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Ich bin dann mal weg!? Vorteile und Nachteile eines Auslandsaufenthalts

Viele Studenten streben einen Auslandsaufenthalt an. Die Möglichkeiten sind vielfältig

Christian Focken 09.02.2017
Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums ist keine Seltenheit mehr. Auszeit nehmen, Neues erleben, fremde Länder sehen – wann ist die Chance günstiger als während des Studiums?
#JobEinstieg 19: Pro und Contra Auslandsaufenthalt
#JobEinstieg 19: Vorteile und Nachteile von Auslandsaufenthalten

Auslandsaufenthalt = Vorteil

Ein Auslandsaufenthalt ist nicht nur fürs Privatvergnügen erstrebenswert: Sprachkenntnisse und die dort erworbenen Kompetenzen können dir einen entscheidenden Vorteil im Bewerbungsprozess verschaffen. Denn im Lebenslauf ist ein Auslandsstudium, Auslandspraktikum oder anderer Auslandsaufenthalt ein echter Pluspunkt. Und nicht selten setzen Personalverantwortliche internationale Erfahrungen bzw. Auslandsaufenthalte sogar voraus. Also: Schaden kann dir die Auslandserfahrung im Bewerbungsprozess auf keinen Fall! Für Studierende bieten sich neben dem Studium im Ausland auch Praktika an oder – im privaten Bereich – Work & Travel. Alle Varianten bieten dir die Chance, im Ausland wertvolle Kontakte zu knüpfen, fremde Kulturen kennenzulernen und deine Sprachkenntnisse zu trainieren. Jede Menge Vorteile also.

Gibt es auch Nachteile?

Ein gravierender Punkt, der für viele ein Hindernis ist, ins Ausland zu gehen, ist die Sorge, mit dem Studium länger zu brauchen und in Deutschland bei der Ausbildung oder in der Karriere den Anschluss zu verpassen. Doch im Vergleich zu den Vorteilen, die ein Auslandsstudium bietet, fällt eine Verzögerung in der Regel kaum ins Gewicht.

Dennoch solltest du Vorteile und Nachteile eines Auslandsaufenthalts gut durchdenken und gegeneinander abwiegen, bevor du eine Entscheidung triffst. Dabei hängt die Entscheidung ins Ausland zu gehen, nicht nur von objektiven, sondern auch von individuellen Faktoren ab. Schließlich ist es ein großer Schritt, der Mut und Abenteuerlust erfordert. In jedem Fall gilt: eine gründliche Vorbereitung ist Pflicht, egal, ob es sich um ein Auslandspraktikum, Auslandsstudium oder Work & Travel handelt. Dadurch lassen sich viele böse Überraschungen und Probleme bereits im Vorfeld vermeiden.

Auslandsaufenthalt: Die wichtigsten Vorteile und Nachteile im Überblick

Vor- und Nachteile eines Auslandsaufenthalts
Gehen oder bleiben?

Es gibt zahlreiche Gründe, die dafür, aber auch einige Gründe, die dagegen sprechen für eine Zeit einen Auslandsaufenthalt zu machen. Die wichtigsten Vorteile und Nachteile im Überblick.

Vorteile eines Auslandsaufenthalts

  • Interkulturelle Kompetenz: Vielleicht der größte Vorteil: Erfahrungen mit anderen Menschen, Kulturen, Gewohnheiten, Bildungssystemen und Arbeitswelten fördern das Verständnis der Weltwirtschaft und die Sozialkompetenz. Erfahrungen mit Arbeitswelten und dem Leben der Menschen anderer Kulturen sind bei Arbeitgebern besonders begehrt.
  • Soft Skills: Wer ins Ausland geht, wird gezwungen, alle auftretenden Herausforderungen in Studium, Praktikum bzw. Job und Alltag allein zu bewältigen. Dadurch wird Organisationstalent und Selbstständigkeit gefördert, Strukturen und Zusammenhänge können besser erfasst werden. Aber auch zwischenmenschliche Kompetenzen werden in dem fremden Land erworben und kommen euch im Beruf oft bei Teamarbeit und Kundenkontakt zugute.
  • Sprachkenntnisse: Lernen nebenbei: Englisch als Handelssprache ist im Beruf unverzichtbar. Vorhandene Englischkenntnisse werden in jedem Fall praktisch angewendet. Die Angst vor möglichen Fehlern nimmt ab und der Wortschatz wird deutlich erweitert. Besonders wertvoll ist, dass die Scheu mit Muttersprachlern zu reden abgebaut wird. Das ist für die berufliche Kommunikation sehr förderlich und macht sich auch im Lebenslauf gut. Je nach Land kann außerdem eine weitere Sprache erlernt werden, sofern die Motivation vorhanden ist.
  • Fachlicher Input: Universitäten in anderen Ländern gehen anders mit Inhalten um und vermitteln andere Sichtweisen. Das Gleiche gilt für Unternehmen und ihre Arbeitsweise. Solche Erfahrungen außerhalb von Deutschland eröffnen neue Perspektiven oder können einen dir einen Vorteil im Vergleich zu Daheimgebliebenen bringen.
  • Persönliche Entwicklung: Der große Schritt, sein soziales Umfeld und etablierte Gewohnheiten zurückzulassen, die vielfältigen Erfahrungen und der Umgang mit fremden Kulturen und Menschen werden mit einer persönlichen Entwicklung gekrönt, die nicht zu unterschätzen ist. Durch die Erweiterung des Horizonts und frische Sichtweisen kannst du lernen, wo deine  persönlichen Präferenzen, Begabungen und Werte liegen.
  • Kontakte im Ausland: Egal ob Uni oder Job - das Netzwerk, das ihr euch durch den Auslandsaufenthalt aufbaut, kann sehr wertvoll sein wenn es gut gepflegt wird.

Viele Vorteile – und wie sehen die Nachteile aus?

Nachteile eines Auslandsaufenthalts

  • Kosten:  Die anfallenden Kosten sind in der Tat ein triftiges Argument. Durch Studiengebühren, Unterkunft und Verpflegung können die Ausgaben schnell ins vier- oder fünfstellige rutschen. Es gibt jedoch günstige Studienkredite, Auslands-BAföG oder Stipendienprogramme, (z.B. das ERASMUS Programm innerhalb der EU), die individuelle Lösungen zulassen.
  • Aufwand: Ein Auslandsaufenthalt erfordert gute Vorbereitung und viel Organisation. Ob für die Anerkennung von Studienleistungen, finanzielle Unterstützung oder Jobsuche: Papierkram und Organisation ist zeitintensiv, nervenraubend und erfordert einen guten organisatorischen Durchblick. Neben, Studium, Job, Familie oder Partnerschaft kann das einen sehr belastenden Faktor darstellen.
  • Längere Studiendauer: Ob bei einem Auslandssemester eine Verzögerung entsteht, hängt von der Uni ab. Wenn im Vorhinein mit den Dozenten eine Absprache getroffen wird, ist eine Anerkennung der Leistungen oft kein Problem. Fällt die Wahl auf einen außeruniversitären Aufenthalt (Zum Beispiel bei einem Praktikum), wird wahrscheinlich ein Semester mehr anfallen. Die Qualifikationen, die erworben werden, werden jedoch jeden Personaler von euch überzeugen.
  • Doppelbelastung: Ein Studium oder ein Job im Ausland kann für sich genommen schon sehr anstrengend sein. Alles ist neu und anders als in Deutschland. Hinzu kommen die sprachlichen Hürden, was sich in einer Doppelbelastung bemerkbar machen kann. Dies ist nach einigen Wochen der Eingewöhnung in der Regel aber kein Problem mehr.

Und, wie sehen deine Pläne nun aus? Falls es dich demnächst ins Ausland zieht, wünschen wir dir alles Gute und viel Spaß bei deinem Auslandsaufenthalt.