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#JobEinstiegIT – die Grand Challenges deiner IT-Zukunft

Nadine Miczka 23.09.2016
Fast jede Branche steht durch gesellschaftlichen, ökonomischen, technischen oder wirtschaftlichen Wandel immer wieder vor neuen Herausforderungen. Das wirkt sich auf die Anforderungen an die Arbeitskräfte aus. Blüht dir als ITler vielleicht eine Zukunft, wie sie in Matrix, I, Robot oder Wall-E dargestellt wird?
JobEinstiegIT Teil 6 Grand Challenges
JobEinstiegIT: Die Grand Challenges der IT-Branche

Zwar sind die ersten Roboter in Restaurants oder Hotels bereits vollwertige Angestellte, bis die Filmwelt allerdings in unsere Lebenswelt tritt, dauert es gewiss noch. In Teil 6 von #JobEinstiegIT haben wir deshalb die Antwort auf die Frage, welche realen IT-Challenges auf dich warten. Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) hat vor einiger Zeit einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, um die „Grand Challenges der Informatik“ ausfindig zu machen. Aus den eingereichten Vorschlägen wählte dieser die Top fünf der großen Herausforderungen der Informatik – die „Grand Challenges“ deines Fachbereiches. Die IT der Zukunft wird deinen Berufsalltag verändern, aber ebenso spannend machen:

Digital vererben: Wie geht’s?

Goethes Iphigenie auf Tauris oder Schillers Kabale und Liebe haben, wenn auch im verstaubten Bücherregal, viele Generationen überlebt. Die Werke der vergangenen Jahrhunderte liegen uns, ob als Buch, Leinwand oder Schallplatte, fest in den Händen. Die Digitalisierung ist hier nicht das böse Ende: Denn eben diese Werke können digitalisiert und somit platzsparend archiviert werden. Was mache ich allerdings, wenn es Dateien gibt, die von Anfang an digital erstellt und nur im Internet verbreitet wurden? Sind auch diese dann noch über Jahrhunderte hinweg für kommende Generationen präsent?

Die Erfahrung zeigt, dass nach 50 Jahren eher ein Foto im Fotoalbum weitergegeben wird als ein Schnappschuss vom Smartphone. Für Informatiker wächst daraus vor allem eine Aufgabe: Die Langzeitarchivierung in technischer Hinsicht ermöglichen. Die Daten müssen so gespeichert werden, dass sie auch die Softwares in 50 Jahren noch lesen können. Da gleichzeitig rechtliche Fragen beantwortet sowie die Anforderungen der jeweiligen Datenquelle beachtet werden müssen, entsteht ein interdisziplinäres Feld, in dem du als Informatiker forschen und neue Ideen einbringen kannst.

Das Internet der Zukunft

Den Dampf der Teekanne dafür nutzen, einen fremden Brief unbemerkt zu lesen? Antiquiert! Der spurenlose Datenklau ist in Zeiten der Digitalisierung um einiges einfacher geworden. Wer heute Zugriff auf deine Mail oder deine Messenger-Nachrichten hat, kannst du nur noch schwierig überprüfen. Das Internet hat sich seit seiner Entdeckung rasant entwickelt: Anders als gedacht, ist es in fast allen Alters-, Geschlechts- und Einkommensgruppen angekommen.

Bei dieser Geschwindigkeit und Reichweite ist vor allem die Sicherheit auf der Strecke geblieben: Kriminalität, Cybermobbing oder andere Probleme werden jedoch nur im Einzelnen bearbeitet. Damit steht die Informatik vor der Herausforderung, die Sicherheit aus allen Zugängen, also gesamtdeckend, zu gewährleisten. Als Informatiker kannst du mit daran arbeiten, dass das Internet der Zukunft einen offenen und sicheren Austausch ermöglicht und zu einer Plattform wird, die nicht frei von Gesetz und dennoch frei ist.

ACHTUNG: Systemische Risiken

An dritter Stelle nennt die Gesellschaft für Informatik die Grand Challenge der systemischen Risiken. Ob in öffentlichem oder privatem Bereich: Internationale Vernetzungen sind Teil unseres Alltags. Sowohl als Güterverflechtungen, als auch in Form eines Kommunikationsaustausches. Das birgt viele Vorteile aber auch einen großen Nachteil: Wird ein Knotenpunkt dieses Netzwerkes angegriffen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Netzmitglieder davon betroffen sind. Die Angriffsfläche wird durch die Vernetzung größer. Informatiker können hier Lösungen finden, indem sie Knotenpunkte identifizieren, um ohne große zeitliche Verzögerung auf Risiken einzugehen.

Paartherapie: Mensch-Computer Interaktion stärken

„Dürfen wir vorstellen? Mensch, Computer – Computer, Mensch.“ Heute sind digitale Kommunikation oder digitale Angebote wie das Buchen eines Online-Tickets nicht mehr wegzudenken. Dass wir den Computer bedienen und Zugriff auf das World Wide Web haben, gehört für uns zum alltäglichen Leben dazu. Aber es gibt noch immer Unterschiede im Verständnis oder sogar Zugriff zwischen verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen. Dabei muss genau diese Interaktion zwischen Mensch und Computer zukünftig weiter vereinfacht werden, um Ungleichheiten in einer immer weiter digitalisierten Welt zu vermeiden. Hast du eine Idee, wie die Informatik diese Beziehung mitgestalten kann und so alle Bürger mit ins Boot holt?

Software: „Vertraust du mir?“

Autonomes Fahren ist schon jetzt kein Wunschdenken mehr. Und auch in unserem Alltag wird Software in Kommunikations- oder Haushaltsituationen eingesetzt. Sie erfüllt nicht nur in der Medizin wichtige Aufgaben, sondern auch bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen oder im Flugzeug selbst. Aber wer versichert uns eigentlich, dass sie verlässlich funktioniert? Und nicht nur das: Wer kann gewährleisten, dass wir und unsere Daten in Sicherheit sind und die Software sich bei einem Fehler meldet? An dieser Herausforderung arbeiten Informatiker seit vielen Jahren: Eine selbstheilende Software, die bei Fehlern reagiert und somit den totalen Eklat im System verhindert. Softwarebasierte Alltagslösungen finden ihren Weg in jeden Lebensbereich und somit auch die Informatik als Übersetzer.

Diese fünf Herausforderungen sind sowohl Entwicklungen, die deine Zukunft als ITler beeinflussen sowie dir mögliche Themengebiete für Forschungsarbeiten nahebringen können. Hast du Lust, die Zukunft mit deinem Know-how mitzugestalten? Vielleicht wartet unter unseren Stellenangeboten schon die passende Chance!

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