als Werbeflächen, die die Unternehmen zur Selbstdarstellung nutzen. Allerdings gilt auch dabei Paul Watzlawicks Bonmot: Man kann nicht nicht kommunizieren – uns so verraten selbst diese Auftritte mehr, als die Unternehmen preisgeben wollen. Das Bild des Unternehmens beeinflusst beispielsweise, ob

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Wie helfen die Karriereseiten von Unternehmen bei der Jobsuche?
  • Du tatsächlich die Informationen findest, die du für deine Entscheidung benötigst oder nur die Marketing-Abteilung bunte Sprechblasen anbietet.
  • echte Mitarbeiter zu Wort kommen und sich womöglich auch kritisch äußern dürfen oder nur der Chef selbst für die Außendarstellung zuständig ist.
  • tatsächlich ein Austausch zwischen Unternehmen und Bewerbern stattfindet, indem etwa Fragen beantwortet werden, oder sich das Unternehmen auf eigene Verlautbarungen beschränkt.
  • es Ansprechpartner – und seien es auch nur virtuelle – für die Bewerber gibt oder die Autoren der Seite sich hinter der Anonymität verschanzen.
  • Kritik aufgegriffen und als Anregung verstanden wird oder ob missliebige Posts einfach gelöscht werden, damit kein Kratzer im Unternehmenslack entsteht.

Damit du ein Gespür für die versteckten Botschaften in den Unternehmensauftritten entwickeln kannst, solltest du mehrere Portale über einen längeren Zeitraum verfolgen. Positiver Nebeneffekt: Du kannst so auch verschiedene interessante Arbeitgeber untereinander vergleichen.

Wie du die Seiten für deine Karriere nutzen kannst

Einer der größten Vorteile an Social Media ist, dass ein echter Austausch zwischen den Beteiligten stattfinden kann. So musst du dich nicht darauf beschränken, Informationen auf den Karriereseiten abzurufen, sondern kannst diese folglich auch zur Eigenwerbung nutzen. Etwa, indem du ...

  • gezielt Fragen stellst, die idealerweise auch noch anderen Nutzern Mehrwert bieten, und so deine Sozialkompetenz beweist.
  • Dich rege an den Diskussionen beteiligst, qualitativ hochwertige Beiträge schreibst und so das Interesse des Seitenbetreibers weckst.

Klickt der dann wiederum auf dein Profil, sollte er dort natürlich auch die Informationen finden, die dich für ihn interessant machen – etwa deine Studieninhalte oder relevante Praktika. Gern kannst du auch Beiträge von Dritten in deinem Profil posten, die dich als belesenen Experten deines Fachgebiets ausweisen  – das kommt bei Personalern immer gut an.

Damit du deinen Account für die Stellensuche nutzen kannst, muss er selbstverständlich seriös aussehen. Dazu musst du nicht alles Verfängliche von deiner Seite löschen oder ein zweites Facebook-Profil für die Stellensuche anlegen: Schließlich sind Kandidaten interessanter, wenn sie auch Einblicke in ihr Privatleben gewähren.

Dass du trotzdem die ganz privaten Inhalte deinen engen Freunden vorbehältst, versteht sich von selbst. Schließlich ist Diskretion ein ganz wichtiger Punkt, auf den die meisten Arbeitgeber achten. Auch deine Freunde werden es dir danken, wenn du keine intimen Fotos von ihnen an potenzielle Arbeitgeber weiterreichst.