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Grafische Ausgestaltung von Online-Bewerbungen: Das Äußere zählt auch

Wie du deiner Bewerbung das „gewisse Etwas“ verleihst

Annika Müller 24.10.2013
Wie du bereits im ersten Teil unserer Reihe zum Thema „Online-Bewerbungen“ lesen konntest, ist die Einreichung von Bewerbungen auf elektronischem Wege immer mehr verbreitet. Heute zeigen wir dir, wie wichtig dabei die grafische Aufbereitung ist.

Online-Bewerbung grafisch aufpeppen

Der Online-Bewerbung den Link zur eigenen Homepage oder dem eigens erstellen Bewerbungs-Video auf YouTube beizufügen, ist heutzutage nicht unüblich. Diese neuartige Form der Bewerbung kommt allerdings nicht in jeder Branche und bei allen Personalern gleich gut an. Informiere dich vorher also gut über das Unternehmen und wäge ab, ob diese Art der Bewerbung angemessen ist. 

Mit Bildern und Grafiken den Lebenslauf aufwerten
Grafiken werten deinen Lebenslauf optisch auf

Auch wenn es inzwischen mehr gestalterische Freiheiten beim Erstellen einer Bewerbung gibt – die klassischen Elemente einer vollständigen und akkuraten Bewerbung solltest du in jedem Fall beibehalten. Gestalterische Attribute dienen lediglich der Ergänzung und Abrundung.

Richtig eingesetzt können sie dir aber dabei helfen, aus der Masse hervorzustechen. Ein gutes Layout und Design sind oftmals stark unterschätzte Faktoren, wenn es um die Anfertigung einer ansprechenden Bewerbung geht. Hier gilt allerdings: Weniger ist mehr. Gutes Design drängt sich nicht auf, sorgt aber für einen positiven ersten Eindruck und eine suggestive Leserführung. Mit der richtig ausgewählten Schriftart, Textgröße und Formatierung lässt sich dabei schon einiges erreichen. Einen noch größeren Effekt hat aber der Einsatz von Grafiken und Bildern.

Infografik bleibt hängen

Nicht umsonst erfreut sich die Verwendung von Infografiken im Internet immer größerer Beliebtheit. Die Informationen lassen sich sofort erfassen und die Kernaussagen bleiben durch die bildhafte Umsetzung länger im Gedächtnis. 

Diese Wirksamkeit lässt sich auch auf Bewerbungen übertragen. So finden sich in jüngster Zeit immer häufiger Kuchen- oder Balkendiagramme in Lebensläufen, bis hin zu ganzen „Timelines” des bisherigen Lebens. Damit hebst du dich von anderen Bewerben ab und fällst auf. Natürlich bedeutet das nicht automatisch die feste Zusage zu einem Job. Die Einbettung von gut umgesetzten grafischen Elementen macht aber zumindest neugierig auf den Bewerber und kann die Chancen erhöhen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. 

Tools für die Erstellung von (Lebenslauf-)Grafiken

Nicht jeder Jobsuchende ist ein ausgebildeter (Info-) Grafiker. Ansprechende Diagramme zu erstellen, kann deshalb im Zuge der Online-Bewerbung sehr zeit- und arbeitsaufwändig werden. Muss es aber nicht! Im Netz gibt es inzwischen eine ganze Reihe nützlicher Tools um beispielsweise aus seinem Online-Profil bei einem sozialen Netzwerk wie LinkedIn oder Facebook eine Infografik seines bisherigen Werdegangs zu erstellen oder aber das persönliche Stärken-Schwächen-Profil in ein Kuchendiagramm zu verwandeln. Folgende kostenlose Tools können dir dabei helfen deine Bewerbung „aufzupeppen“:

  • Visualize.me kann deine LinkedIn Biografie in eine ansprechende Infografik verwandeln. Farben und Designs sind begrenzt wählbar. Das Ergebnis lässt sich – z.B. per Screenshot – schnell kopieren und in den Lebenslauf integrieren.
  • Re.vu macht aus deinem Werdegang bei LinkedIn eine animierte Kurzbiografie in Form einer bunten Timeline. Du kannst zwischen verschiedenen Designs wählen, Informationen weglassen oder hinzufügen. Allerdings lässt sich die Grafik schlecht kopieren und in den eigenen Lebenslauf einfügen. Also: Gib am besten den direkten Link zum Ergebnis an.
  • Visual.ly wiederum erlaubt es dir, mithilfe des sogenannten Social-Media-Infografik-Generators dein Facebook- oder Twitter-Profil binnen weniger Klicks in eine veritable Infografik zu verwandeln. Das ist allerdings eher eine Lebenslauf-Ergänzung für Spezialisten, die sich im Bereich Medien und Social Media bewerben wollen.
  • SkillPie ermöglicht es dir, in wenigen Schritten eine persönliche Übersicht über deine eigenen Fähigkeiten zu erstellen und in ein Tortendiagramm zu verwandeln. Im Gegensatz zu einer einfachen Auflistung der jeweiligen Stärken, werden diese hierbei zusätzlich prozentual gewichtet. Auch Informationen wie absolvierte Praktika oder Auslandserfahrungen können ergänzt werden.
  • Resumup analysiert die zuvor zugänglich gemachten Facebook- oder LinkedIn-Profildaten. Heraus kommt dabei nicht nur ein bunter Zeitstrahl bisheriger Stationen, sondern auch eine Art Persönlichkeitsprofil – etwa ob man eher extrovertiert ist, stetig, neugierig oder effizient. Diese Informationen sind editierbar, bevor man sie in seinen Lebenslauf einfügt.

Allgemein gilt: Trotz der vielen gestalterischen Möglichkeiten solltest du deine Online-Bewerbung insgesamt dezent halten und sie nicht mit grafischen Elementen überladen. Dennoch verleiht ein ansprechendes Äußeres der Bewerbung das „gewisse Etwas“ und führt dazu, dass du dich von anderen Jobbewerbern abhebst. Somit steigerst du womöglich deine Chancen auf den neuen Job. Zeit zu investieren und darüber nachzudenken, ob dein nächster potenzieller Arbeitgeber für kreative Bewerbungen empfänglich ist, ist also sehr empfehlenswert.