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Business Knigge: So wird die Weihnachtsfeier ein voller Erfolg

Tipps rund um das passende Verhalten – bei jeder Feier

Melanie Pölking 23.11.2016
Die Einladungen flattern kurz vor Weihnachten ins Postfach: Auch 2016 stehen Weihnachtsfeiern in vielen großen und kleinen Betrieben an. Abwesenheit ist keine Option! Keine Frage: Der Dezember wird durch die Vorfreude auf Weihnachten und den Stress vor den Feiertagen turbulent. Das haben die Festlichkeiten leider so an sich: Wir freuen uns zwar auf sie und sie gestalten sich stets als Höhepunkt des ganzen Jahres, doch sie kosten auch Zeit und halten uns kurz vor den freien Tagen ganz schön auf Trab. Spätestens mit dem ersten Advent erleben Glühwein, Girlanden und Geschäftsführeransprachen ihre alljährliche Renaissance – durch die Einladung zur obligatorischen Weihnachtsfeier.
#BusinessKnigge Teil 8: Weihnachtsfeier
#BusinessKnigge: Tritt bei der Weihnachtsfeier nicht ins Fettnäpfchen!

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Liebe, sondern auch die der lustigen Nikolaus-Mützen und Rentiergeweihe, in der man mal ganz herzlich und ungezwungen gemeinsam einen freien Abend genießt. Feste soll man zwar feste feiern, die Einladung zu offiziellen Feierlichkeiten zu Weihnachten (oder etwa die Hochzeit eines Kollegen) sind aber für manch einen nur mit Alkohol zu ertragen. Doch es geht auch anders. Damit sich Weihnachtsfeiern für dich in Zukunft nicht als reine Katastrophe gestalten, solltest du dich an einigen Benimmregeln orientieren und auf manch einen Partyspaß in Gegenwart des Chefs und anderen Mitarbeitern lieber verzichten.

Fettnäpfchen auf der Weihnachtsfeier

Tatsächlich sind Weihnachtsfeiern wie ein Schaulaufen: Wer benimmt sich? Was geht gar nicht? Bei der Weihnachtsfeier lauern erfahrungsgemäß überall Fettnäpfchen und Fallstricke. Manch ein Vorgesetzter nutzt die Einladung zu solch einer Feier auch mal für einen gesellschaftlichen Benimmtest und beobachtet, welcher Mitarbeiter sich für höhere Aufgaben empfiehlt und im nächsten Jahr eventuell sogar für eine Beförderung infrage kommt – und wer eher nicht. Die Beurteilungskriterien können von Unternehmen zu Unternehmen abweichen, dennoch gibt es allgemeine Regeln, die du bei der Weihnachtsfeier auch nach dem dritten Glas Sekt beherzigen und einhalten solltest:

  1. Sag deinem Boss an dem Abend nicht die Meinung! Erst recht nicht, wenn sie kritisch ist. Zu fortgeschrittener Stunde um eine Gehaltserhöhung oder Beförderung zu bitten, geht ebenfalls gar nicht – auch wenn Weihnachten kurz vor der Tür steht. Der Suff ist hierfür keine Entschuldigung!
  2. Überraschend weitere Gäste wie den eigenen Partner oder einen Freund mitzubringen, wenn diese nicht angemeldet waren, zeugt zwar von Spontaneität, ist ansonsten aber völlig unangemessen. Bitte immer den Text der Einladung genau lesen und sehr früh nachfragen, falls eine Begleitung nicht explizit erwähnt wurde.
  3. Ebenso fällt durch, wer geschmacklose Witze zum Besten gibt, nicht grüßt, ungeniert das Büffet plündert, bereits vorgeglüht hat und eigentlich nur wegen des kostenlosen Alkohols gekommen ist.
  4. Aufgepasst beim Smalltalk: Auf Weihnachtsfeiern wird naturgemäß viel geredet. Tiefgründige Themen sind hier allerdings fehl am Platz und sorgen schlimmstenfalls für schlechte Stimmung.
  5. Stolperfalle Alkohol: Mit steigendem Pegel löst sich bei der Weihnachtsfeier auch häufiger die Zunge und mit ihr der Mut zur Wahrheit. Jetzt heißt es: Zurückhaltung üben. Schlimm genug, wenn du über andere Mitarbeiter herziehst. Kritisierst du aber auch noch lautstark die Weihnachtsrede des Chefs, könntest du im nächsten Jahr ganz plötzlich auf Jobsuche sein.
  6. Auch der Ruf eines Draufgängers, der jeden Matrosen unter den Tisch trinken kann, ist keineswegs erstrebenswert. Respekt im Unternehmen ist das A und O. Wenn du dagegen eindeutige Bemerkungen über die Kurven der Praktikantin vom Stapel lässt, werden sich die anderen Mitarbeiter daran sicher auch nach der Weihnachtsfeier erinnern. In Sachen Respekt nicht förderlich.
  7. Auch wenn es kuschelig und privat scheint: Die Einladung zur Weihnachtsfeier ist nicht mit einer Familienfeier gleichzusetzen. Es ist und bleibt eine betriebliche Veranstaltung und damit ist diese Feier nicht der geeignete Ort für kostenlose Völlerei! Ebenfalls drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen bei sexueller Belästigung, tätlichen Angriffen und Beleidigungen. Sie können zur Abmahnung führen!
  8. Vorsicht beim „Du“: Wenn der Chef nach dem siebten Schnaps plötzlich „du“ sagt, zählt das nur, wenn er sich am nächsten Tag noch daran erinnern kann. Ansonsten gilt auf jeden Fall wieder das „Sie“. Und bloß nicht nochmal an das „Du“ erinnern!
  9. Nicht nur Partylöwen gehören zur Risikogruppe, auch die Gattung der Spaßbremsen muss sich auf etwas gefasst machen! Gäste, die schweigend in der Ecke hocken, immer wieder auf die Uhr schauen oder über das Essen meckern, mag keiner. Teamfähigkeit wird man solchen Miesepetern schon gar nicht zuschreiben.
  10. Und noch ein Tipp für den Eingang der Einladung in deinem Postfach – lies dir den Text genau durch, merke dir den Termin sowie alle wichtigen Infos vor und sage möglichst schnell zu oder ab. Bewahre die Karte beziehungsweise die Mail mit der Einladung gut auf, damit du keine wichtigen Details vergisst.

Da fragt man sich ja fast, ob man die Einladung zur Weihnachtsfeier im nächsten Jahr nicht lieber ignorieren sollte. Aber ohne triftigen Grund (Dienstreise), kann man leicht als Eigenbrötler abgestempelt werden, wenn man die Karte oder Mail nicht mit einer Zusage beantwortet. Nutze die Einladung, um das Jahr gemeinsam mit deinen Kollegen ausklingen zu lassen, bemühe dich um Kommunikation über Teamgrenzen hinweg und finde Themen, um auch mit anderen Mitarbeitern in Kontakt zu treten. Gruppenbildung und Tuscheln kommen nicht gut an. Führungskräfte, die den ganzen Abend nur unter sich bleiben, zeigen, dass sie keinen Kontakt zur Basis möchten, tragen so nicht gerade zum guten Betriebsklima bei und machen die Einladungen zu nächsten Feiern unattraktiv für ihre Mitarbeiter.

Geht der Vorgesetzte nach Hause und mit ihm auch ein Großteil der Mitarbeiter, endet der betriebliche Spaß: Aus der Weihnachtsfeier wird eine private Angelegenheit. Und damit endet zugleich der Unfallschutz. Dasselbe gilt für den Heimweg: Der ist immer privat. Also Vorsicht!

No-Gos für die Weihnachtsfeier: Daumen runter, wenn…

  • … du Kleidung wählst, die mehr zeigt als verhüllt.
  • … du über das Essen, die Getränke oder Kollegen lästerst.
  • … du deine Beziehungsprobleme, Krankheiten oder Motivation zum Thema machst.
  • … du über die physische Beschaffenheit der Praktikanten hörbar dozierst.
  • … du deinem Bereichsleiter unverblümt die Meinung geigst.
  • … du deine Chefin um eine Gehaltserhöhung bittest.
  • … du beweist, dass Matrosen doch mehr vertragen als du.
  • … du auf deinem Büffet-Teller den Turm zu Babel nachbaust.
  • … du über deine Vorgesetzten lästerst – und sie das merken.
  • … du anzügliche oder diskriminierende Witze erzählst.
  • … du dich sichtbar langweilst.
  • … du zur Spaßbremse mutierst.
  • … du Zeuge wirst, wie dein Chef entgleist – und ihn daran erinnerst.
  • ... du die Einladung nicht richtig gelesen hast und dem Text nicht entnommen hast, dass jeder Mitarbeiter eine Kleinigkeit zum Büffet beisteuern sollte.

In diesem Sinne wünschen wir dir viel Spaß bei der nächsten Weihnachtsfeier – jetzt weißt du ja, wie du dich nach der Einladung verhalten musst. (Gilt übrigens ebenso für Einladungen zu allen anderen Betriebsfeiern oder Einladungen zu Privatfeiern von Kollegen.)

Buchtipp: Neben Ratschlägen zum richtigen Verhalten bei Betriebsfeiern gibt Benimmexpertin Nadine Meyden in ihrem Buch „Business-Etikette. Sicher auftreten und Fettnäpfchen vermeiden“ zahlreiche Tipps rund um die Themen Benehmen in der Geschäftswelt, wichtige Feiern im beruflichen Umfeld und den sicheren Auftritt bei jeder Feier.

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