DE EN

Im TEDxBerlin Talk: Kerstin Plehwe

Melanie Pölking 25.08.2014
Kerstin Plehwe ist Vortragsrednerin, Unternehmerin, Autorin und Grenzgängerin. Sie liebt es, Menschen zu inspirieren und Veränderungen einzuleiten. Auf der TEDxBerlinWomen sprach sie zum Thema Female Leadership, den Besonderheiten weiblicher Führung! Wir haben mit ihr über den TEDxTalk, persönliche Leidenschaft und das Geheimnis eines spannenden Vortrags gesprochen!

Wie kamen Sie dazu, bei TEDxBerlinWomen mitzumachen?

Mir war TEDxBerlinWomen vorher schon bekannt. Ich schaue da selbst oft rein. Es sind immer schlaue Köpfe, die dort sprechen. Deshalb empfand ich es auch als Ehre, zum Talk eingeladen zu werden!

Waren Sie aufgeregt vor dem Talk?

Da ich beruflich Vorträge halte, war ich nicht wirklich aufgeregt. Ich würde es eher Vorfreude nennen. Allerdings war das TEDx-Format neu für mich: Man hat 15 Minuten, um alles zu präsentieren und seine Botschaft rüberzubringen. Genau darin bestand meine Herausforderung. Die anfängliche Nervosität ist nach 30 Sekunden immer verschwunden. Dann ist man mit dem Publikum verbunden.

Woher nehmen Sie die Leidenschaft, mit der Sie berichten und das Publikum ansprechen?

Kerstin Plehwe ist Vortragsrednerin, Unternehmerin, Autorin und Grenzgängerin.
Kerstin Plehwe

Die Leidenschaft nimmt man aus sich selbst. Sie sehen und spüren ganz schnell, ob das Publikum Ihnen folgen kann. In Deutschland gibt es für Redner meist keine überschwänglichen Reaktionen. Die Deutschen sind da ganz anders als z.B. die Amerikaner oder Engländer. Wenn man aber als Redner die feinen Reaktionen des Publikums lesen kann, sehen Sie, wie es ankommt. Ich stehe dazu, meine Leidenschaft für Themen auch auf der Bühne zu leben! Frauen haben da manchmal Hemmungen. Ich versuche deshalb immer, insbesondere meine Zuhörerinnen zu motivieren und zu ermutigen: Go for it! Emotion schafft Aktion.

Was raten Sie, wenn die persönliche Leidenschaft gänzlich verschwunden ist?

Wichtig ist erst mal die Erkenntnis: Ein langweiliger Alltag und zunehmende Unzufriedenheit sind meist klare Anzeichen dafür. Sehr viele Menschen kommen im Lauf ihres Lebens in so eine Phase. Ich persönlich kenne das auch. Ich war jahrelang beruflich sehr gefordert und habe dabei fast vergessen, wofür ich eigentlich brenne. Daraufhin habe ich drei Monate dem Büro und allen Verpflichtungen den Rücken gekehrt und bin zurück an einen Ort aus meiner Kindheit, mit dem ich nur Positives verbinde: Südafrika.

Was haben Sie dort gemacht?  

Ich habe eine Ausblidung als Rangerin gemacht, das war einer meiner Kindheitsträume. Dabei habe ich viel über mich und über das, was mir gut tut, gelernt. Aber auch gemerkt, wie viel wir alle von der Natur lernen können, egal ob für’s Business oder zu Hause. Ich persönlich habe auch gemerkt wie viel Kraft mir die Natur gibt. Sonst bin ich beruflich viel in Flugzeugen, Hotels und Vortragshallen unterwegs und spüre nichts von Luft, Himmel, Sonne und Wind. In Afrika habe ich aber gemerkt, wie positiv das für mich ist.

Wie hat sich diese Erfahrung auf Ihr Leben in Deutschland ausgewirkt? 

Zum einen habe ich ein Buch über diese Erfahrung geschrieben, die Weisheit der Elefanten. Das hat vieles noch mal vertieft. Und privat habe ich ein Stadthaus gegen ein Cottage im Naturschutzgebiet getauscht und so ein Gegengewicht zu meinem hektischen Leben in der Großstadt gesetzt . Als Mensch und als Führungskraft bin ich in der Zeit in Afrika gereift und habe viel dazu gelernt. Das ist wichtig, denn jeder Tag, an dem Sie sich außerhalb Ihrer Komfortzone bewegen, verändert Sie. Die Frage die man sich aber danach stellen muss lautet: Wie kann ich die Konsequenz aus der Veränderung in den Alltag übertragen? Die eigenen Leidenschaften müssen einem bewusst sein. Dann kann ich sie auch bewusst in meinen Tag integrieren.

Was sind Ihre Tipps für einen guten Vortrag? 

Der erste Schritt ist mit Sicherheit, sich freizumachen von Angst. Viele haben ja Angst, vor anderen Menschen zu reden. Dafür gibt es aber gar keinen Grund. Das sollte man sich klar machen und dann die Frage klären: Was will ich diesen Menschen mitgeben? Was ist meine Aufgabe? Darüber hinaus sollte ein Vortrag handwerklich gut gemacht sein. Story Telling ist dabei ein wichtiges Instrument. Jeder Mensch hört gerne Geschichten. Schön ist alles, was berührt und was die Zuhörer mitnimmt. Gefühle sind erlaubt. Das stößt bei vielen zwar erstmal auf Ablehnung. Aber durch Emotionen wird ein Vortrag erst persönlich und mitreißend.

Übrigens: Kerstin Plehwe inspiriert nicht nur mit Vorträgen. In ihrem Buch „Female Leadership. Die Macht der Frauen“ hat sie über 60 internationale Powerfrauen zu Wort kommen lassen: Welche Fähigkeiten machen Frauen erfolgreich? Wie erleben und gestalten sie persönliches Glück? Mehr Informationen zur TEDx-Talkerin Kerstin Plehwe findest du hier.