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Der IT-Anwendungsbetreuer

Lösungen pflegen und weiterentwickeln

Christian Stöckl 20.09.2017
#JobEinstiegIT: Anwendungsbetreuer
#JobEinstiegIT: Anwendungsbetreuer – Lösungen pflegen und weiterentwickeln

Welche Aufgaben hat ein IT-Anwendungsbetreuer?

Die Aufgabe eines IT-Anwendungsbetreuers oder auch Application-Managers ist es, andere Mitarbeiter in der eigenen Firma oder Geschäftskunden in der Nutzung von Software zu unterstützen. In der Regel betreut er einen Teil der Software-Produkte seines Unternehmens. Mit diesen kennt er sich bestens aus, um bei Produkt-Problemen oder Fragen des Kunden beratend tätig werden zu können. Treten Fehler auf, müssen diese oft in kürzester Zeit behoben werden. Je nach Service-Level-Agreement (SLA) werden die Kunden rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche betreut. Anwendungsbetreuer, die auch Application-Manager oder Anwendungsberater genannt werden, sollten daher entsprechend belastbar sein. Darüber hinaus werden die Kunden vom Anwendungsbetreuer auch bei der Installation neuer Produkt-Komponenten unterstützt. Ein Anwendungsbetreuer steht also im regen und ständigen Austausch mit den Nutzern. Solange alles rund läuft, bleiben Anwendungsbetreuer im Hintergrund.

IT-Anwendungsbetreuer: Herrscher über die Systeme

Damit es erst gar nicht zu Kunden-Problemen mit den Produkten kommt, sorgen Anwendungsbetreuer dafür, dass die Systeme regelmäßig gewartet werden. Auch nehmen sie erforderliche Reparaturen an Komponenten oder Softwarelösungen vor. Die Anwendungen müssen gepflegt, weiterentwickelt und an sich wandelnde Anforderungen angepasst werden. Es sind IT-Spezialisten gefragt, die nicht nur die technische Seite verstehen, sondern auch Unternehmensprozesse durchschauen und verbessern können. Bei IT-Dienstleistern und Softwareherstellern fungieren Anwendungsbetreuer als Schnittstelle zwischen Entwicklungsabteilung und dem Kunden. Oft kommt es vor, dass auf diese Weise individuelle Software-Lösungen entstehen. Diese fallen ebenfalls ins Aufgabengebiet des Anwendungsbetreuers.

Fachkraft oder Führungskraft?

Wie der Einstieg in die Karriere und mögliche Aufstiegschancen aussehen, hängt auch von der Größe des einstellenden Unternehmens ab: In großen Konzernen sind Anwendungsbetreuer mehr für die Mitarbeiter zuständig. Die Hauptaufgabe ist es, die Mitarbeiter in anderen Abteilungen des Unternehmens in die Nutzung von Software einzuweisen. Auch hier stehen die Anwendungsbetreuer als Ansprechpartner für Probleme zur Verfügung. Ebenfalls führen sie Mitarbeiterschulungen für Software durch und halten Präsentationen. Viele Anwendungsbetreuer übernehmen in großen Unternehmen auch die Aufgaben eines Netzwerkadministrators. Zu den Aufgaben gehören die Installation, Wartung und Reparatur von Netzwerken sowie die Erteilung der nötigen Rechte für die verschiedenen Nutzer.

Üblicherweise sind Anwendungsbetreuer auf einzelne IT-Bereiche spezialisiert und arbeiten zusammen mit anderen Anwendungsbetreuern in einem Team, um alle Bereiche abzudecken. Es ergibt sich ein abwechslungsreicher Job zwischen Technik und Beratung. Da IT-Anwendungen mittlerweile in den verschiedensten Branchen eingesetzt werden, bietet sich für Anwendungsbetreuer ein breites Arbeitsfeld. In großen Firmen mit zahlreichen IT-Mitarbeitern und vielfältigen Aufgaben besteht dabei eher die Chance, von der Fachkraft zur Führungskraft aufzusteigen.

Welche Anforderungen muss ein Anwendungsbetreuer erfüllen?

Fachkenntnisse sollten in ein oder zwei Spezialgebieten vorhanden sein und die entsprechenden Anwendungen dazu fehlerfrei beherrscht werden. Für die tägliche Arbeit sind auch viele Soft Skills sehr wichtig. Anwendungsbetreuer arbeiten in der Regel aus der Distanz am System eines Kunden und treten mit den Ansprechpartnern über E-Mail und per Telefon in Kontakt. Daher müssen Anwendungsbetreuer schnell ein Gespür für die Lage auf der anderen Seite der Leitung entwickeln und über die Entfernung die nötigen Schritte koordinieren. Aus diesen Gründen ist für die Bewältigung der Aufgaben eine überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit unabdingbar. Eine wichtige Eigenschaft für Anwendungsbetreuer ist es auch, die Sichtweisen anderer Mitarbeiter zu verstehen und sich in diese hineinversetzen zu können. Oft müssen auch komplexe Sachverhalte der IT einfach dargelegt und verständlich erklärt werden.

Viele Kunden verfügen über Anwendungen aus verschiedenen Spezialgebieten und werden deshalb oft von mehreren Anwendungsmanagern betreut. Diese müssen sich bei Überschneidungen der Anwendungen untereinander absprechen und Probleme im Team lösen. Anwendungsbetreuer müssen daher auch teamfähig sein.

Wie werde ich Anwendungsbetreuer?

Eine spezielle Ausbildung zum Anwendungsbetreuer gibt es nicht. Für die fachlichen Kenntnisse bietet ein abgeschlossenes Studium als Informatiker, Ingenieur oder Wirtschaftsinformatiker oder eine abgeschlossene Ausbildung im IT-Bereich die ideale Voraussetzung. Zusätzlich gibt es für IT-Spezialisten Weiterbildungen zum Anwendungsbetreuer bzw. Application-Manager. In diesen werden insbesondere die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Berufs erlernt, da diese im Studium und der Ausbildung oft zu kurz kommen. Es geht darum zu verstehen, wie Geschäftsprozesse optimiert werden können.

Gute Arbeitsbedingungen

Lediglich zwischen 20 und 30 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt ein Anwendungsbetreuer außer Haus. In der Regel findet einmal im Monat ein Abstimmungstermin vor Ort beim Kunden statt. Die hohe Präsenzzeit im Unternehmen  ist vor allem für Berufseinsteiger oder Jobwechsler vorteilhaft, da sie mehr gemeinsame Zeit mit den Kollegen verbringen. Es fällt leichter, sich in bestehende Strukturen einzufinden und früher selbstständig Aufgaben zu übernehmen, da die Kollegen bei Fragen direkt zur Stelle sind. Berater dagegen verbringen bis zu drei Viertel ihrer Arbeitszeit außer Haus. Auch haben Anwendungsbetreuer geregeltere Arbeitszeiten als Berater. Das ermöglich eher Teilzeitmodelle, die für eine hohe Flexibilität sorgen und daher besonders für junge Eltern interessant sind.

Anwendungsbetreuer stehen hoch im Kurs

Bist du an einer Karriere als Anwendungsbetreuer bzw. Application-Manager interessiert? Aktuell bieten sich hervorragende Zukunftsaussichten für Informatiker und damit auch für Anwendungsbetreuer. Derzeit gibt es in Deutschland rund 51.000 offene Stellen im Informatik-Bereich. Vor sieben Jahren waren es lediglich 28.000, so das Ergebnis einer im November 2016 erschienenen BITKOM-Studie. 20.500 der derzeit unbesetzten Stellen fallen direkt auf die Informations- und Telekommunikationstechnik-Branche (ITK). Gleich ein Fünftel der ITK-Unternehmen suchen Anwendungsbetreuer und Administratoren. Noch besser stehen die Chancen für Anwendungsbetreuer in allen anderen Branchen, die ITK-Lösungen einsetzen. Dort fallen, laut BITKOM, 37 Prozent der 30.500 offenen Stellen auf Anwendungsbetreuer und Administratoren. Vor allem für betriebswirtschaftliche Anwendungen, in der IT-Sicherheit und beim Cloud-Computing werden händeringend IT-Spezialisten gesucht. Der generelle Bedarf an IT-Fachkräften wird auch noch weiter steigen. Jedes zweite IT-Unternehmen will in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen. Die Digitalisierung der Wirtschaft sorgt in vielen Branchen für eine steigende Nachfrage nach IT-Spezialisten wie Anwendungsberatern bzw. Application-Managern. Und natürlich gibt es attraktive Jobs nicht nur in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt, sondern flächendeckend in der ganzen Republik. Eine Karriere in diesem Umfeld verspricht also auf Jahrzehnte spannenden Perspektiven mit sehr vielen Innovationen, die das Leben der Menschen im Beruf und Privatleben verändern werden.

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