DE EN

Gruppenarbeit: zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt

Gruppenarbeit
Pro und Contra der Gruppenarbeit

Einer für alle – alle für einen?!

Hausarbeit, Referat, Klausur und Co. Jeder kennt die verschiedenen Formen der Modulprüfung. Die wohl umstrittenste ist die Gruppenarbeit. Es gibt kaum etwas, bei dem Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander liegen. Wer kennt nicht den emotionalen Zwiespalt zwischen der großen Freude über die Möglichkeit, gemeinsam Ergebnisse auszuarbeiten und den Bedenken, auf der ganzen Arbeit alleine sitzen zu bleiben. Es gibt viele Argumente, die für oder gegen die Gruppenarbeit sprechen.

Die unterschiedlichen Typen

Egal ob eine Gruppenarbeit aus Freunden oder unbekannten Kommilitonen besteht, Fakt ist, dass die unterschiedlichsten Typen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen aufeinandertreffen: Alphatier, Perfektionist, Harmoniebedürftiger, Dauernörgler, Pessimist, Trantüte, Trittbrettfahrer oder Kursclown – es gibt nichts, was es nicht gibt. Und genau hier ergeben sich Chancen sowie Herausforderungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: die Mischung macht’s. Während ein Gruppenmitglied gerne analytisch arbeitet, fokussiert sich ein anderes lieber auf die gestalterischen Aspekte der Aufgabe. Klarer Vorteil ist, dass die unterschiedlichen Stärken und Schwächen einer Person ideal durch andere Gruppenmitglieder ergänzt werden können.

Die Herausforderung liegt jedoch darin, dass ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft, Empathie und Toleranz von allen Gruppenmitgliedern mitgebracht werden muss, um eine angenehme und erfolgreiche Gruppenarbeit zu ermöglichen.

Vielfältigkeit

Je größer die Gruppe, desto mehr Meinungen, desto mehr Diskussionspotenzial – und desto mehr Ideen.

Gruppenarbeit bietet dir die Möglichkeit, dich mit deinen Kommilitonen kreativ auszutauschen, neue Sichtweisen und Perspektiven kennenzulernen sowie neue Lösungsansätze und Methoden zu testen.

Aber es gibt auch Schattenseiten: Aus meiner Ausbildungs- und Uni-Zeit weiß ich, dass unterschiedliche Konzeptvorstellungen zu langwierigen, nervtötenden Abstimmungsprozessen führen können, unter denen die Effizienz enorm leidet. Daher ist es wichtig, den Grad zwischen Leichtigkeit und Nachdruck in der Teamarbeit zu finden.

Teamspirit

„Zusammen ist man weniger allein“: Zum einen kann die Konkurrenz zu anderen Gruppen den „Kampfgeist“ wecken und das Team zusammenschweißen. Zudem stärken gemeinsame Treffen, klare Zielvorstellungen und Erfolgserlebnisse den Teamspirit und erhöhen die Gruppendynamik, was für das Thema Gruppenarbeit spricht.

Allerdings spielt die Benotung der Modulleistung eine wichtige Rolle. Handelt es sich um Einzelbewertungen, kann der Konkurrenzgedanke schnell auf die Gruppenmitglieder übertragen werden. Einzelkämpfer können die Teamleistung schwächen. Gruppenbenotungen können hingegen dazu führen, dass ein oder zwei die ganze Arbeit machen und sich der Großteil der Gruppe auf den Leistungen der Anderen ausruht. Dies führt zu enormen Frustrationen!

Soft Skills

Diskussionen im Team fördern neben dem Austausch von Meinungen und Ideen zusätzlich die soziale und kommunikative Kompetenz. Du lernst, dass es nicht nur die eine richtige Lösung gibt und nicht jeder so arbeitet wie du: Kompromissbereitschaft, mehr Offenheit und ein erweiterter Horizont sind Soft Skills, von denen du auch im Berufsleben profitierst.

Die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung, Toleranz und klare Regeln sind wichtige Faktoren, wenn es um erfolgreiche Gruppenarbeit geht. Und trotzdem: Gruppenarbeit bewegt sich auf einem schmalen Grad zwischen blühender Euphorie und zerschmetternder Frustration. Was sind deine Erfahrungen?

Ich freue mich, davon zu hören,

Theresa